Deutschlands Politik wäscht seine Hände in Unschuld?
Vera Weidenbach schrieb einen Leitartikel in der israelischen Zeitung Haaretz und erklärt, dass Deutschland sich weigert, die Zwei-Staaten-Lösung aufzugeben, aber zusieht, wie Israel sie [. . . ]

Zum Inhalt springenMenüVera Weidenbach schrieb einen Leitartikel in der israelischen Zeitung Haaretz und erklärt, dass Deutschland sich weigert, die Zwei-Staaten-Lösung aufzugeben, aber zusieht, wie Israel sie vergiftet. Sie begründet das mit Äußerungen des deutschen Außenministers Wadephul, der erklärte neben seinem israelischen Amtskollegen, die Annexion des Westjordanlandes sei „nicht hinnehmbar“. Das Problem mit den Worten des Ministers sei, dass er rote Linien benenne, die längst überschritten wurden. In demmutigen Artikel der Journalistin,mutig angesichts der gesellschaftlichen Grundstimmung in Israel, beschreibt das neunte und jüngste Treffen zwischen dem deutschen Außenminister Johann Wadephul und seinem israelischen Amtskollegen Gideon Sa’ar. Es hätte, zumindest auf dem Papier, reibungslos verlaufen sollen, meint sie. Die beiden Länder unterzeichneten ein Abkommen, in dem sich Deutschland verpflichtete, seine Mittel für die Holocaust-Gedenkstätte und das Museum Yad Vashem in Jerusalem aufzustocken. Normalerweise gelte ein Treffen zwischen israelischen und deutschen Ministern als Treffen zweier guter Freunde. Diese Vorstellung überstand sogar zwei Jahre beispielloser Zerstörung und mindestens 70. 000 Tote im Gazastreifen, ohne die Sicherheitspartnerschaft beider Länder – einschließlich der Verträge mit ihren größten Rüstungsherstellern – grundlegend zu beeinträchtigen, führt sie aus. Sehen wir einen Bruch?Doch am Dienstag im Außenministerium in Jerusalem haben Wadephul und Sa’ar sichtlich bedrückt gewirkt. Ihr Verhältnis schien nicht besonders herzlich, und ihre Aussagen offenbarten, dass die beiden gegensätzliche, unvereinbare Standpunkte vertreten, meint die Autorin. Sa’ar habe sich stets gegen die Gründung eines palästinensischen Staates ausgesprochen und in seiner Erklärung deutlich gemacht, dass er das Westjordanland – das er mit seinem biblischen Namen„Judäa und Samaria“bezeichnete – als legitimen und unverzichtbaren Teil Israels betrachtet. Er forderte Deutschland zudem auf, die Europäische Union zu drängen, ihre seiner Ansicht nach „antiisraelische“ Politik zu beenden. Wadephul seinerseits habe klargestellt:„Die Palästinenser brauchen eine Perspektive für eine sichere Zukunft. “Die Palästinensische Autonomiebehörde sei„nicht perfekt, aber ein notwendiger Partner. “Und die israelische Regierung solle die Steuer- und Zolleinnahmen freigeben, die sie der Autonomiebehörde weiterhin vorenthält. Er kritisierte Israels Siedlungsprojekt als Hindernis für den Friedensprozess und erklärte, eine Annexion des Westjordanlandes durch Israel verstoße gegen internationales Recht und sei für Deutschland nicht hinnehmbar. Das solche Kritik von einem deutschen Minister zu hören ist, kann man sehr wohl als eine Veränderung der Beziehung interpretieren, kann man an dieser Stelle feststellen. Der „Bruch“ kommt zu spät. Das Kind ist längst in den Brunnen gefallenDie Autorin meint aber, dass das Problem mit den Äußerungen des Ministers sei, dass er bereits überschrittene rote Linien beschrieb, da Siedler, unterstützt von der israelischen Regierung und dem Militär, das Westjordanland einnehmen. D. h. mit anderen Worten, dass diese Kritik zu spät komme:„Ein Bericht der israelischen NGOs Peace Now und Kerem Navot ergab, dass zwischen 2023 und 2025 185 neue israelische Außenposten auf palästinensischem Gebiet errichtet wurden und ein Netzwerk bilden, das fast ein Fünftel des Territoriums kontrolliert. Unterdessen scheint Deutschland keinerlei Plan zu haben für den Fall, dass Israel seine angekündigten Pläne zur endgültigen Zerstörung der Zwei-Staaten-Lösung vollständig umsetzt. Wadephul konnte daher nicht erläutern, was es für Deutschland bedeuten würde, eine israelische Annexion nicht zu akzeptieren. Würde dies ein Ende der Waffengeschäfte bedeuten? Weitreichendere Wirtschaftssanktionen und ein Abbruch der Handelsbeziehungen im Rahmen des EU-Assoziierungsabkommens?Wir werden es vielleicht nie erfahren, denn während Deutschland und Europa an der Zwei-Staaten-Lösung festhalten wie ein Ehemann, dessen Frau an lebenserhaltenden Maßnahmen hängt und der sich nicht dazu durchringen kann, die Maschinen abzuschalten, steht die israelische Regierung im weißen Kittel neben dem Bett und injiziert Gift in den zentralen Venenkatheter. “Diese Kritik steht in