Großbauprojekt in Willich: Eisspeicher soll für gutes Klima in der neuen Feuerwache sorgen
Das neue Gerätehaus und die Übungshalle auf dem Gelände der Feuerwehr an der St. Töniser Straße sollen mithilfe eines Eisspeichers im Winter beheizt und im Sommer gekühlt werden. Nun beginnen die Bauarbeiten.

NRWGroßbauprojekt in WillichEisspeicher soll für gutes Klima in der neuen Feuerwache sorgenWillich·Das neue Gerätehaus und die Übungshalle auf dem Gelände der Feuerwehr an der St. Töniser Straße sollen mithilfe eines Eisspeichers im Winter beheizt und im Sommer gekühlt werden. Nun beginnen die Bauarbeiten. 23. 05. 2026 , 06:00 UhrBürgermeister Christian Pakusch (4. v. l. ), Vertreter von Stadt , Feuerwehr und Sparkasse beim Spatenstich. Foto: Norbert Prümen(naf) In ein paar Monaten soll nur noch ein Gullydeckel-großer Zugang auf dem neu angelegten Parkplatz an der Willicher Feuerwache darauf hindeuten, dass sich unter der Fläche ein Hohlraum befindet. Bisher existieren weder ein befestigter Parkplatz noch der Hohlraum – doch zumindest Letzteres soll sich jetzt schnell ändern. Am Donnerstagvormittag hatten Vertreter von Stadt und Feuerwehr zum symbolischen Spatenstich für den geplanten Eisspeicher auf die Großbaustelle an der St. Töniser Straße eingeladen. 16 Meter breit und drei Meter hoch wird der unterirdische, zu etwa 80 Prozent mit Wasser gefüllte Stahlbetonbehälter sein, wie Bauleiter Bjoern Rippegarten von der Willicher Stadtverwaltung berichtete. „Der Eisspeicher ist die Energiequelle für unsere Wärmepumpen“, erläuterte er. In Hamburg gebe es Schulbauten mit Eisspeicher, ebenso zwei Gebäude im Kreis Viersen, erzählte Rippegarten. Eins davon ist das noch recht neue Kreisarchiv in Viersen, „da haben wir uns ein bisschen was abgeschaut“, sagte er. Das System biete auch den Vorteil, dass sich die Gebäude auf dem Feuerwehrgelände im Sommer passiv noch besser kühlen ließen, außerdem seien im Eisspeicher anfallende Reparaturen relativ einfach zu erledigen. Das System nutzt, vereinfacht ausgedrückt, die Energie, die beim Einfrieren und Auftauen von Wasser entsteht. Eisspeicher und Wärmepumpen sind in einen Kreislauf eingebunden. Die Wärmepumpen entziehen dem kalten Wasser Energie, die als Wärmequelle genutzt wird. Damit wird die Fußbodenheizung der Gebäude gespeist. Im Eisspeicher kann das Wasser mittels einer Flüssigkeit in einem Rohrleitungsbündel gekühlt werden. Über den Winter hinweg soll das Wasser im Eisspeicher immer mehr zu einem Eisblock werden – die abgeleitete Kälte soll dann im Sommer dafür genutzt werden, um die Gebäude zu kühlen. Ziel sei, dass die Tiefbauarbeiten für den Eisspeicher Ende September abgeschlossen sind, informierte der Bauleiter. Die Sparkasse fördere den Eisspeicher-Bau über eine Stiftung mit 100. 000 Euro. Insgesamt fallen für das auf dem Gelände zu installierende Heizungssystem Baukosten in Höhe von rund 1,45 Millionen Euro an. Ende des Jahres solle alles fertig sein, also auch das Feuerwehrgerätehaus für den Löschzug Willich und die Übungshalle. Das neue Heizsystem werde später auch für die Bestandsgebäude auf dem Gelände genutzt, kündigte Rippegarten an.