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Politik beginnt mit Zuhören: CDU-Vorsitzender Benjamin Moddelmog über Demokratie im Alltag

StartseiteLokalesLandkreis RotenburgSottrumStand:08. 08. 2026, 11:30 UhrKommentareUns auf Google folgenGemeinschaft, Widerspruch und Zuhören: Benjamin Moddelmog beschreibt, woran sich für ihn gute. . .

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Politik beginnt mit Zuhören: CDU-Vorsitzender Benjamin Moddelmog über Demokratie im Alltag

StartseiteLokalesLandkreis RotenburgSottrumStand:08. 08. 2026, 11:30 UhrKommentareUns auf Google folgenGemeinschaft, Widerspruch und Zuhören: Benjamin Moddelmog beschreibt, woran sich für ihn gute Kommunalpolitik entscheidet. © Anne ModdelmogWer im Rat streitet, begegnet sich im Ort trotzdem wieder. Sottrums CDU-Vorsitzender Benjamin Moddelmog spricht über Widerspruch, Verantwortung und die Frage, wie Kommunalpolitik Vertrauen schaffen kann. Sottrum – Kommunalpolitik folgt eigenen Regeln. Wer heute im Rat über einen Antrag streitet, trifft seinen politischen Gegner morgen beiEdeka. Am Wochenende begegnet man sich imHeimatverein, auf dem Sportplatz oder beimErntefest. Man lebt am selben Ort. Entscheidungen enden nicht mit einer Abstimmung. Sie begleiten den Alltag. Benjamin Moddelmogbeschreibt dieses Verständnis von Politik mit einem Satz, der erst am Ende des Gesprächs fällt: „Ich möchte den Menschen samstags beim Einkaufen noch ‚Guten Tag‘ sagen können. “ Es ist ein Satz über Nähe. Und genau diese Nähe ist es, die Moddelmog an Kommunalpolitik fasziniert. Als Vorsitzender desCDU-GemeindeverbandsSottrumspricht er über Gemeinschaft, Verantwortung, Zuhören und Widerspruch. Für ihn entscheidet sich die Qualität von Kommunalpolitik nicht zuerst an Wahlergebnissen oder Mehrheiten. Sie entscheidet sich daran, wie Menschen miteinander umgehen, wenn sie unterschiedlicher Meinung sind. Deshalb misst er dem Streit einen Wert bei. Er erzählt, dass er in Diskussionen manchmal bewusst die Gegenposition einnimmt. Er will Argumente auf ihre Belastbarkeit prüfen. „Eine Idee muss Widerspruch aushalten“, sagt er. „Erst dann kann sie überzeugen. “Eine Idee muss Widerspruch aushalten. Erst dann kann sie überzeugen. Der Wert des Widerspruchs endet für ihn dort, wo der Austausch abbricht. Moddelmog, der erneut für den Sottrumer Gemeinderat sowie den Samtgemeinderat kandidiert, beschäftigt sich mit der Frage, warum viele Bürgerinnen und Bürger den Eindruck haben, Politiker hörten ihnen nicht mehr zu. Ob dieses Gefühl immer berechtigt ist, lässt er offen. Entscheidend ist für ihn, dass es existiert. Wer sich nicht gehört fühlt, verliert Vertrauen. Wer Vertrauen verliert, zieht sich zurück. Als Beispiel nennt er den Beteiligungsprozess „Sottrum 2030“. „Nicht immer: Ich rede über dich, sondern ich rede mit dir“, beschreibt er den Gedanken dahinter. Bürgerinnen und Bürger entwickelten gemeinsam Ideen für die Zukunft ihrer Gemeinde – von Verkehrsführung bis zu Einkaufsmöglichkeiten. Für Moddelmog liegt darin ein Beispiel dafür, wie politische Entscheidungen entstehen können: Menschen nicht erst informieren, wenn ein Konzept fertig ist, sondern sie auf dem Weg dorthin beteiligen. Aus diesem Verständnis heraus erklärt sich auch der Wahlkampf der CDU in der Samtgemeinde. Spaziergänge durch die Orte, ein Pendlerfrühstück am Bahnhof, Gespräche auf Veranstaltungen. Der Gemeindeverband setzt auf Begegnungen. „Politik soll dort stattfinden, wo Menschen ohnehin zusammenkommen. Wir wollen den Menschen begegnen, ihnen in die Augen gucken. “ Erst danach spricht Moddelmog über Inhalte. DerSchulentwicklungsplansoll weiter umgesetzt werden. DerFeuerwehrbedarfsplangehört aus seiner Sicht zu den schwierigsten Aufgaben der kommenden Jahre. Die Verwaltung soll bürgernäher werden. Gleichzeitig engen dieangespannte Haushaltslageund die begrenzten Zuständigkeiten einer Kommune den Handlungsspielraum ein. Moddelmog beschreibt diese Grenzen offen. Einiges werde im Rathaus entschieden, manches in Hannover, anderes in Berlin. Bei allen politischen Themen bleibt für Moddelmog eine Frage entscheidend: Was bedeutet politische Arbeit für die Menschen, die sie übernehmen? Mehrfach lenkt er das Gespräch auf das Ehrenamt. „Wir sind hier alle im Ehrenamt in der Politik. Jeder einzelne“, sagt er. Ratsarbeit, Fraktionssitzungen, Gespräche mit Bürgern und Wahlkampf finden nach Feierabend statt. Diese Zeit fehlt der Familie. Sein Sohn begleite ihn deshalb manchmal zu Terminen. Politik und Privatleben verlaufen in einer Gemeinde selten nebeneinander. Sie überschneiden sich. Politik soll dort stattfinden, wo Menschen ohnehin zusammenkommen. Auch deshalb hält Moddelmog persönliche Angriffe für problematisch. Unterschiedliche Positionen gehören für ihn zur Demokratie. Persönliche Feindschaft nicht. Wer nach einer kontroversen Ratssitzung den Kontakt abbricht, verliere etwas, das auf kommunaler Ebene unverzichtbar ist: die gemeinsame Grundlage für die nächste Entscheidung. Die CDU ist der politische Rahmen, in dem Moddelmog Verantwortung übernimmt. Seine eigene politische Verortung beschreibt er über Werte. „Die CDU hat für mich das Wertesystem, das ich auch im Grundgesetz wiederfinde“, sagt er. „Wenn diese Werte in der Politik angewandt werden, ist es das, was mir am nächsten ist. “Im Mittelpunkt stehen jedoch seine Gedanken über Kommunalpolitik. Sie kreisen immer wieder um dieselbe Überzeugung: Demokratie lebt vom Widerspruch. Sie lebt aber auch vom Zuhören. Und sie lebt davon, dass Menschen sich trotz unterschiedlicher Ansichten nicht verlieren. Am Ende führt dieser Gedanke zurück zu jenem Satz über Begegnungen im Supermarkt. „Ich möchte den Menschen samstags beim Einkaufen noch ‚Guten Tag‘ sagen können. “ Der Wahlkampf dauert einige Wochen. Die Begegnungen im Ort bleiben.

Quelle: kreiszeitung.de

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