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Ex-Bürgermeister Timo Greuel verlässt Stadt nach 20 Jahren Politik

Timo Greuel ist nach einer Amtszeit als Bürgermeister von Langenselbold zurückgetreten und zu seiner Lebensgefährtin nach Fulda gezogen. Der 46-Jährige verabschiedete sich am Montagabend ohne Festakt – am selben Ort, wo er 2003 als 23-jähriger Stadtverordneter begann.

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Ex-Bürgermeister Timo Greuel verlässt Stadt nach 20 Jahren Politik

StartseiteRegionMain-Kinzig-KreisStand:01. 07. 2026, 16:00 UhrKommentareUns auf Google folgenTimo Greuels vorläufig letzte Rede in der Langenselbolder Stadtverordnetenversammlung. Der 46-Jährige verlegt seinen Lebensmittelpunkt nach Fulda. © Christine SemmlerTimo Greuel ist nach einer Amtszeit als Bürgermeister von Langenselbold zurückgetreten und zu seiner Lebensgefährtin nach Fulda gezogen. Der 46-Jährige verabschiedete sich am Montagabend ohne Festakt – am selben Ort, wo er 2003 als 23-jähriger Stadtverordneter begann. Langenselbold – Mehr als drei Wochen nach seinem Ausscheiden aus dem Amt ist der ehemalige Bürgermeister Timo Greuel (SPD) am späten Montagabend offiziell verabschiedet worden: Nach einer langen Stadtverordnetenversammlung, in unprätentiösem Rahmen. „Ich wollte keinen großen Empfang, keinen besonderen Festakt und keinen großen Bahnhof“, erklärte Greuel, der nach einer Wahlperiode aus privaten Gründen nicht noch einmal zur Wahl angetreten ist. Grund sei nicht nur das Anliegen, der Stadt Ausgaben zu ersparen. „Im Februar 2003 bin ich als 23-jähriger Stadtverordneter in dieses Parlament eingezogen, ohne damals auch nur annähernd zu wissen, wohin mich dieser Weg führen würde. Deshalb wollte ich mich auch genau hier verabschieden: am Ende einer öffentlichen Sitzung, an dem Ort, an dem alles begonnen hat. “Eine Stadt ist nicht stark, weil sie wächst. Sie ist stark, wenn das, was sie trägt, mitwächst. Stadtverordnetenvorsteher Tobias Dillmann (CDU) dankte Greuel in seiner Ansprache für sein Engagement, seine Ausdauer und seinen Einsatz. „Deine Amtszeit war alles andere als gewöhnlich“, betonte er auch im Hinblick auf die Coronapandemie, die 2020, wenige Wochen nach Greuels Wahl, ausbrach und alle seine Ambitionen auf den Kopf stellte. Als persönliches Anliegen hob Dillmann, der Vater von vier Kindern ist, Greuels Einsatz für die Kinderbetreuung in der Kita am Rödelberg hervor. Hier habe er als Bürgermeister schnelle Lösungen für die damalige Betreuungsnotlage geschaffen. „Nun“, schloss Dilmann, „beginnt für dich ein neuer Lebensabschnitt, denn wie wir alle wissen, wirst du Langenselbold verlassen. “ Der 46-jährige Greuel, der seit seiner Geburt in Langenselbold lebte und seit zwei Jahrzehnten hier politisch für die Sozialdemokraten tätig war, hat sich für einen harten Schnitt entschieden: Er verabschiedet sich komplett aus der städtischen Politik und ist zu seiner Lebensgefährtin nach Fulda gezogen. Wie er sich nun beruflich orientiert, hat er jüngst, beim Abschiedsgespräch mit dem HA, noch offen gelassen. Er brauche nun in erster Linie Zeit für sich, sagte er hier. Sein Nachfolger Wolfgang Rittershauß (SPD), der vor drei Wochen die Geschäfte übernommen hat, erklärte in seinem Grußwort, dass ihm täglich bewusst werde, „wie anspruchsvoll das Amt des Bürgermeisters ist". Die Leitung einer Stadt erfordere Zeit, Kraft und Ausdauer. Greuel habe deutliche Spuren in der Stadt hinterlassen: Die Projekte, die er angestoßen habe, gelte es nun, zu vollenden. Greuel selbst berichtete in einer ausführlichen, zum Ende hin recht emotionalen Abschiedsrede von seinen politischen Stationen: Erst Opposition, dann Regierungsverantwortung und Stadtratsposten, schließlich das Bürgermeisteramt, das von Krisen wie Corona und dem Krieg in der Ukraine geprägt gewesen sei. Kommunalpolitik sei für ihn nicht abstrakt gewesen. „Man entscheidet über den Kindergarten, den Kinder aus dem eigenen Umfeld besuchen. Über die Straße, die man selbst befährt. Über das Schwimmbad, in dem man Bekannte trifft“, so Greuel. „Und man entscheidet über Belastungen, die man denjenigen erklären muss, denen man am nächsten Morgen beim Einkaufen oder auf einem Stadtfest wieder begegnet. “ Diese Nähe mache Kommunalpolitik menschlich. Als eine seiner wichtigsten Erkenntnisse führte er an: „Kommunalpolitik funktioniert dauerhaft nur dann, wenn die Beteiligten nicht allein ihre eigene Rolle kennen, sondern auch bereit sind, die Verantwortung und die Perspektive der jeweils anderen Seite zu verstehen. “In den kommenden Jahren müsse es nun in Langenselbold darum gehen, den innerörtlichen Hochwasserschutz, den Neubau der Kläranlage, die Entwicklung von Gewerbe sowie die medizinische Versorgung voranzubringen. Und das unter schwierigen finanziellen Rahmenbedingungen, mit denen aktuell die meisten Kommunen zu kämpfen haben. „Ich wünsche unserer Stadt, dass sie sich weiterentwickelt, ohne ihren Zusammenhalt zu verlieren“, schloss Greuel, „dass sie ihr Ehrenamt und ihre Infrastruktur stärkt und auch unter schwierigen Bedingungen demokratisch und politisch handlungsfähig bleibt. “

Quelle: op-online.de

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