"Faschistische Politik"?: Linke lieben Schwerdtner und strafen Pantisano ab
Mit einem "zugespitzten" Zitat über die CDU verprellt der neue Linken-Chef Luigi Pantisano auf dem Linken-Parteitag zahlreiche Delegierte. Er wird zwar gewählt, aber mit miesem Ergebnis. Ine Schwerdtner kommt dagegen auf breite Zustimmung.

"Faschistische Politik"?Linke lieben Schwerdtner und strafen Pantisano ab20. 06. 2026, 15:24 UhrLuigi Pantisano ist neuer Linken-Chef. (Foto: picture alliance / dts-Agentur)Mit einem "zugespitzten" Zitat über die CDU verprellt der neue Linken-Chef Luigi Pantisano auf dem Linken-Parteitag zahlreiche Delegierte. Er wird zwar gewählt, aber mit miesem Ergebnis. Ine Schwerdtner kommt dagegen auf breite Zustimmung. Die Linken haben auf ihrem Parteitag in Potsdam Parteichefin Ines Schwerdtner mit einem sehr guten Ergebnis im Amt bestätigt. Der neue Parteivorsitzende Luigi Pantisano wurde zwar gewählt, aber mit einem schlechten Ergebnis offenbar für eine Bemerkung über die CDU abgestraft. Schwerdtner erhielt 85,7 Prozent. Es war ihre erste Wiederwahl: Zum ersten Mal hatte sie auf dem Parteitag im Oktober 2024 in Halle (Saale) kandidiert, dort erhielt sie 79,8 Prozent der Delegiertenstimmen. Ihr Co-Vorsitzender Jan van Aken trat in Potsdam aus gesundheitlichen Gründen nicht wieder an. Pantisano erhielt lediglich 53,3 Prozent. Kurz zuvor hatte die "Bild"-Zeitung Zitate von ihm verbreitet, wonach er die CDU in die Nähe des Faschismus gerückt hatte. "Letztlich gibt es auch gerade gar keinen Unterschied zwischen der CDU, die faschistische Politik macht, der AfD oder den Faschisten selbst", sagte Pantisano dem Blatt. "Sie machen schon teilweise faschistische Politik"Auf dem Parteitag bestritt er dieses Zitat nicht, klang aber deutlich defensiver: "Sie machen schon teilweise faschistische Politik", sagte er kurz vor seiner Wahl auf die Frage einer Delegierten. Seine Aussage sei "zugespitzt" gewesen und von der "Bild"-Zeitung "aus dem Kontext genommen" worden. Er werde sich aber auch künftig deutlich äußern und damit polarisieren, kündigte Pantisano an. Das Zitat war auch unter Linken mit Empörung aufgenommen worden. Eine Delegierte hielt im vor, er habe zuerst gesagt, die Linke solle in Sachsen-Anhalt mit der CDU zusammenarbeiten, um eine Regierungsübernahme der AfD zu verhindern. Jetzt werfe er der CDU vor, eine faschistische Politik zu machen. "Was stimmt denn nun?"In seiner Antwort wurde kein klarer Kurs erkennbar. "Die Genossinnen und Genossen entscheiden vor Ort, in den Ländern", betonte er. Gleichzeitig sei Regierung kein Selbstzweck - mit diesem Satz wollte er offenbar dem Flügel in der Partei entgegenkommen, der Regierungsbeteiligungen generell skeptisch sieht. "Wir stehen nicht bereit für eine neoliberale Politik von CDU, SPD oder Grünen, weil deren Politik der Brandbeschleuniger ist für die AfD. "Die Frage, wie die Linken im September nach den Landtagswahlen in Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern mit dem Wahlergebnis umgehen, ist für die Partei schwierig. Die CDU ist für viele in der Partei ein Feindbild - das wollte Pantisano offenbar bedienen, vergriff sich dabei allerdings im Ton. Schwerdtner war das am Vortag besser gelungen. In ihrer Eröffnungsrede hatte sie die CDU und Bundeskanzler Friedrich Merz scharf angegriffen und zugleich "harte Entscheidungen" für den September angekündigt. Quelle: ntv. de, hvo