Radio Afrika TV – Normalzustand Migration
Heute biete ich Ihnen, liebe Leserinnen und Leser, ein paar Schmankerl – oder, wenn Sie wollen: ein in erster Linie grafisches Konzentrat – aus dem vor kurzem veröffentlichten dritten, aktualisierten und erweiterten Atlas der Migration der Rosa-Luxemburg-Stiftung. Daten und Fakten über Menschen in Bewegung.

Grafik aus Neuer Atlas der Migration, p. 11, Bartz/Stockmar, CC BY 4. 0[1]* * *Günther Lanier, Ouagadougou 15. 7. 2026[2]* * *Heute biete ich Ihnen, liebe Leserinnen und Leser, ein paar Schmankerl – oder, wenn Sie wollen: ein in erster Linie grafisches Konzentrat – aus dem vor kurzem veröffentlichten dritten, aktualisierten und erweiterten Atlas der Migration der Rosa-Luxemburg-Stiftung. Sogar meine heutige Überschrift stammt von dort – das erste der Vorworte ist so überschrieben. Hier die genauen Angaben zu meiner Quelle: Johanna Bussemer, Dorit Riethmüller, Christian Jakob (Hg. ),Neuer Atlas der Migration. Daten und Fakten über Menschen in Bewegung, Berlin (Rosa Luxemburg Stiftung) 2026, herunterladbar auf www. rosalux. de/atlasdermigration – ab sofort zitiert als AdM. Die große linke Politikerin und Theoretikerin Rosa Luxemburg wurde knapp 48-jährig am 15. 1. 1919 in Berlin ermordet. Zunächst ein paar Informationen zu der nach ihr benannten Stiftung:“Seit 1990 wirkt die Stiftung im Sinne ihrer Namensgeberin Rosa Luxemburg und vertritt dabei die gesellschaftliche Grundströmung eines demokratischen Sozialismus, der konsequent internationalistisch ausgerichtet ist. Die Stiftung sieht sich einer radikalen Aufklärung und Gesellschaftskritik verpflichtet und steht in der Tradition der Arbeiter- und der Frauenbewegung sowie des Antifaschismus und Antirassismus. “ (AdM, p. 74)“Als der Partei DIE LINKE nahestehende, aber unabhängige politische Stiftung unterstützen wir mit unserer Bildungsarbeit die Kämpfe sozialer Bewegungen, Gewerkschaften und linker Nichtregierungsorganisationen hierzulande und in vielen Regionen der Welt. Dabei lassen wir uns von der Perspektive einer Gesellschaft jenseits des Kapitalismus leiten. “ (ebd. )Die Rosa Luxemburg Stiftung “verfügt über Regional- und Länderbüros an mehr als 20 Standorten weltweit“ und arbeitet in über 80 Ländern. Die afrikanischen Regionalbüros befinden sich in Tunis, Dakar, Daressalam und Johannesburg, zudem gibt es themenspezifische Programmbüros in Johannesburg (zum Dialogprogramm Ernährungssouveränität) und Tunis (zur Wissenschaftskooperation). “(G)emeinsam mit den nahestehenden linken Kräften vor Ort“ ist das Ziel, “linke Diskurse zu stärken, Alternativen zu entwickeln und diese in die Realität umzusetzen. “[3]Nun aber zum Atlas der Migration. LehrerInnenhaft bieten die Seiten 8 und 9 zusammenfassend “12 kurze Lektionen“:[4]Die dem Artikel vorangestellte Kartengrafik zeigt Migrationsströme vor 1914 – hier nun eine Grafik zum Umfang internationaler Migration im letzten halben Jahrhundert:AdM, p. 10, Bartz/Stockmar, CC BY 4. 0. Von den 304 Millionen (2024) waren 48,0% Frauen (ebd. , p. 16). Die folgende Kartengrafik gibt Auskunft über die zehn quantitativ wichtigsten Herkunfts- (oben) bzw. Zielländern (unten) von MigrantInnen. AdM, p. 13, Bartz/Stockmar, CC BY 4. 0. Dass der Sudan 2024 für über 2 Millionen grenzüberschreitende MigrantInnen Zielland war, muss ein Irrtum sein. Wie stark oder schwach Pässe verschiedener Länder sind, was die Zeit-, Geld- und Energieverschwendung für den Erhalt eines Visums betrifft, wenn eineR woandershin reisen will, dazu habe ich vor sechs Wochen einen Artikel geschrieben[5]. Hier eine Kartengrafik, die der Frage allein auf den Schengenraum bezogen auf den Grund geht. AdM, p. 15,Bartz/Stockmar, CC BY 4. 0. Nach dem Vorbild der Militärkartografie wird Zuwanderung nach wie vor gerne als Angriff dargestellt (bitte den Text rechts in der Grafik lesen). AdM, p. 35, Bartz/Stockmar, CC BY 4. 0. Nicht nur Europa bemüht sich, zur Festung zu werden, wie ein Blick über den Atlantik zeigt. Hier die Zahl der Abschiebegefängnisse in den US-Bundesstaaten sowie die Zahl der Plätze dort für die 10 größten. AdM, p. 45, Bartz/Stockmar, CC BY 4. 0. Nachfolgend eine Kartengrafik, die zeigt, wie arge Hindernisse Grenzen darstellen – es gilt, genau hinzuschauen, um die gelben (auf natürliche Art behindernden) von den orangen, roten und dunkelweinroten zu unterscheiden – letztere sind die ärgsten, mit mehr oder weniger durchgehenden Gräben, Wällen, Zäunen. Was die “unwegsamen Grenzen” betrifft, so sind sie offensichtlich nur subsidiär eingezeichnet, also wenn es keine sonstigen, “künstlichen“ Behinderungen gibt. Sonst müsste es in Sahara und Namib und auch auf anderen Kontinenten (z. B. Gobi) sehr viel mehr gelbe Linien geben. AdM, p. 55, Bartz/Stockmar, CC BY 4. 0. Und zum Abschluss eine Grafik zur Bedeutung der Rücküberweisungen der MigrantInnen in ihre Herkunftsländer – 2024 beliefen sich diese, so die Zahlen stimmen, auf mehr als Direktinvestitionen und öffentliche Entwicklungshilfe gemeinsam. AdM, p. 32, Bartz/Stockmar, CC BY 4. 0. * * *Danke, Rosa Luxemburg Stiftung!* * *Endnoten:[1]Genaue Quellenangabe s. sogleich. Den Zusatz “Bartz/Stockmar, CC BY 4. 0“ verlangt die Rosa Luxemburg Stiftung bei der Verwendung einer Grafik aus dem Atlas der Migration. [2]Petra Radeschnig gilt – wie stets – mein herzlicher Dank fürs Lektorieren![3]Zitat und Infos aus dem Kapitel “Zentrum für internationalen Dialog“ auf rosalux. de. [4]Der Pfeil nach Lektion 6 deutet bei mir nach unten statt nach rechts. Bartz/Stockmar (M), CC BY 4. 0. [5]Siehe Günther Lanier, Schwache Pässe, Ouagadougou (Africa Libre) 3. 6. 2026, https://africalibre. net/artikel/682-schwache-paesse bzw. Wien (Radio Afrika) 3. 6. 2026, https://radioafrika. net/schwache-passe/.