Sein Herz schlägt für die Afrika-Hilfe: Olchinger hilft dort seit Jahrzehnten - „Was ich tue, füllt mich aus“
Rainer Widmanns Herz schlägt für Afrika – und das seit vielen Jahrzehnten. Schon seit der Jugend ist der Olchinger auf der Suche nach Abenteuern. Fündig wurde er bei der Entwicklungshilfe. Seit vier Jahren bezieht der 71-Jährige zwar Rente, doch an seinem Alltag hat das wenig geändert.

StartseiteLokalesFürstenfeldbruckOlchingStand:29. 07. 2026, 17:00 UhrKommentareUns auf Google folgenDie Entwicklungshilfe, besonders im Kongo, liegt Rainer Widmann seit Jahrzehnten besonders am Herzen. © privatRainer Widmanns Herz schlägt für Afrika – und das seit vielen Jahrzehnten. Schon seit der Jugend ist der Olchinger auf der Suche nach Abenteuern. Fündig wurde er bei der Entwicklungshilfe. Seit vier Jahren bezieht der 71-Jährige zwar Rente, doch an seinem Alltag hat das wenig geändert. Olching – Nach wie vor istRainer Widmannals freiberuflicher Vermessungsingenieur tätig und lässt nichts aus, um Drittweltstaaten im Rahmen der Stiftung „Olching für die eine, unsere Welt“ auf die Beine zu helfen. „Ich mag das Wort Rente nicht. Das ist ein bescheuerter Begriff. Seit ich 67 bin, bekomme ich es zwar, aber ich fühle mich nicht als Rentner“, sagt der Olchinger und schmunzelt. Sein Olchinger Vermessungsbüro betreibt Widmann nach wie vor. Außerdem setzt er sich schwerpunktmäßig für die Bildungsarbeit an Universitäten sowie an den Fernschulen des Eckert-Bildungszentrums ein. „Von München und Augsburg bis China oder Kenia – es geht darum, online die Welt zu vermessen“, erklärt er seine Arbeit. „Vom Grundstück zu Planeten ist alles möglich. “Ich mag das Wort Rente nicht. Das ist ein bescheuerter Begriff. Als Vermesser hat Widmann bereits in die Weltpolitik eingegriffen. Beispielsweise, als er in den 1990er-Jahren den genauen Grenzverlauf zwischen Peru und Ecuador errechnete und damit den Friedensvertrag nach einem zähen Grenzkrieg möglich machte. „Er hat für seine Leistungen bereits den Bundesverdienstorden bekommen“, erklärt sein Freund Karlheinz Brunner und lässt damit keinen Zweifel offen: Widmann ist kein Mann von der Stange. Das größte Engagement des Olchingers gilt der Entwicklungshilfe, insbesondere im Kongo. Wie bereits vor rund 25 Jahren bewahrte Widmann dieses Jahr wieder eine riesige Fläche an Regenwald vor der Abholzung: „Im Kongo haben wir etwa 2000 Quadratkilometer Regenwald gerettet. Das ist eine Fläche, die so groß ist wie drei Landkreise. “Olchinger hatte schon immer Drang nach AbenteuernWie Widmann das hinbringt, ist legendär. Mit vielen Köpfen der Regierungsspitze sei er per Du, verrät der 71-Jährige so ganz nebenbei. „Er hat beste Beziehungen zu den Bundespolitikern. Das ist ein starkes Pfund, von dem wir sehr profitieren. Die haben dann schneller aufgehört, das abzuholzen, als wir geschaut haben“, freut sich Brunner – selbst in der Olchinger Stiftung engagiert – über das enorme Netzwerk seines geschätzten Freundes. „Ich hatte einfach schon immer den Drang nach Abenteuer und Freiheit. Irgendwo irgendetwas zu machen, was andere nicht machen. Als Tourist bekommt man vieles nicht mit“, weiß Widmann, der früher gern einmal mit dem Rad durch das Tal der Könige kurvte. Wenn der Autor mehrerer Fachbücher zum Thema Vermessung und Entwicklungspartnerschaften nicht selbst vor Ort in den afrikanischen Hotspots mit anpackt, etwa beim aktuellen kenianischen Schulprojekt in Eldoret, dann unterstützt er gerne seine eigene Olchinger Familie. Regelmäßig kocht der kulinarisch versierte Olchinger für die Seinen. „Bayerisch bis afrikanisch, jeden Mittag für den Familienbetrieb meines Bruders. “Was ich tue, füllt mich aus. Zwei Drittel seiner Arbeit fallen dem Ehrenamt zu, schätzt der Un-Ruheständler, der sich auch regelmäßig in das Olchinger Ferienprogramm einbringt. Geheimtipp sind Gastvisiten im ISS-Kontrollzentrum, die das DLR Oberpfaffenhofen möglich macht, verrät der Ingenieur. Das Thema Couch ist für den Aktiv-Olchinger ein Fremdwort: „Mein Lebenswandel ist unverändert. Warum aufhören? Ich kenne Leute, die sind in Rente gegangen – und ein Jahr später waren sie dann total vertrottelt“, scherzt der 71-Jährige und fügt an: „Was ich tue, füllt mich aus. Ich lebe in den Tag hinein – habe mein Leben lang gemacht, was mir Spaß macht. “Die dennoch verdienten Rentenbezüge investiert Widmann ganz einfach in sein Ehrenamt: „Wenn ich überlege, was das ganze Hobby mit Afrika kostet, dann ist die Rente weg. “