Radio Afrika TV – Nelson Mandela Day in Wien: Ein Tag für Erinnerung, Begegnung und gelebte Solidarität
Isabell Lustig, von und für Radio Afrika Wie hält man das Vermächtnis eines Menschen lebendig, der Freiheit, Versöhnung und Menschlichkeit verkörperte wie kaum ein anderer? SADOCC – das Southern African Documentation and Cooperation Centre – gibt darauf seit mittlerweile zehn Jahren eine eindrucksvolle Antwort. Rund um den internationalen Nelson Mandela Day lud die Organisation auch […]

Isabell Lustig, von und für Radio AfrikaMit freundlicher Genehmigung der Organisation SADOCCWie hält man das Vermächtnis eines Menschen lebendig, der Freiheit, Versöhnung und Menschlichkeit verkörperte wie kaum ein anderer? SADOCC – das Southern African Documentation and Cooperation Centre – gibt darauf seit mittlerweile zehn Jahren eine eindrucksvolle Antwort. Rund um den internationalen Nelson Mandela Day lud die Organisation auch heuer wieder zu einer Kulturwanderung durch die Seestadt Aspern ein. Der Tag war weit mehr als eine Gedenkveranstaltung: Er war eine Einladung, sich mit Nelson Mandelas Botschaft auseinanderzusetzen und sie in die Gegenwart zu tragen. Den Auftakt bildete der Nelson-Mandela-Platz, wo Katharina Grascher und Walter Sauer die Besucherinnen und Besucher begrüßten. Von dort führte der Weg zu mehreren Stationen, an denen Kunst, Musik und Literatur die Geschichte des südafrikanischen Freiheitskämpfers auf ganz unterschiedliche Weise erzählten. Statt trockener Geschichtsstunden entstanden bewegende Momente, die zeigten, dass Mandelas Einsatz für Gerechtigkeit und Versöhnung bis heute nichts von seiner Aktualität verloren hat. Besonders eindrucksvoll war der Auftritt des Schauspielers Francis Okpata, der in die Rolle Nelson Mandelas schlüpfte und dessen Gedanken und Erfahrungen während der langen Haftzeit eindringlich vermittelte. Musikalisch setzte der aus Westafrika stammende Musiker Amidou Koita einen weiteren Akzent. Mit seinem Stil, den er selbst als „Afro Modern“ bezeichnet, verband er afrikanische Klänge mit modernen Einflüssen und schuf damit eine Atmosphäre, die Menschen unterschiedlicher Herkunft miteinander ins Gespräch brachte. Der nigerianische Schauspieler Francis Okpata spielt Nelson Mandela. (c) Isabell LustigAmidou Koita aus Burkina Faso(c) Isabell LustigEinen besonders stillen und berührenden Moment schuf die Schauspielerin Safira Robens. Sie las Auszüge aus Mandelas berühmter Rivonia-Rede sowie aus Briefen an seine Tochter. Die persönlichen Worte machten deutlich, dass hinter der weltbekannten Symbolfigur auch ein Mensch stand, der als Vater, Ehemann und Gefangener große persönliche Opfer brachte. Später folgten Gedichte der südafrikanischen Dichterin und Freiheitskämpferin Lindiwe Mabuza, deren Texte von Exil, Hoffnung und Widerstand erzählen und auch heute nichts von ihrer Kraft verloren haben. Die Burgschauspielerin Safira Roben liest Auszüge aus Mandelas Rivonia-Rede. (c) Isabell LustigZum Abschluss verlagerte sich das Programm in die Kulturgarage Seestadt. Dort wurde bei Essen, afrikanischem Wein und Gesprächen deutlich, dass der Nelson Mandela Day nicht nur dem Erinnern dient, sondern vor allem dem Austausch. Besucherinnen und Besucher konnten sich über Afrika informieren, Bücher entdecken oder mit engagierten Menschen ins Gespräch kommen. Auch das Wiener Projekt Green Box stellte seine Arbeit vor: Aus gebrauchtem Speiseöl entsteht Biodiesel, dessen Erlöse Hilfsprojekten für Kinder und Familien in Südafrika zugutekommen. Ein Beispiel dafür, wie Nachhaltigkeit und internationale Solidarität ganz praktisch zusammenfinden können. Die Kulturgarage in Aspern(c) Isabell LustigDas Info-Blatt des Hilfsprojekts Green BoxFür den musikalischen Ausklang sorgten schließlich Fisherman and Friends. Die Wiener Band, die sich selbst augenzwinkernd als „älteste Boyband Wiens“ bezeichnet, begeisterte mit ihrem unverwechselbaren Mix aus Jazz, Swing und Wiener Dialekt. Dass sich die Musiker seit vielen Jahren auch bei Benefizveranstaltungen und sozialen Projekten engagieren, passte bestens zum Geist des Tages: Gemeinschaft entsteht dort, wo Menschen ihre Talente teilen und Verantwortung füreinander übernehmen. Die Band Fisherman & Friends in ihrem Element(c) Isabell LustigNeben der Erinnerung an Nelson Mandela richtete SADOCC den Blick auch in die Zukunft. Ein besonderes Anliegen der Organisation ist die Errichtung eines Nelson-Mandela-Denkmals auf dem Nelson-Mandela-Platz in der Seestadt. Dafür werden Unterstützerinnen und Unterstützer gesucht – nicht nur finanziell, sondern auch durch Kontakte, Ideen und öffentliche Aufmerksamkeit. Das Nelson-Mandela-Denkmal wie es aussehen könnte(c) Isabell LustigDer Nelson Mandela Day in Wien zeigte einmal mehr, dass Erinnerung dann lebendig bleibt, wenn sie Menschen zusammenbringt. Kunst, Musik, Literatur und persönliche Begegnungen machten deutlich, dass Mandelas Werte – Respekt, Dialog und Solidarität – keine historischen Begriffe sind, sondern Orientierung für die Herausforderungen unserer Zeit. Wer an diesem Tag dabei war, nahm deshalb weit mehr mit nach Hause als schöne Eindrücke: nämlich die Erinnerung daran, dass jede und jeder Einzelne einen Beitrag zu einer gerechteren Gesellschaft leisten kann. Weitere Informationen zu Nelson Mandela und seinem Gedenktag findest du u. a. auf:www. nelsonmandela. orgwww. un. orgwww. robben-island. org. zawww. apartheidmuseum. orgWenn du dich für die Arbeit der Organisation SADOCC interessiert, so findest du weitere Informationen unterwww. sadocc. at.