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Extremläufer lief 11. 000 Kilometer durch Afrika – er begegnete Elefanten, Malaria und eigene Grenzen

StartseiteSportRegionalsportStand:26. 06. 2026, 10:00 UhrKommentareUns auf Google folgenAußergewöhnliche Reise: 11. 000 Kilometer ist Fritz Sitte durch Afrika gelaufen. © Foto: Leander. . .

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Extremläufer lief 11. 000 Kilometer durch Afrika – er begegnete Elefanten, Malaria und eigene Grenzen

StartseiteSportRegionalsportStand:26. 06. 2026, 10:00 UhrKommentareUns auf Google folgenAußergewöhnliche Reise: 11. 000 Kilometer ist Fritz Sitte durch Afrika gelaufen. © Foto: Leander Rambichler-praxmarer/nhFritz Sitte hat den afrikanischen Kontinent zu Fuß durchquert – begleitet nur von seinem Bruder auf dem Fahrrad. Heute teilt er seine Erfahrungen in Vorträgen. Wir haben mit dem 29-Jährigen gesprochen. Kassel – Für die Strecken, die Fritz Sitte zu Fuß bewältigt hat, würden die meisten Menschen ein Flugticket buchen. Mehr als 25. 000 Kilometer und über zwei Jahre hat der Extremläufer bereits auf der Straße zurückgelegt – einen Großteil davon auf seiner Tour durch Afrika, bei der er lediglich von seinem Bruder auf dem Fahrrad begleitet wurde. Heute teilt der 29-Jährige seine Erfahrungen in Vorträgen, wie am vergangenen Samstag beim sportkardiologischen Symposium inKassel. Wir haben mit Sitte über das Abenteuer, die Bedeutung von mentaler Stärke und eine emotionale Reise gesprochen. Sie haben knapp 11. 000 Kilometer von Kapstadt bis ins marokkanische Tanger zu Fuß zurückgelegt. Wie ist die Idee zu diesem Projekt entstanden?Ich habe bei einem Triathlon jemanden kennengelernt, der schon mal einen Lauf durch Südafrika gemacht hat. Ihn hatte es genervt, dass jemand auf der Strecke seine Zeit um einen Tag unterboten hatte. Deshalb hatte er geplant, als Nächstes von Kapstadt nach Kairo zu laufen. Ab diesem Moment hat mich die Idee nicht mehr losgelassen. Wie haben die Eltern darauf reagiert, dass Sie mal eben 11. 000 Kilometer durch Afrika laufen wollen?Sie hatten schon versucht, den Plan zu hinterfragen, und haben auch schon gedacht, dass die Idee bescheuert und verrückt ist. Doch sie wussten auch, dass sie mich, wenn ich da Bock drauf hatte, nicht davon abbringen konnten. Für mich gehört dann auch viel dazu, auf Leute zu hören, die sich in den Bereichen auskennen. Wenn ich krank bin, gehe ich zum Doktor und frage nicht meine Mutter. Und wenn ich durch Afrika laufen will, frage ich auch nicht meine Mutter – sondern Menschen, die schon mal ähnliche Reisen gemacht haben. Und die haben gesagt, dass ich das mit entsprechender Vorbereitung hinbekomme. Sportkardiologisches Symposium mit Vortrag von Extremsportler Fritz Sittev. l. Dr. Frank Jäger (Moderator und Initiator), Extremsportler Fritz Sitte Foto: Andreas Fischer © Fischer, Andreas/Andreas FischerWie sah denn Ihre Vorbereitung für das Abenteuer aus?Ich bin natürlich viel gelaufen, da ich vorher kein Extremläufer war. Ich bin aber auch viel Rad gefahren, um eine generelle Ausdauer aufzubauen. Ein großer Baustein war auch das Krafttraining. Mental habe ich mich drauf vorbereitet, indem ich mich mal morgens vollgefuttert habe und mit einem vollen Magen und müden Beinen losgelaufen bin. Ich wollte spüren, wie es ist, wenn einem die ersten fünf bis zehn Kilometer kotzübel ist, aber Kilometer 20 dann wieder Spaß macht. Das hat mir geholfen, vor Ort mit Situationen wie diesen umzugehen. Sie haben auf ihrer Reise bestimmt viel erlebt. Was war ein Moment, den Sie nie vergessen werden?Wir haben unfassbar viele tolle Menschen kennengelernt, unter anderem einen Mann in der Sahara. Er hat in einer