WeltReport

EU legt neue Verpackungsregeln fest: Wie die deutsche Politik reagiert und auf wen jetzt mehr Arbeit zukommt

Fehmarnsches TageblattVerbraucherNeue EU-Verpackungsregeln: Was ändert sich ab sofort? Umweltministerium hat schon reagiertStand:11. 08. 2026, 22:13 UhrKommentareDie EU setzt eine neue Verordnung für. . .

· 3 min Lesezeit

EU legt neue Verpackungsregeln fest: Wie die deutsche Politik reagiert und auf wen jetzt mehr Arbeit zukommt

Fehmarnsches TageblattVerbraucherNeue EU-Verpackungsregeln: Was ändert sich ab sofort? Umweltministerium hat schon reagiertStand:11. 08. 2026, 22:13 UhrKommentareDie EU setzt eine neue Verordnung für Lebensmittelverpackungen um. Was bedeutet das für Verbraucher und Unternehmen?Berlin – Nicht nur in Deutschland müssen sich die Menschen ab diesem Mittwoch (12. August) auf eine Neuerung im Alltag einstellen. Denn dann greift dieEU-Verordnung über Verpackungen und Verpackungsabfälle. Auffallen dürfte das vor allem,wenn gekaufte Speisen transportiert werden– etwa im Fall von Pizzakartons, Bäckereitüten, Burger-Boxen oder Salatbehältnissen. Die EU nimmt sich Lebensmittel-Verpackungen vor: Auch in Deutschland gelten nun Grenzwerte bei Pizzakartons & Co. . © Frank Rumpenhorst/dpaWährendeinige Anforderungen der EUerst in der Zukunft umgesetzt werden müssen, gelten bereits jetzt Grenzwerte für Lebensmittelverpackungen. Dabei werden als Gradmesser sogenannte per- und polyfluorierte Alkylsubstanzen (PFAS) herangezogen. Laut der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) ist dahinter eine große Gruppe künstlich hergestellter Chemikalien zu verstehen. Neue EU-Verpackungsregeln: Neue Grenzwerte richten sich nach kaum abbaubaren ChemikalienDas Umweltbundesamt informiert, PFAS seien kaum abbaubar und würden eine Gefahr für die Umwelt und teils die menschlicheGesundheitdarstellen. Folglich werden Verbraucher mit den fixierten Grenzwerten besser geschützt. Diese sehen vor, dass für einzelne Verbindungen nur 25 ppb (Teile pro Milliarde) erlaubt sind, für die Summe einzeln identifizierbarer Verbindungen 250 ppb, und der Gesamtfluorgehalt als Summe für alle PFAS 50 ppm (Teile pro Million) nicht überschreiten darf. Die DEKRA nennt die Beschränkungen sehr weitreichend und die Grenzwerte sehr niedrig. Daher bestehe ein erhebliches Risiko für Grenzwertüberschreitungen durch Verschleppung und Spurenverunreinigungen. Eingesetzt werden PFAS demnach unter anderem bei Kartonverpackungen, die nicht durch die Feuchtigkeit des Lebensmittels aufgeweicht werden sollen. Folgenreicher als für die Verbraucher wird die neue Verpackungsverordnung für die Unternehmen. So müssen Erzeuger ein Konformitätsbewertungsverfahren durchführen oder durchführen lassen sowie eine technische Dokumentation nach genauen Vorgaben erstellen. Genügt eine Verpackung den geltenden Anforderungen, stellen sie zudem eine EU-Konformitätserklärung aus. Folgen der neuen EU-Verordnung: Umweltministerium passt deutsches Gesetz anDas deutsche Umweltministerium hat im Zuge der EU-Verpackungsverordnung ein Verpackungsrecht-Durchführungsgesetz ausgearbeitet. Es soll laut dem Haus von Umweltminister Carsten Schneider (SPD) „für eine bürokratiearme Begleitung der neuen europäischen Vorgaben“ sorgen. Die Regelungen des bisherigen Verpackungsgesetzes bleiben so weit wie möglich erhalten. Auch darauf dürfte die EU ein Auge haben: Brötchen werden in aller Regel in einer Tüte transportiert. © Carmen Jaspersen/dpaDer neue § 26a regelt etwa, dass das Umweltministerium gemeinsam mit dem Wirtschaftsministerium die Vorgaben zur ökologischen Gestaltung der Beteiligungsentgelte erlässt. Zudem gelten bestimmte Brühhilfen, wie durchlässige Tee- oder Kaffeebeutel, die mit dem Produkt verwendet und entsorgt werden, laut der EU-Verordnung künftig als Verpackungen. Sie werden dank des vom Bundestag geänderten Gesetzes jedoch weiterhin – entsprechend der kommunalen Vorgaben – über den Bio- oder den Restmüll entsorgt. Folgen der neuen EU-Verpackungsregeln: Umwelt und Wirtschaft kann profitierenDas Umweltbundesamt begrüßt grundsätzlich das mit der EU-Verordnung verfolgte Ziel, den Einfluss der Verpackungen auf die Umwelt zu verringern. Allerdings betont es auch den „nicht unerheblichen Aufwand“ für Hersteller, Handel und Organisationen. Zu erwarten sei auch, dass das Verpackungsrecht-Durchführungsgesetz noch in weiteren Novellen angepasst werden müsse. Die mit der EU-Verordnung verbundenen Umweltfortschritte seien es jedoch wert, die auch einige Behörden betreffende Kraftanstrengung zu unternehmen. Denn dank der Optimierungen bei den Verpackungen und bei der Verpackungsentsorgung könnten „erhebliche positive Umweltwirkungen“ erreicht werden. Doch nicht nur dieser Aspekt kommt zur Sprache. Denn die Verordnung und das angepasste Gesetz würden auch einen wichtigen Beitrag leisten, „die in vielen Bereichen bestehende Technologieführerschaft deutscher und europäischer Unternehmen zu stärken und damit auch die oftmals sehr gute Position auf dem Weltmarkt zu behaupten“. Nicht zu vergessen, dass „die Abhängigkeit von strategischen Rohstoffimporten“ deutlich reduziert werden könne. (Quellen: EU-Verordnung über Verpackungen und Verpackungsabfälle, Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit, Umweltbundesamt, DEKRA, Umweltministerium, Verpackungsrecht-Durchführungsgesetz) (mg)

Quelle: fehmarn24.de

Mehr zu Politik