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An Schweinsteigers streitbarer Afrika-These ist alles falsch

Am Samstag trifft Deutschland im zweiten WM-Spiel auf die Elfenbeinküste. Was das DFB-Team erwartet? Bastian Schweinsteiger geht von einem „unorthodoxen, wilden” Fußball aus. Aber an dieser These ist alles. . .

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An Schweinsteigers streitbarer Afrika-These ist alles falsch

Am Samstag trifft Deutschland im zweiten WM-Spiel auf die Elfenbeinküste. Was das DFB-Team erwartet? Bastian Schweinsteiger geht von einem „unorthodoxen, wilden” Fußball aus. Aber an dieser These ist alles falsch. Als zweiter Gruppengegner erwartet dieDFB-Elf am Samstag die Elfenbeinküsteund damit ein deutlich schwerer Kontrahent im Vergleich zum Auftaktspiel gegen Curaçao (7:1). Doch wie genau die Westafrikaner spielen, darüber scheint es in Deutschland noch gewisse Unklarheiten zu geben. So sagte ARD-Experte Bastian Schweinsteiger vor der Partie zwischen Elfenbeinküste und Ecuador (1:0), die Elfenbeinküste spiele einen „bisschen afrikanischen Fußball”. Damit meinte er: ein „bisschen unorthodox”, ein „bisschen wild”. Schweinsteiger sitzt Trugschluss auf, dass es einen „afrikanischen Fußball” gäbeAllerdings wird bei genauem Hinsehen deutlich, dass diese These grundlegende falsch ist. Der dreifache Afrikameister hat sehr wohl einen Plan, der sich nicht von jenen Ansätzen einiger europäischer Teams unterscheidet. An sich ist es wünschenswert, dass die Fußballgrößen von einst mit ihrer Ausstrahlung die Berichterstattung bereichern, aber ein „bisschen” mehr Tiefgang und vor allem Genauigkeit wäre schon nicht schlecht. Ihr erstes WM-Spiel gewann die Elfenbeinküste durch einen späten Treffer gegen EcuadorAP Photo/Petr David JosekDa wäre zum einen natürlich der Trugschluss, es gäbe einen „afrikanischen Fußball”. Angesprochen auf Afrika als Kontinent, sagte ein senegalesischer Fan diesem Autor vor ein paar Tagen in New Jersey, dass die kulturellen Unterschiede zwischen West- und Ostafrika enorm wären. Sie sind wohl größer als zwischen Spanien und Lettland innerhalb der Europäischen Union. ANZEIGEZugleich schwingt in Schweinsteigers Aussage mit, dass dieser vermeintliche Fußball-Kontinent immer noch taktisch etwas unterentwickelt wäre. Im Jahr 2026 müssen wir uns aber langsam mal von Stereotypen trennen, wonach in Ländern wie der Elfenbeinküste die Trainingsplätze meterhohes Gras haben und die Spieler in ausgetretenen Sandalen spielen. Dem ist nicht so. Französischer Einfluss: Elfenbeinküste ist eben nicht „unorthodox" oder „wild”Obendrein ist die Verknüpfung aufgrund von Kolonial- und Migrationsgeschichte zwischen einigen westafrikanischen Ländern und Frankreich enorm. Nehmen wir einmal das Team der Elfenbeinküste: In der Startelf gegen Ecuador standen fünf Spieler, die in Frankreich geboren wurden und dort mit dem Fußballspielen begannen. Hinzu kamLeipzigs Yan Diomande, der mit 15 in die USA ging. Ihr täglicher Überblick zur WM!Ihr WM-Fieber direkt ins Postfach!Erhalten Sie die wichtigsten News, Ergebnisse und Highlights zur Fußball-WM direkt per E-Mail. Jetzt kostenlos anmelden und bestens informiert bleiben. Trainiert werden „Les Éléphants” von Emerse Faé, welcher in Nantes aufwuchs und von 2002 bis 2012 fast 200 Partien in der Ligue 1 bestritt. Er war also fußballerisch in einer Zeit aktiv, als sich die höchste französische Spielklasse durch defensivlastigen Fußball auszeichnete. Die ivorischen Spieler sind hervorragend geschult und agieren unter Faé eben nicht „unorthodox” oder „wild”, sondern astrein organisiert. In der WM-Qualifikation kassierte die Elfenbeinküste in zehn Begegnungen keinen einzigen Gegentreffer. Elfenbeinküste könnte locker im oberen Bereich der Bundesliga mithaltenAuch zum Auftakt gegen Ecuador spielte die Elfenbeinküste zu Null, wobei sie nur einen gegnerischen Torschuss und 16 Ballkontakte im eigenen Strafraum zuließ. Übrigens ohne einen bekannten Innenverteidiger wie Evan Ndicka. Der Ex-Frankfurter war länger verletzt und saß nur auf der Bank. Wilfried Singo von der Elfenbeinküste (l. ) und der Ecuadorianer Pedro Vite im DuellKEVIN C. COX | 2026 Getty ImagesWir sprechen hier von einer Mannschaft mit organisiertem und intensivem Mittelfeldpressing, die nach Ballgewinnen auf die Schnelligkeit und Dribbelstärke eines Diomande oder auf die Stärken von Hoffenheims Bazoumana Touré und Manchester Uniteds Amad Diallo setzt. Eine ähnliche Spielweise sehen wir in der Bundesliga bei Leipzigs oder Freiburg fast jedes Wochenende. Und von der Kaderqualität her könnte die Elfenbeinküste locker im oberen Bereich der Bundesliga mithalten. Wo Deutschland gegen die Elfenbeinküste akute Gefahr drohtWas die Partie am Samstag in Toronto betrifft, so muss sich die DFB-Elf auf einen hochkarätigen Gegner einstellen. Sicherlich wird Deutschland etwas mehr Ballbesitz haben, aber die Umschaltgefahr ist stets vorhanden. Noch scheint Deutschlands Restverteidigung nicht sattelfest, noch leistet sich die Viererkette zu viele Fehler. Genau da könnte Faé ansetzen und entsprechende Spielzüge für schnelle Gegenstöße vorbereiten. Einen Plan hat das Top-Team von der Atlantikküste auf jeden Fall.

Quelle: focus.de

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