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Von Matrix bis Quantencomputer: Wie ernst die Wissenschaft die Simulationshypothese nimmt | t3n

MIT Technology ReviewVerpasse keine News mehr!Leben wir in einer gigantischen Computersimulation? Die Frage beschäftigt nicht nur Science-Fiction-Autoren, sondern auch Forschende. Es gibt sogar Vorschläge für. . .

Von Wolfgang Stieler · · 3 min Lesezeit

Von Matrix bis Quantencomputer: Wie ernst die Wissenschaft die Simulationshypothese nimmt | t3n

MIT Technology ReviewVerpasse keine News mehr!Leben wir in einer gigantischen Computersimulation? Die Frage beschäftigt nicht nur Science-Fiction-Autoren, sondern auch Forschende. Es gibt sogar Vorschläge für Experimente, die Hypothese zu überprüfen. (Illustration: Magnific)Die Geschichte beginnt mit einem Missverständnis. Angeblich ist der Philosoph Nick Bostrom für die ganze Sache verantwortlich: Er soll 2003 einen Artikel veröffentlicht haben, in dem er nachweist, dass wir alle in einem Computerspiel leben. Gewissermaßen die akademische Begleitmusik zum Film Matrix, der 1999 in die Kinos kam. Are You Living in a Computer Simulation?Zwar hat Bostrom das genau genommen gar nicht getan – die Geschichte ist ein bisschen komplizierter –, doch Bostroms Vorstoß hat eine wissenschaftliche Debatte losgetreten, die fundamentale philosophische Fragen genauso berührt wie Erkenntnisse aus der Informatik, der Mathematik, der Kognitionsforschung, der Kosmologie und der theoretischen Physik. So gesehen ist es wenig überraschend, dass der wissenschaftliche Streit noch immer nicht beigelegt ist. Möglicherweise könnten physikalische Experimente die Frage, ob wir in einer Simulation leben, klären. Nur scheinen die Forschenden, die sich mit diesen Experimenten befassen, im Zuge ihrer Forschungen selbst in eine Zwischenwelt aus Annahmen, Definitionen und komplexer Mathematik zu gleiten. Dieser Text erscheint in der Ausgabe 5/2026 von MIT Technology Review. Darin beschäftigen wir uns mit der Komplexität von Modellen in der Biologie, der Umwelt und der Gesellschaft – und wie KI diese simulierten Welten vorantreibt. Das Heft könnt ihr ab sofort online bestellen und im Zeitschriftenhandel erwerben. . Zurück zum Anfang: Nick Bostrom, der 2003 in der Fachzeitschrift Philosophical Quarterly ein Paper mit dem suggestiven TitelAre You Living in a Computer Simulation?veröffentlichte, ist nicht irgendein beliebiger Philosoph. Bostrom ist überzeugter Transhumanist und damit einerseits der festen Meinung, dass die Menschheit mithilfe von Technologie eine höhere Entwicklungsstufe erreichen kann. Andererseits befürchten Transhumanisten, dass sich die menschliche Zivilisation auf dem Weg dorthin mithilfe eben dieser fortschrittlicheren Technologien vorher selbst ins Aus schießt. 2002 prägt Bostrom in einem Aufsatz dafür den Begriff „existential risks“ – existenzielle Risiken. Etwa seit dieser Zeit forscht er an der Wahrscheinlichkeit für verschiedene dieser Risiken. Nick Bostrom gibt drei Antworten auf die Frage, ob wir in einer Simulation lebenBostrom fragt zwar, ob wir in einer Simulation leben, behauptet es jedoch tatsächlich nicht. Stattdessen gebe es drei verschiedene Antworten auf diese Frage, die einander ausschlössen. Welche davon richtig sei, so Bostrom, könnten wir schlicht nicht entscheiden. Die erste: Die Menschheit stirbt aus, bevor sie die technischen Möglichkeiten einer „posthumanen“ Zivilisation erreicht hat. Zweitens könnte es Zivilisationen im Universum geben, die dieses technische Level erreicht haben, aber kein Interesse daran haben, eine simulierte Welt zu erschaffen. Oder wir leben drittens tatsächlich in einer Simulation. „In dem dunklen Wald unserer gegenwärtigen Unwissenheit“, schreibt Bostrom, „erscheint es sinnvoll, das eigene Vertrauen in etwa zu gleichen Teilen auf (1), (2) und (3) zu verteilen“. Kurz gesagt: Man weiß es nicht, aber alles wäre möglich. Das klingt plausibel – allerdings nur, wenn man die Narrative des Transhumanismus akzeptiert. Die philosophische Community schreckte das nicht ab, denn Bostroms Gedankenexperiment greift uralte philosophische Streitfragen wieder auf: Gibt es eine Realität hinter der Realität, die wir wahrnehmen? Können wir Realität überhaupt erfassen? Gibt es vielleicht sogar „Schöpfer“ der Realität?Weiterlesen mitZugriff auf alle Artikel von t3n. det3n Magazin und MIT Technology Review in digitaler FormReduzierte WerbungWöchentlicher NewsletterAbonnierenWolfgang StielerWolfgang wechselte nach dem Physik-Studium und Promotion 1998 zum Journalismus. Bis 2005 arbeitete er bei der c't, um dann als Redakteur der MIT Technology Review zu wirken. Dort betreut er ein breites Themenspektrum von Künstlicher Intelligenz und Robotik über Netzpolitik bis zu Fragen der künftigen Energieversorgung.

Quelle: technologyreview.de

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