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Serie Vereinsportrait „Sulzbach hilft Benin“: Mit 82 Jahren kämpft Volker Rauch noch immer für die Bildung von Kindern in Afrika

Volker Rauch hat mit dem Verein „Sulzbach hilft Benin“ dafür gesorgt, dass etliche Schulen gebaut werden, und reist auf eigene Kosten regelmäßig nach Afrika. Doch wie lange er das Engagement noch fortführen kann, ist unklar.

Von BeckerBredel · · 4 min Lesezeit

Serie Vereinsportrait „Sulzbach hilft Benin“: Mit 82 Jahren kämpft Volker Rauch noch immer für die Bildung von Kindern in Afrika

SaarlandSaarbrückenSulzbachSerie Vereinsportrait „Sulzbach hilft Benin“Mit 82 Jahren kämpft Volker Rauch noch immer für die Bildung von Kindern in AfrikaSerie|Sulzbach·Volker Rauch hat mit dem Verein „Sulzbach hilft Benin“ dafür gesorgt, dass etliche Schulen gebaut werden, und reist auf eigene Kosten regelmäßig nach Afrika. Doch wie lange er das Engagement noch fortführen kann, ist unklar. 14. 07. 2026 , 17:00 UhrVolker Rauch, Vorsitzender des Vereins „Sulzbach hilft Benin“ engagiert sich seit zwei Jahrzehnten für Kinder in Afrika. Foto: BeckerBredel„Ich wünsche mir, dass der Verein weiterläuft und wir die Kinder im Benin unterstützen können. Wir bauen Kindergärten und Schulen und vergeben Patenschaften. “ Mit diesen Sätzen fasst Volker Rauch (82), der Vorsitzende des Ortsvereins „Sulzbachhilft Benin“, sein Anliegen zusammen. Bei einem Gespräch in seinem Garten blickt er auf mehr als zwei Jahrzehnte Engagement zurück: „Alle Gelder kommen eins zu eins bei unserer Sozialarbeiterin vor Ort an und gehen dann weiter an die Kinder“, betont Rauch und verweist auf die enge Zusammenarbeit mit einer Gemeindesozialarbeiterin vor Ort und einer Nichtregierungsorganisation (NGO), um politische Hürden zu umgehen. Der Ursprung des Projekts reicht in den Sommer 2004 zurück, als der Botschafter der Republik Benin, Issa Kpara, gemeinsam mit Honorarkonsul Klaus Hartmann in Sulzbach um Unterstützung beim Aufbau föderaler Strukturen bat. Ein Arbeitskreis sammelte Hilfsgüter, organisierte einen Containertransport nach Bassila – inklusive eines Feuerwehrautos – und schickte eine Delegation, die vor Ort den Bedarf überprüfte. 11 BilderSulzbach feiert sich – und seine Geschichte11 BilderFoto: Stadt Sulzbach„Dort hatten wir einen klaren Eindruck über die Situation, und so hat sich der Verein gegründet“, sagte Rauch. Seitdem konzentriert sich der gemeinnützige Verein auf den Bau von Schulen und Kindergärten. „Wir haben aktuell circa 170 Patenkinder und insgesamt schon 380 Kinder und Jugendliche bis zum Berufsende begleitet“, berichtet er. Nach dem Schulabschluss finanziert der Verein die Berufsausbildung, die in Benin teuer ist und oft ein Jahr unbezahlter Arbeit erfordert. „Wenn jemand sehr fix ist, dann gestatten wir mit einer Beihilfe das Studium an einer Universität. Bisher ist das dreimal passiert“, so Rauch. Der Verein zählt derzeit 58 Mitglieder, der Monatsbeitrag liegt bei einem Euro, aktive Stützen sind fünf bis sechs Ehrenamtliche. „Sie helfen bei Veranstaltungen, nehmen Kontakt zu Interessierten auf und organisieren die Betreuung der Kinder“, sagt Rauch, der seit 2004 dabei ist und anfangs als Berater wegen seiner langjährigen Afrika-Erfahrung hinzugezogen wurde. Reisen nach Benin sind Teil der Vereinsarbeit. „Zuletzt waren wir vor einem Jahr dort, mit drei aktiven Mitgliedern und den Clowns ohne Grenzen“, erzählt er. Damals wurde der Grundstein für eine neue Schule gelegt, die bis zum 31. Juli fertig sein soll. „Es soll den Kindern ermöglicht werden, auch während der Regenzeit zu lernen“, betont Rauch und schildert die Lage vieler Klassen, für die der Unterricht noch in Lehmhütten oder unter Wellblechdächern ohne Schutz von Wänden und ohne Schulmaterial stattfindet. „Die Schulen sind sehr wichtig. Sie werden auch abends für Fortbildungen von Analphabeten genutzt“, sagte er. Seit 2005 war Rauch fast jedes Jahr in Benin. Finanzielle Unterstützung kommt von Ministerien, Geschäften und Firmen. Konzerte und Veranstaltungen helfen zusätzlich, Spenden zu generieren. Die Planung sei nicht immer einfach. „Im Moment ist es schwierig, aktiv etwas im Verein zu planen, denn in dem Alter sind wir vom Tod von Ehepartnern geprägt und als alter Mann hat man nicht mehr so viele Verbindungen“, sagt Rauch. Nachwuchskräfte wären willkommen, aber der persönliche Aufwand schrecke manche ab. „Ich kann es mir nicht vorstellen, dass die Jugend ein großes Interesse dafür hat, jährlich mehrere Tausend Euro privat zu spenden, um eine Reise nach Benin zu finanzieren, denn diese Reisen werden immer von unserem Privatgeld bezahlt“, so Rauch. Konkrete Termine für dieses Jahr gibt es noch nicht, die Betreuung der Kinder läuft weiter. „Für Bauprojekte müssen erst neue Spenden gefunden werden“, sagt Rauch. Seine Vision bleibt klar: „Wenn wir die Bildung nach Benin bringen, ist es das, was in Afrika benötigt wird. “ Ausbeutung habe neue Formen angenommen, die Antwort bleibe Bildung. „Ich hätte gern einen Nachfolger, denn ich bin auch nicht ewig“, sagt Rauch. Er hofft auf Menschen aus der Umgebung, wo fast alle aktiven Mitglieder herkommen. Bis es so weit ist, gilt für ihn: „Solange ich das körperlich leisten kann, helfe ich sehr gerne. “(sil/skm)

Quelle: saarbruecker-zeitung.de

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