Einklang mit der von Historikern und Journalisten wie Gideon Levy, der selbst einst ein Anhänger der Zweistaatenlösung war. In einereindringlichen Rede hatte er schon vor Jahren erklärt, wie die israelische Politik, die aller Parteien an der Regierung, kontinuierlich an der Verhinderung der Zweistaatenlösung gearbeitet hatten. Sie erklären, dass sich westliche Länder, insbesondere Deutschland, hinter der völkerrechtlich korrekten Behauptung verbarrikadieren, sie seien für die „Zweistaatenlösung„, aber Israel tatsächlich dabei unterstützten, eben diese unmöglich zu machen. Wadephul als Israelkritiker?Und es jener Wadephul, der die UN-Sonderberichterstatterin Francesca Albanese verleumdete. Die Behauptung:Wadephul und andere Politiker warfen Albanese vor, bei einer Al-Jazeera-Konferenz in Doha gesagt zu haben, Israel sei der „Feind der Menschheit“. Die Realität:Faktenchecks und das Originalvideo zeigten schnell, dass ihre Aussage entstellt wurde. Albanese sprach davon, dass die Weltgemeinschaft Israel bewaffne und schütze, anstatt das Vorgehen in Gaza zu stoppen. Direkt danach sagte sie:„Wir, die wir keine großen Mengen an Finanzkapital, Algorithmen und Waffen kontrollieren, sehen jetzt, dass wir als eine Menschheit einen gemeinsamen Feind haben. “Albanese stellte umgehend klar, dass siedas globale politische System, die Rüstungsindustrie und die Finanzströmeals gemeinsamen Feind der Menschheit bezeichnete – also die Strukturen, die das Leid in Palästina ermöglichen –, und explizit nicht den Staat oder das Volk Israel. Wie Wadephul und das Auswärtige Amt reagiertenUnsere Arbeit ist spendenfinanziert – wir bitten umUnterstützung. Folge TKP aufTelegramoderGETTRundabonniere unseren Newsletter. Wenn ein ehemaliger israelischer Ministerpräsident von israelischem Terror sprichtNiederlande beenden Handel mit illegalen israelischen Siedlungen in PalästinaDas Erbe des Vernichtungswillens: Von den Kolonialverbrechen Europas bis zur Zerstörung Gazas‚antiisraelisch‘, ‚Israelkritiker‘, das sind ja ganz neure Vokabeln, muß das nicht ‚antisemitisch‘ heißen ?Und eine Aussage, die nie gemacht wurde, findet man in AA unhaltbar, soso. Wird geladen …Warum der Artikel in Haaretz mutig war:Zitat:Letzte Nacht war nicht das erste Mal, dass die Tür am Eingang von Haaretz mit einem Ziegelstein eingeschlagen wurde. Hämmer wurden gegen das Glas geschleudert. Drohende Graffiti wurden an die Wand gekritzelt. Und Haaretz steht nicht allein da: Erst vor wenigen Tagen erlitt der Eingang von Channel 12 in Tel Aviv dasselbe zertrümmerte Schicksal. Die maskierten Angreifer wurden nicht persönlich von Netanyahu geschickt, aber sie sind Fußsoldaten in seinem Krieg gegen die freie Presse, israelische wie ausländische: von der Bedrohung palästinensischer Journalisten und der Einschränkung ausländischer Korrespondenten bis hin zu einem umfassenden legislativen Angriff auf Medienhäuser, die es wagen, die Regierung zu kritisieren. Seine Botschaft – bleibt in eurer Spur – ist klar. Aber unsere ebenso: Haaretz wird sich nicht einschüchtern lassen, sondern seine Mission verdoppeln: genau und kritisch zu berichten, unseren Lesern zu dienen und die freie Meinungsäußerung zu schützen – egal, wie viele Betonblöcke auf uns zukommen. Eine freie Presse lässt sich nicht brechen. — @yishaih, Haaretz English Editorhttps://x. com/haaretzcom/status/2074872170111447230Wird geladen …Hitler’s beste SchülerWird geladen …Regeln für Kommentare: Bitte bleibt respektvoll - keine Diffamierungen oder persönliche Angriffe. Keine Video-Links. Manche Kommentare werden erst nach Prüfung freigegeben, was gelegentlich länger dauern kann. Deutschlands Politik wäscht seine Hände in Unschuld?9. Juli 2026EU killt Briefgeheimnis – kein guter Tag für Freiheit, Grundrechte und Demokratie9. Juli 2026Warum Erdöl und Erdgas nicht aus Wäldern und Farnen entstanden sind9. Juli 2026Chemische Sonnencremes gehen ins Blut – und niemand prüft die Folgen davon9. Juli 2026Neuer Krieg gegen Iran und Libanon – mit dem Segen der NATO9. Juli 2026Wie gesund sind ungeimpfte Kinder? Ein Interview, das zum Nachdenken anregt9. Juli 2026Wenn ein nationales Fußballteam religiöse Vorurteile bestätigt9. Juli 2026IOC hebt Suspendierung von Russland auf8. Juli 2026Sicherheitskatastrophe EUID-Wallet8. Juli 2026EU setzt Chatkontrolle per Eilverfahren vor der Sommerpause durch – totale Überwachung im Anmarsch8. Juli 2026Trump bei NATO-Gipfel: „Der Waffenstillstand ist vorbei“8. Juli 2026Ägyptens Nationalelf: muslimisch und sonst nichts8. 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