Grenzüberschreitung – wenn Politik sich in den Sport einmischt
Im Zuge der "Causa Balogun" kritisieren wir aufs Schärfste mit einer umfassenden Kritik den Weltverband FIFA. Es ist zu Befürchten, dass Auswirkungen des Skandals auch für die Bundesliga und den Amateurfußball hat. Unfassbar, ohne Worte. Jeder, der den Fußball, die…

Im Zuge der „Causa Balogun“ kritisieren wir aufs Schärfste mit einer umfassenden Kritik den Weltverband FIFA. Es ist zu Befürchten, dass Auswirkungen des Skandals auch für die Bundesliga und den Amateurfußball hat. Unfassbar, ohne Worte. Jeder, der den Fußball, die Integrität, die Glaubwürdigkeit des Fußballs liebt, ist erschüttert. Wir sind in den letzten Jahren von der FIFA schon viel gewohnt. Was heute gesagt wird, muss morgen schon keinen Bestand mehr haben, aber das ist ganz klar der Gipfel. Für alle Nationalverbände von oben bis unten in die Kreisklasse, ist ganz klar festgeschrieben, dass eine rote Karte zu einer Spielsperre führt. Eine rote Karte bedeutet ein Spiel Sperre. Die FIFA hat in den letzten Jahren den Nationalverbänden gedroht sollten sie dem nicht Folge leisten wird die Nationalmannschaft von der WM ausgeschlossen. Das ging uns nach dem Fall Helmer auch schon in Deutschland so. Und jetzt kippt man das ganze System innerhalb eines Wettbewerbs. Das ist eine klassische Wettbewerbsverzerrung. Ein absolutes Beben und man merkt die pure Frustration und Fassungslosigkeit überdeutlich im Kommentar an. Wenn das Fundament der sportlichen Fairness – dass eine Rote Karte eben eine Sperre nach sich zieht – plötzlich für bestimmte Akteure oder in einem bestimmten Kontext ausgehebelt wird, verliert der Fußball genau das, was ihn ausmacht: seine Glaubwürdigkeit. Mein Verweis auf den„Fall Thomas Helmer“von 1994 (das berühmte Phantomtor) zeigt die FIFA den FIFA-Mitgliedern (wie dem DFB) wie sich bei der sogenannten Tatsachenentscheidung knallhart die Muskeln spielen lassen und drohte mit drastischen Konsequenzen wie dem WM-Ausschluss, um die eigenen Statuten und die Unantastbarkeit von Tatsachenentscheidungen bzw. Sperren zu schützen. Dass nun – innerhalb eines laufenden Wettbewerbs die Regeln so gebeugt werden, dass das Prinzip „Rote Karte = Sperre“ fällt, rüttelt an den Grundfesten des Fairplay. Wenn für die „Großen“ oder für bestimmte Turniere plötzlich eigene, weichere Regeln geschrieben werden, während jeder Amateurkick in der Kreisklasse die volle Härte der Statuten spürt, ist das der Inbegriff vonZweiklassenjustizundWettbewerbsverzerrung.