Kimi K3: Offene KI-Modelle spalten US-Politik und Technologiebranche - Hardwareluxx
Mehr als 50 Unternehmen aus der US-Technologiebranche haben sich mit einemoffenen Briefan die Regierung in Washington gewandt und vor weitreichenden Einschränkungen für offene KI-Modelle gewarnt. Auslöser der. . .

Mehr als 50 Unternehmen aus der US-Technologiebranche haben sich mit einemoffenen Briefan die Regierung in Washington gewandt und vor weitreichenden Einschränkungen für offene KI-Modelle gewarnt. Auslöser der Initiative ist die Veröffentlichung des chinesischen Sprachmodells Kimi K3, das in mehreren unabhängigen Leistungstests zu den stärksten verfügbaren KI-Modellen zählt und die Debatte über den technologischen Wettbewerb zwischen den USA und China neu entfacht hat. Die Initiative wurde zunächst von 25 Unternehmen gestartet und wuchs innerhalb weniger Tage auf rund 50 Unterzeichner an. Zu den Unterstützern gehören unter anderem Microsoft, NVIDIA, Meta, IBM, Dell Technologies, Hugging Face, Mistral, Mozilla, die Linux Foundation sowie auch die Investoren Andreessen Horowitz und Y Combinator. Später stießen auch AMD, Cisco, Cloudflare und GitHub dazu. Auffällig ist hingegen, dass Amazon und Anthropic den Brief bislang nicht unterzeichnet haben. In dem Schreiben sprechen sich die Unternehmen gegen pauschale Beschränkungen offener KI-Modelle aus. Statt die Entwicklung solcher Systeme einzuschränken, plädieren sie stattdessen für ein breites Ökosystem, das Unternehmen, Forschungseinrichtungen, Behörden und Bildungseinrichtungen gleichermaßen nutzen können. Gleichzeitig warnen die Unterzeichner davor, Verfahren wie die sogenannte Destillation grundsätzlich als Diebstahl geistigen Eigentums einzustufen. Mögliche Rechtsverstöße sollten im Einzelfall verfolgt werden, ohne die zugrunde liegende Technologie generell zu beschränken. Den Anstoß für die Diskussion gab das Modell Kimi K3 des chinesischen Unternehmens Moonshot AI. Das seit Mitte Juli verfügbare offene Sprachmodell umfasst nach Angaben des Entwicklers 2,8 Billionen Parameter und zählt damit zu den größten frei verfügbaren KI-Modellen. Die vollständigen Modellgewichte sollen ebenfalls veröffentlicht werden, sodass das Modell auch lokal betrieben und weiterentwickelt werden kann. Unterstützung erhielt die Initiative von führenden Vertretern der Branche. NVIDIA-Chef Jensen Huang etwa veröffentlichte den offenen Brief auf seinem neu eingerichtetenX-Account. Kurz darauf sprach sich auch Microsoft-Chef Satya Nadella für offene KI-Modelle aus und bezeichnete sie als wichtigen Bestandteil eines wettbewerbsfähigen KI-Ökosystems. Aus der US-Regierung kommen dagegen deutlich kritischere Töne. Finanzminister Scott Bessent stellte sogar Sanktionen gegen chinesische KI-Unternehmen in Aussicht, falls sich Vorwürfe eines Technologiediebstahls bestätigen sollten. Michael Kratsios, Berater des Weißen Hauses, warf Moonshot AI indes vor, beim Training von Kimi K3 konkret auf das Modell Fable des US-Unternehmens Anthropic zurückgegriffen zu haben. Konkrete Belege für diese Behauptung lieferte er hingegen nicht.