Hausärzteverband sieht Praxen als „blinden Fleck“ der Politik
„Irgendwann ist das Maß voll“GKV-Reform: Bei den Hausärzten brodelt esAktualisiert am 16. 07. 2026 – 18:42 UhrLesedauer: 2 Min. Wartezimmer in einer Arztpraxis: Die Hausärzte sind aufgrund des GKV-Spargesetzes. . .

„Irgendwann ist das Maß voll“GKV-Reform: Bei den Hausärzten brodelt esAktualisiert am 16. 07. 2026 – 18:42 UhrLesedauer: 2 Min. Wartezimmer in einer Arztpraxis: Die Hausärzte sind aufgrund des GKV-Spargesetzes frustriert. (Quelle: IMAGO/Frank Hoermann/SVEN SIMON/imago)Weniger Geld, dafür immer mehr Aufgaben: Die Hausärzte reagieren frustriert auf die Gesundheitspolitik der Bundesregierung und kündigen Konsequenzen an. Das GKV-Reformgesetz, mit dem Bundesgesundheitsministerin Nina Warkendie Beiträge der gesetzlichen Krankenkassenstabilisieren will, ist vom Bundestag beschlossen. Doch die Kritik daran ist noch nicht verstummt. Benachteiligt sehen sich vor allem die Hausärzte. Nicola Buhlinger-Göpfarth, Vorsitzende des Hausärzteverbands, kritisierte beim „Spiegel“, dass die Ministerin „überhaupt kein Interesse an der hausärztlichen Versorgung“ zeige. Während dieBundesregierungständig über Entlastungen für Krankenhäuser, die Pharmaindustrie oder die Krankenkassen nachdenke, seien die Praxen „der blinde Fleck der Gesundheitspolitik“. Hausärzte kündigen Kürzungen anDie Hausärzte kritisieren vor allem die Deckelung ihrer Honorare und die Streichung zahlreicher Zuschläge. Die Folgen hieraus werden die Patienten bald zu spüren bekommen, kündigte Markus Blumenthal-Beier, Co-Vorsitzender des Hausärzteverbands, im Deutschlandfunk an: „Wir werden jetzt massive Kürzungsprogramme in den Praxen fahren. “Zu viele Betten, zu teuer:Der große Umbau kommt erst nochGKV-Reform:Fachärzte drohen mit ViertagewocheBuhlinger-Göpfarth monierte, dass die Politik die Kürzungen bei den Ärzten als „unvermeidbar“ dargestellt habe. Anderen Akteuren,wie der Pharmaindustrieund den Kliniken, sei hingegen „der rote Teppich“ ausgerollt worden. Die Verbandsvorsitzende spielte damit auf kurzfristige Änderungen der GKV-Reform in den letzten Tagen vor der Beratung im Bundestag an. So waren unter anderem die Rabatte, die die Pharmaindustrie den Krankenkassen gewähren muss, noch einmal überarbeitet worden. Für die Krankenhäuser versprach die Bundesregierung eine einmalige Zahlung in Höhe von 550 Millionen Euro. Neue AufgabenEntlastungen für die Ärzte gab es indes nicht. „Unsere Praxen kommen immer nur dann vor, wenn es darum geht, zusätzliche Aufgaben zu übernehmen“, sagte Buhlinger-Göpfarth. So sollen die Hausärzte im von der Bundesregierung geplanten Primärarztsystem verpflichtend zur ersten Anlaufstelle für alle Patienten werden. Auch die Abschaffung der telefonischen Krankschreibung stößt bei den Hausärzten aufgrund der zu erwartenden zusätzlichen Belastung auf starke Kritik. „Irgendwann ist auch bei uns das Maß voll“, kritisierte Buhlinger-Göpfarth. Das verabschiedete GKV-Spargesetz bringtauch für Versicherte einige Änderungen mit sich. Neben der Einschränkung der beitragsfreien Familienversicherung müssen Versicherte bald auch höhere Eigenbeiträge für Medikamente oder den Krankenhausbesuch zahlen. Zudem werden die Zuschüsse für Zahnersatz gekürzt. Auch über Erhöhungen des Zusatzbeitrags sollen Versicherte künftig nicht mehr informiert werden müssen.