EZB-Präsidentin Lagarde schließt Wechsel in französische Politik. . .
Christine Lagarde hält einen vorzeitigen Abschied von der Spitze der Europäischen Zentralbank für möglich. EZB-Präsidentin Christine Lagarde winkt beim Verlassen der Nachmittagssitzung des EZB-Forums im. . .
Christine Lagarde hält einen vorzeitigen Abschied von der Spitze der Europäischen Zentralbank für möglich. EZB-Präsidentin Christine Lagarde winkt beim Verlassen der Nachmittagssitzung des EZB-Forums im portugiesischen Sintra. Reuters / Pedro Rocha03. 07. 2026 um 15:51Die Presse auf Google als bevorzugte Nachrichtenquelle hinzufügen. EZB-Präsidentin Christine Lagarde schließt nicht aus, ihr Amt vor dem regulären Ende ihrer Amtszeit im Oktober 2027 aufzugeben, um eine Rolle in der französischen Politik zu übernehmen. Auf die Frage der französischen Zeitung „Les Echos“, ob dies eine Option wäre, falls die Unsicherheit abnehme, antwortete Lagarde: „Das ist möglich. “Sie begründete ihre Offenheit mit der europapolitischen Dimension des kommenden französischen Präsidentschaftswahlkampfs. „Ich glaube, dass im französischen Präsidentschaftswahlkampf eine europäische Stimme gehört werden muss“, sagte Lagarde. Lagarde sieht Frankreichs Rolle in Europa als zentrale FrageLagarde wird seit Längerem immer wieder mit der französischen Innenpolitik in Verbindung gebracht. Das Präsidentenamt in Frankreich hatte sie früher allerdings als einen „furchtbaren Job“ bezeichnet. Die EZB-Chefin sagte nun, es sei „durchaus möglich“, dass sie in den kommenden Monaten offene Gespräche mit einigen französischen Kandidaten führen werde. Sollte die Debatte „eine begrenztere Vorstellung von Frankreichs Platz in Europa“ offenbaren, halte sie es für notwendig zu erklären, „warum das für unser Land und unsere Mitbürger ein schmerzhafter Weg wäre“. Damit rückt Lagarde die strategische Frage in den Vordergrund, welche Rolle Frankreich innerhalb Europas einnehmen soll. Ihre Aussagen deuten auf eine mögliche politische Intervention zugunsten einer klar europäisch ausgerichteten Position hin, ohne dass sie eine konkrete Kandidatur ankündigte. EZB-Chefin verteidigt jüngste ZinserhöhungParallel dazu verteidigte Lagarde die jüngste geldpolitische Entscheidung der EZB. Die Zentralbank habe im vergangenen Monat zu Recht die Zinsen angehoben, sagte sie. „Wir sind überzeugt, die richtige Entscheidung getroffen zu haben. “Bereits im April sei eine große Mehrheit im EZB-Rat bereit gewesen, einen Beschluss zu fassen. Damals hätten jedoch noch nicht alle notwendigen Informationen vorgelegen, sagte Lagarde. Die EZB hatte im Juni als erste G7-Zentralbank seit Beginn des Iran-Kriegs die Zinsen angehoben. Begründet wurde der Schritt mit der Sorge, dass sich der Schock in der Wirtschaft ausbreite und die Inflation außer Kontrolle geraten könnte. Friedensabkommen senkt InflationsdruckSeit dem Friedensabkommen zwischen den USA und Iran sind die Ölpreise deutlich gefallen. Damit ist der wichtigste Inflationstreiber abgeschwächt worden. Der jüngste Bericht für den Euroraum zeigte zudem, dass sich das Preiswachstum stärker als erwartet verlangsamt hat. Lagarde verwies dennoch auf die Risiken eines externen Angebotsschocks. „Wir haben es mit einem externen Angebotsschock zu tun, der sich auf den Rest der Wirtschaft ausbreitet, und wir sehen jetzt seine indirekten Auswirkungen“, sagte sie. Die EZB beobachte weiterhin sehr genau das Risiko von Zweitrundeneffekten, auch wenn sich diese bislang nicht materialisiert hätten. (duc/Bloomberg)Mehr dazu