Hennken entschuldigt sich für Gen-Aussage über Frauen in der Politik
Der Wildeshauser Bürgermeisterkandidat Jens-Peter Hennken hat seine Aussage zurückgenommen, es liege „in den Genen der Frauen", nicht an die politische Front zu streben. Ratsfrauen von CDU, SPD, Grünen und Linken fragen nun öffentlich, ob er der richtige Kandidat für das Amt ist.

StartseitePolitikStand:14. 08. 2026, 15:00 UhrKommentareUns auf Google folgenVor dem Podcast: Moderator Stefan Gerdes (von links) mit den Kandidaten Jens-Peter Hennken, Matthias Ruhle und Jan Kreienborg. © borDer Wildeshauser Bürgermeisterkandidat Jens-Peter Hennken hat seine Aussage zurückgenommen, es liege „in den Genen der Frauen", nicht an die politische Front zu streben. Ratsfrauen von CDU, SPD, Grünen und Linken fragen nun öffentlich, ob er der richtige Kandidat für das Amt ist. Wildeshausen – „Ich glaube, dass es eher in den Genen der Frauen ist, dass sie nicht so an die Front streben. “ Mit diesem Satz hat derWildeshauser Bürgermeisterkandidat Jens-Peter Hennken (CDW)Kritik von Ratsfrauen und -kandidatinnen von derCDU, derSPD, den Grünen und der Linken sowie aus den eigenen Reihen auf sich gezogen und sich mittlerweile entschuldigt. Ratsfrauen und -kandidatinnen von der CDU sowie der SPD, den Grünen und der Linken kritisieren die Hennken-Aussage. © CDU„Diese Aussage war falsch und zu pauschal, die genetische Erklärung nehme ich zurück“, so der CDW-Fraktionsvorsitzende im Gespräch mit der Mediengruppe Kreiszeitung zu der „berechtigten Kritik“. Und weiter: „Gemeint war meine konkrete Erfahrung aus unserer Kandidatensuche, bei der wir sogar mehr Frauen als Männer angesprochen und dennoch deutlich schwieriger Frauen für eine Kandidatur gewinnen konnten. “Aussage stammt aus dem Podcast „Warum Wildeshausen?“Hennken hatte die eingangs erwähnte Aussage als Antwort auf die Frage von Stefan Gerdes in dessen Podcast „WarumWildeshausen?“ getätigt. Der Moderator hatte alle drei Kandidaten eingeladen und in der jüngst veröffentlichten Folge unter anderem gefragt, ob es Frauen unnötig schwer gemacht werde, ein Amt in der Politik zu übernehmen. „Liegt es an den Parteien oder Strukturen?“, so Gerdes. „Wir haben für die Kandidatensuche bei der CDW sehr, sehr viele Frauen angesprochen, die gesagt haben: Rampenlicht ist nicht so mein Ding“, begründete Hennken seinen Standpunkt bereits im Podcast. „Vor fünf Jahren war unsere Stadtratsliste paritätisch besetzt. Eine Frau dafür zu gewinnen, ist aber schwieriger, als einen Mann zu überzeugen“, so seine Erfahrung. Die Wählergemeinschaft habe sogar eine Bürgermeisterkandidatin im Auge gehabt, die dann aber doch nicht wollte. In einer gemeinsamen Mitteilung von CDU, SPD, Grünen und Linken heißt es zu dem eingangs genannten Zitat: „Diese Aussage irritiert uns insbesondere vor dem Hintergrund, dass derjenige, der diese Äußerung gemacht hat, selbst für das Amt des Bürgermeisters kandidiert. Wer ein Bürgermeisteramt anstrebt, möchte Verantwortung für eine gesamte Stadt oder Gemeinde übernehmen. Dazu gehört aus unserer Sicht auch, Menschen unabhängig von ihrem Geschlecht ernst zu nehmen, ihnen gleiche Chancen zuzugestehen und unterschiedliche Lebensrealitäten zu respektieren. “Und weiter: „Deshalb stellt sich für uns durchaus die Frage: Ist jemand, der Frauen pauschal aufgrund ihrer Gene eine geringere Bereitschaft zur politischen Verantwortung zuschreibt, wirklich der richtige Kandidat für ein Bürgermeisteramt?“Statt den geringeren Frauenanteil in politischen Ämtern mit vermeintlich biologischen Eigenschaften zu erklären, „sollten wir uns fragen, welche gesellschaftlichen und strukturellen Bedingungen dazu führen, dass Frauen in der Politik noch immer unterrepräsentiert sind“, finden die Unterzeichnerinnen der Stellungnahme. Das sind: Kreszentia Flauger (Linke), Evelyn Goosmann, Antonia Klein, Hedwig Jüchter, Jana Gehring (alle SPD), Majken Hjortskov, Christine Reimers, Christina Poppe, Simone Israel, Britta Konitzer (alle Grüne), Emma Schütte, Corinna Jodeit, Michaela Priser, Nane Rüdebusch, Hildegunde Becker und Christin Rollié (alle CDU). Aus den eigenen Reihen gibt es ebenfalls Kritik. „Die Aussage mit den Genen halte auch ich für falsch und zu pauschal und falsch gewählt“, so die CDW-Ratsfrau Gudrun Brockmeyer. Aber sie sagt auch: „Ich arbeite seit zehn Jahren mit Jens-Peter Hennken politisch zusammen. Dabei habe ich nie erlebt, dass er Frauen weniger zutraut oder ihre Meinung weniger ernst nimmt – eher im Gegenteil. Deshalb finde ich es nicht richtig, aus diesem einen Satz ein grundsätzliches Frauenbild abzuleiten. “