einfachen Betonhütte gelebt und für uns gekocht und alles leergeräumt, damit wir schlafen können. Am Ende haben wir ihn gefragt, ob er sich als Sahraui oder Marokkaner sehe. Er antwortete: „Marokkaner, Sahraui, Deutscher, Amerikaner, ist völlig egal. Ich bin einfach ein Mensch. “ Ich werde nie vergessen, dass jemand, der in so einem simplen Umfeld mit seinen Hühnern lebt und jeden Tag diesen krassen Gezeiten in der Sahara ausgesetzt ist, ein solch tiefes Verständnis vom Leben hat. Besser werde ich das Motto des Laufs „People are great“ nie wiedergeben können. Ich werde aber auch nie vergessen, wie in Sambia ein Elefant auf mich zugerannt ist und fünf Meter vor mir abgebremst und somit entschieden hat, mich nicht totzutrampeln. Gab es einen Moment auf der Reise, wo Sie kurz vor dem Aufgeben waren?Bei meinem ersten Versuch habe ich mich nach knapp 1500 zurückgelegten Kilometern verletzt. Ich hatte zwar versucht, weiterzulaufen, hatte aber immer wieder starke Schmerzen im linken Bein. Ein MRT ergab, dass mein Hüftgelenk entzündet ist. Der erste Versuch war damit vorbei. Ich hatte mich aber entschieden, nicht aufzugeben. Ich bin zurück nach Kapstadt geflogen, habe dort meine Reha gemacht und fünf Monate trainiert. Beim zweiten Versuch hatte ich in Nairobi erst Malariasymptome und dann einen Parasiten im Magen, wodurch ich ein Antibiotikum nehmen musste. Und dann hat sich noch mein Knie entzündet, wodurch ich zwei Wochen pausieren musste. Nach der Pause gab es dann aber auch keine Zweifel mehr und ich habe die Reise durchgezogen. Haben Sie einen Tipp, wie mentale Stärke trainiert werden kann?Man muss einen eigenen Erfahrungsschatz für sich schaffen, auf den man sich beziehen kann. Wenn es mir mal schlecht geht, dann denke ich halt an die Momente, wo es mir noch schlechter ging, und habe es dann auch durchgeschafft. Da muss sich jeder so in seinem eigenen Rahmen Stück für Stück herantasten und Erfahrungen außerhalb der Komfortzone machen. Zur PersonFritz Sitte (29)ist Extremläufer und Abenteurer. Er wurde in der Nähe von Münster geboren und lebt heute wieder in seiner Heimatregion. Nach seinem BWL-Studium in Koblenz gründete er ein eigenes Unternehmen und stieg auf der Suche nach neuen Herausforderungen aufs Fahrrad. Durch die Abenteuer und die Begeisterung für das Unbekannte fand er schließlich zum Extremlaufen. Inzwischen geben Sie ihre Erfahrungen nicht nur an Sportler weiter. Können Menschen auch im Alltag aus ihren Erfahrungen lernen?Ja, absolut. Wir alle haben Lebenssituationen, die herausfordernd sind. Ich habe gerade die Situation, dass mein Vater unheilbar erkrankt ist. Jeden Tag lebe ich davon, mich nicht darauf zu fokussieren, wie schlimm es ist, meinen Vater zu verlieren, und gleichzeitig anzuerkennen, was für tolle Momente wir noch haben. Ob das jetzt Stress bei der Arbeit oder in der Familie ist. Die Kunst, auch die Koexistenz von Freude und Schmerz zu sehen, ist total relevant. Egal, in welchem Bereich. Werden Sie Erfahrungen wie diese weiterhin auf der Bühne erzählen, oder planen Sie schon ein nächstes Abenteuer in Laufschuhen?Es wird erst einmal eine ganz persönliche Reise mit meinem Vater geben. Er hat mich früher mehr oder weniger dazu gezwungen, wandern zu gehen. Das hat meine Neugier auf die Natur geweckt und letztlich meine Abenteuer ermöglicht. Dass er die Liebe zu den Bergen und zur Natur vermittelt hat, möchten mein Bruder und ich zurückgeben. Deshalb fahren wir gemeinsam im Juli auf einem Tandem noch einmal in die Berge und versuchen, die Zugspitze mit einem Rollstuhl zu erklimmen beziehungsweise den Rollstuhl hinaufzuschieben.

Quelle: apach57.fr

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