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Ernteausfälle 2026: Trotzdem lieber nicht über den Klimawandel reden

Der Bauernverband rechnet mit hohen Ernteausfällen in diesem Jahr, höhere Preise für Essen inklusive. Für ihn ist das dennoch kein Grund für mehr Klimaschutz. Trockenheit in der Landwirtschaft: lieber. . .

Von Eva Fischer · · 3 min Lesezeit

Ernteausfälle 2026: Trotzdem lieber nicht über den Klimawandel reden

Der Bauernverband rechnet mit hohen Ernteausfällen in diesem Jahr, höhere Preise für Essen inklusive. Für ihn ist das dennoch kein Grund für mehr Klimaschutz. Trockenheit in der Landwirtschaft: lieber Soforthilfen als KlimaschutzFoto: Jens Büttner/dpaDas Essen hierzulande dürfte wieder teurer werden. Das machen Zahlen deutlich, die der Deutsche Bauernverband am Dienstag veröffentlichte. Aufgrund von Dürre und Hitze wird dieGetreideernte in diesem Jahr unterdurchschnittlich ausfallen, so der Verband: um 3,3 Millionen Tonnen weniger als im Vorjahr, ein Rückgang von sieben Prozent. Am stärksten betreffen die Ernteausfälle aber Winterraps mit einem Rückgang von 20 Prozent, was zusätzlich auf Schädlingsbefall zurückzuführen sei. Auch Heu, Stroh und Futtermittel werden knapp. Demnach müsse man entweder mehr importieren oder den Tierbestand reduzieren, Ergo: Die Kosten für tierische Lebensmittel steigen. Damit zeigt sich, worauf die Klimaforschung schon lange aufmerksam macht:Der Klimawandel bedroht unsere Ernährungssicherheit. Hierzulande ist die Landwirtschaft laut Umweltbundesland der fünftgrößte Emittent von Klimagasen mit ungefähr 8,8 Prozent der Gesamtemissionen. Bei den Landwirtschaftsemissionen handelt es sich allerdings kaum um CO₂, sondern zu mehr als 95 Prozent um das noch klimaschädlichere Methan und Lachgas. Sie werden durch die Bearbeitung der Böden, den Einsatz von Stickstoffdüngemittel sowie Nutztiere freigesetzt. Dementsprechend gilt eine andere Ernährung als wirkungsvollste Maßnahme zur Treibhausgasreduktion des Sektors, was aber für diestark von der Viehzucht geprägten deutsche LandwirtschaftEinbußen bedeuten würde. So nahm auch Verbandspräsident Joachim Rukwied bei der Pressekonferenz das Wort Klimawandel nicht von selbst in den Mund. Die Bauernbranche betreibe bereits ambitionierten Klimaschutz, so seine Antwort auf Nachfrage. Statt von der Politik mehr Maßnahmen gegen den Klimawandel zu verlangen, fordert der Bauernverband lieber ein „Sofortpaket“: mehr EU-Millionenhilfen für Düngemittel, ein früheres Auszahlen der meisten Direktzahlungen, Steuer auf Diesel runter. Ohne im Gegenzug Klimazusagen machen zu wollen. Eine Zukunft der Landwirtschaft auf einem wärmer werdenden Planeten sieht anders aus. Der drohende Erfolg der AfD bei den kommenden Landtagswahlen zeigt, wie stark rechtsextreme Kräfte inzwischen geworden sind. Gerade jetzt braucht es Zusammenhalt und Solidarität. Auch und vor allem mit den Menschen, die sich vor Ort für eine starke Zivilgesellschaft einsetzen. Die taz kooperiert deshalb mit "Alles beginnt im Zentrum". Die Kampagne unterstützt bundesweit linke, selbstverwaltete Orte und baut einen solidarischen Fonds für deren Schutz und Erhalt auf. Eine offene Gesellschaft braucht guten, frei zugänglichen Journalismus – und zivilgesellschaftliches Engagement. Finden Sie auch? Dann machen Sie mit und unterstützen Sie unsere Aktion. Jetzt unterstützenEva FischerThemenchefinJahrgang 1989; seit Anfang 2025 bei der taz, derzeit als Themenchefin, Nachrichtenchefin und CvD bei taz. de. Vorherige Stationen: u. a. EU- und Nato-Korrespondentin in Brüssel beim Handelsblatt, Redakteurin für Internationale Politik beim Tagesspiegel, Redakteurin bei der ZDF-Talkshow "Markus Lanz". Wirtschaftspsychologie-Studium mit Schwerpunkt Arbeits- und Organisationspsychologie und dem Nebenfach Politikwissenschaft, Besuch der Holtzbrinck-Journalistenschule, gelernte Medienkauffrau Digital und Print beim Spiegel-Verlag. Und auch ausgebildete Yogalehrerin. Mehr zum ThemaExperte über Dürre„Das Ausmaß der Schäden wird sich im Frühjahr zeigen“Süddeutschland ist von extremer Dürre betroffen, die zunehmend den Wäldern zusetzt. Fortwissenschaftler Ulrich Schraml warnt vor häufigeren Waldbränden. Interview vonBernward JanzingNabu-Chef zu Klimaschutz mit Mooren„Gucken Sie aus dem Fenster!“Umweltminister Schneider will Moore fürs Klima wiedervernässen, doch die CSU bremst ab. Nabu-Chef Krüger erklärt, wie sich Kritiker überzeugen lassen. Interview vonHanna GersmannHitze und DürreBauernverband erwartet schlechte ErnteDie Branche fordert staatliche Unterstützung. Laut Raiffeisenverband ist die Lebensmittelversorgung gesichert, steigende Preise drohen auch nicht. 25. – 29. August 2026Bremerhavenmit Lena Kaiser, Journalistin und Produktentwicklerin bei der tazKurzreise in die Hafenstadt an der Wesermündung, einst der größte Auswandererhafen nach Amerika - mit Besuch der berühmten Museen "Auswandererhaus" und "Klimahaus" sowie einem Ausflug ins Fischerdorf Wremen an der Nordsee960 € (DZ/HP/ohne Anreise)mit 4 Übernachtungen im Hotel im-jaich Lloyd Marina BremerhavenReiseveranstalter Ventus-ReisenMehr erfahren0 Kommentare

Quelle: taz.de

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