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China greift den Dollar an: Afrika setzt künftig stärker auf den Yuan

Chinahat einen weiteren Schritt unternommen, um die internationale Nutzung des Yuan in Afrika auszuweiten. Die People’s Bank of China ernannte die Standard Bank Group und die Industrial and Commercial Bank of. . .

Von bne IntelliNews · · 4 min Lesezeit

China greift den Dollar an: Afrika setzt künftig stärker auf den Yuan

Chinahat einen weiteren Schritt unternommen, um die internationale Nutzung des Yuan in Afrika auszuweiten. Die People’s Bank of China ernannte die Standard Bank Group und die Industrial and Commercial Bank of China (ICBC) zu Betreibern des ersten kontinentweiten Yuan-Clearing-Systems in Afrika. Dadurch soll die Abhängigkeit afrikanischer Unternehmen vom US-Dollar im Handel mit China verringert werden. Die am 26. Juni angekündigte Clearing-Vereinbarung wird 19 Länder umfassen und grenzüberschreitende Zahlungen direkt in Yuan abwickeln, anstatt sie über den US-Dollar zu leiten. Für afrikanische Importeure könnte dies Transaktionskosten senken und die Abwicklungszeiten verkürzen, da eine Währungsumrechnung entfällt. China bringt den Yuan nach AfrikaDas neue System ist die erste Yuan-Clearing-Vereinbarung für einen ganzen Kontinent und nicht nur für einzelne Finanzzentren wieLondonoder Singapur. Zudem wird es erstmals gemeinsam von zwei Geschäftsbanken betrieben, berichtet die Ecofin Agency. Die Ernennung folgt auf den Beitritt der Standard Bank zum chinesischen Cross-Border Interbank Payment System (CIPS) im November 2025. Sie war damit die erste afrikanische Bank im Netzwerk. CIPS ergänzt das internationale Zahlungssystem Swift und bietet in bestimmten Bereichen eine alternative Infrastruktur für Zahlungsabwicklungen. In den ersten vier Monaten über CIPS wickelte die Standard Bank handelsbezogene Transaktionen im Wert von rund 500 Millionen US-Dollar ab. Die Entwicklung erfolgt vor dem Hintergrund wachsender Wirtschaftsbeziehungen zwischen China und Afrika. Nach chinesischen Zolldaten erreichte der bilaterale Handel 2025 mit 348 Milliarden US-Dollar einen Rekordwert – ein Anstieg von fast 18 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Laut Afreximbank entfällt inzwischen rund ein Fünftel des gesamten afrikanischen Außenhandels auf China, gegenüber etwa fünf Prozent vor zwei Jahrzehnten. Zudem hob Peking zum 1. Mai die Zölle auf Importe aus 53 afrikanischen Ländern auf. Trotz dieses Wachstums macht der Yuan weiterhin nur einen kleinen Anteil am weltweiten grenzüberschreitenden Zahlungsverkehr und an den Devisenreserven aus. Der US-Dollar bleibt die dominierende Währung im internationalen Handel und Finanzsystem. Die Ernennung gilt nicht nur als Erfolg für Afrika. Die ICBC hält bereits seit 2007 einen Anteil von 20 Prozent an der Standard Bank. Die neue Zusammenarbeit baut damit auf einer langjährigen strategischen Partnerschaft auf. Zwar verschafft sie der Standard Bank einen Wettbewerbsvorteil, doch könnte die People’s Bank of China künftig weitere afrikanische Clearing-Banken benennen. Auch Wettbewerber werden aktiv. Laut Ecofin Agency befindet sich Ecobank Transnational Incorporated, das in 35 afrikanischen Märkten tätig ist, in fortgeschrittenen Gesprächen mit der Bank of China. Ziel ist es, Kunden bis Ende 2026 direkte Abwicklungen in Yuan zu ermöglichen. Vorstandschef Jeremy Awori erklärte, dies sei eine Reaktion auf die steigende Nachfrage afrikanischer Unternehmen, die Waren aus China importieren und die Kosten einer Abwicklung über den US-Dollar vermeiden möchten. Welche Folgen hat Chinas Yuan-System?Das Clearing-System stößt jedoch auch an Grenzen. Der Yuan ist nur teilweise frei konvertierbar, da China Kapitalverkehrskontrollen aufrechterhält. Afrikanische Unternehmen können die Währung zwar einfacher für den Handel und genehmigte Investitionen in China nutzen, dennoch verfügt der Yuan nicht über die Flexibilität und weltweite Liquidität des US-Dollars. Langfristig könnte die Entwicklung laut Ecofin Agency vor allem im Bereich der Staatsfinanzen an Bedeutung gewinnen. Kenia vereinbarte Ende 2025, chinesische Kredite im Umfang von rund 3,5 Milliarden US-Dollar in Yuan umzuwandeln, um die Kosten des Schuldendienstes zu senken. Äthiopien prüft ähnliche Schritte für einen Teil seiner Verbindlichkeiten gegenüber China, während Sambia begonnen hat, bestimmte Steuern und Lizenzabgaben aus dem Bergbausektor in Yuan zu akzeptieren. Dies deutet darauf hin, dass der Yuan schrittweise sowohl im Handel als auch in den öffentlichen Finanzen Afrikas an Bedeutung gewinnt. Von der Entwicklung könnten mehrere Akteure profitieren. Die Standard Bank stärkt ihre Position als wichtigste Finanzbrücke zwischen China und Afrika. Afrikanische Importeure erhalten schnellere und möglicherweise günstigere Zahlungsabwicklungen. Regierungen mit hohen Schulden gegenüber China könnten zudem mehr Flexibilität beim Management ihrer in Yuan denominierten Verbindlichkeiten gewinnen. Gleichzeitig dürften Banken, die auf Dollar-Zahlungen im China-Afrika-Handel spezialisiert sind, stärkerem Wettbewerb ausgesetzt sein. Der geopolitische Wettbewerb beschränkt sich dabei nicht auf China und dieUSA. Da die Zukunft des African Growth and Opportunity Act (AGOA) nach Ende 2026 ungewiss ist, haben auch die Vereinigten Arabischen Emirate ihre finanzielle Zusammenarbeit mit Ägypten, Äthiopien, Kenia und Nigeria durch Währungsabkommen ausgebaut. Der Wettbewerb um Afrikas Finanzinfrastruktur wird damit zunehmend multipolar. Dennoch stellt diese Entwicklung die Dominanz des US-Dollars derzeit nicht infrage. Der Dollar bleibt die wichtigste Währung für den afrikanischen Handel, die Staatsverschuldung und die Devisenreserven. In den kommenden Jahren dürfte sich die Nutzung des Yuan im China-bezogenen Handel und in der staatlichen Finanzierung jedoch schrittweise ausweiten, schreibt die Ecofin Agency. Dieser Beitrag erscheint im Rahmen einer Kooperation zwischen der Ostdeutschen Medienholding und bne IntelliNews. Der Beitrag erschien zuersthierauf Englisch. Lesen Sie mehr zum Thema

Quelle: berliner-zeitung.de

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