Keine Klimaanlagen: Politik versäumt Hitzeschutz für Alte und Kranke
Keine Klimaanlagen trotz hoher Temperaturen:Politik versäumt Hitzeschutz für Alte und KrankeFoto: Christoph Reichwein/dpa14. 08. 2026 - 15:43 UhrTTS-Player überspringenArtikel weiterlesenBerlin –Die Temperatur. . .
Keine Klimaanlagen trotz hoher Temperaturen:Politik versäumt Hitzeschutz für Alte und KrankeFoto: Christoph Reichwein/dpa14. 08. 2026 - 15:43 UhrTTS-Player überspringenArtikel weiterlesenBerlin –Die Temperatur steigt wieder bis zum Anschlag. 36 Grad erwartet der Deutsche Wetterdienst am Samstag in Berlin, Frankfurt und Stuttgart. Was die meisten nur zum Schwitzen bringt, kann für Alte und Kranke lebensbedrohlich werden. In Krankenhäusern und Pflegeheimen sind sie der Hitze oft schutzlos ausgeliefert. DasRobert-Koch-Institutschätzt die Zahl der Hitzetoten in diesem Sommer auf 12. 500. Die meisten – nämlich 11. 280 – waren über 65 Jahre alt (Zählung vom 6. April bis 2. August). Gerald Gaß (63), Vorsitzender der Deutschen Krankenhausgesellschaft, ist alarmiert: „Die aktuellen Rekordzahlen zu den Hitzetoten müssen genauso wie die jüngsten Daten zur hitzebedingten Übersterblichkeit die Politik endlich wachrütteln. “Fakt ist: Die wenigstenKrankenhäuserverfügen über Kühlung in Patientenzimmern. Eine Umfrage des Deutschen Krankenhausinstituts ergab vor zwei Jahren: Nur 38 Prozent der Krankenzimmer deutscher Kliniken waren mit Klimaanlagen ausgestattet. Gerald Gaß (63), Vorsitzender der Krankenhausgesellschaft, warnt vor den Folgen der Hitze für Patienten in KlinikenFoto: Britta Pedersen/dpaZuständig für die Vorschriften für die Ausstattung von Krankenhäusern undPflegeheimensind weitgehend die Bundesländer. Sie legen Details fest, wie Fußbodenbeläge und Türmaße. Aber Klimaanlagen? Fehlanzeige! BILD fragte die Länderregierungen, was sie angesichts der Hitzewelle ändern wollen. Länder schreiben keine Klimaanlagen vorErgebnis: Es passiert wenig bis nichts. „Das Land Rheinland-Pfalz schreibt den Krankenhausträgern nicht per Gesetz oder Verordnung vor, welche konkreten Räume klimatisiert sein müssen und welche nicht“, antwortet das Gesundheitsministerium in Mainz. AusSachsenheißt es: „Die Verantwortung für die Vorbereitung auf extreme Hitzewellen sowie bei Notfällen liegt bei den jeweiligen Krankenhausträgern. “Ebenso reagiert das Gesundheitsministerium inBaden-Württemberg. Für Krankenhäuser und Pflegeeinrichtungen sei ein „Raumklima vorgeschrieben, das den Bedürfnissen von Patienten und Bewohnern entspricht“. Aber: „Welche konkreten Maßnahmen dafür eingesetzt werden, liegt grundsätzlich in der Verantwortung der jeweiligen Pflegeeinrichtung. “ Niedersachsen erklärt, Einrichtungen seien nur „dazu angehalten“, Hitzeschutzpläne zu erarbeiten. In Nordrhein-Westfalen sei „eine den klimatischen Verhältnissen angepasste Innentemperatur“ vorgeschrieben, erklärt das Gesundheitsministerium. „Pauschale Vorgaben sind schwer umzusetzen“Mecklenburg-Vorpommern versichert: „Als Landesregierung setzen wir uns dafür ein, Hitzeschutz auch als Krisenschutz zu betrachten und entsprechend zu berücksichtigen. “ Es gelte aber auch: „Je nach Alter, Lage und Bestandsschutz der Gebäude sind pauschale Vorgaben schwer umzusetzen. “Mehr Geld könnte helfen. So prüft das Gesundheitsministerium Nordrhein-Westfalen derzeit, „ob die Auflage eines Förderprogramms zur Klimatisierung für Krankenhäuser, Pflegeeinrichtungen und Einrichtungen der Eingliederungshilfe möglich ist“. Rheinland-Pfalz legte vor zwei Jahren ein Investitionsprogramm für Sanierungen auf. Jetzt berichtet das Ministerium: „Die Nachfrage (Anträge) nach energetischen Maßnahmen, worunter ausdrücklich auch Hitzeschutzmaßnahmen fallen, fällt bisher sehr gering aus. “Gerald Gaß von der Deutschen Krankenhausgesellschaft sieht die Zeit ablaufen: „Während draußen Rekordtemperaturen gemessen werden, versorgen unsere Kliniken besonders viele vulnerable Patienten. “Haben Sie eine Meinung zu diesem Artikel? Hier können Sie uns schreiben. Haben Sie Fehler entdeckt? Dann weisen Sie uns gern darauf hin.