Wadephul: Niemand wartet in Afrika auf Deutschland
"Afrika ist und kann ein Chancenkontinent sein", sagt Außenminister Johann Wadephul zum Abschluss seiner viertägigen Afrikareise. Vor allem beim Gewinn von Arbeitskräften sieht er Potenzial. 23. 07. 2026 | 5:54. . .
"Afrika ist und kann ein Chancenkontinent sein", sagt Außenminister Johann Wadephul zum Abschluss seiner viertägigen Afrikareise. Vor allem beim Gewinn von Arbeitskräften sieht er Potenzial. 23. 07. 2026 | 5:54 min"Was ist das Wichtigste für Deutschland in Afrika?", fragt der Student an der Universität Witwatersrand den deutschen Außenminister ganz direkt. Johann Wadephulbesucht Johannesburg als letzte Station seiner viertägigen Afrika-Reise. Und er hat inSüdafrikafür den Studenten dieselbe Botschaft wie zuvor in Nigeria und Mauretanien: "Afrikaist ein Chancenkontinent. "Wadephul sieht Chancen für Deutschland bei Wirtschaft, Rohstoffen, Arbeitskräften und internationaler Zusammenarbeit. Zugleich betont der Außenminister:Wir Europäer müssen aktiver sein, wir müssen auf diesen Kontinent zugehen. Johann Wadephul (CSU), BundesaußenministerNiemand warte hier auf Deutschland und Europa. Wadephul: Afrika als "Chancenkontinent" sehenDennChinaist längst da, zeigt schon die Werbung für chinesische Elektroautos am Flughafen. "Auf den Straßen Südafrikas sind deutsche Autos unterwegs, aber zunehmend sind auch chinesische Autos unterwegs", stellt Wadephul nüchtern fest. Südafrika ist wichtigster Handelspartner Deutschlands in AfrikaNoch sieht man die vielen VW Polos im Straßenbild und die Jägermeister-Werbung entlang der Autobahn. Deutschland ist präsent in Südafrika, das Land ist der wichtigste afrikanische Handelspartner. 600 deutsche Firmen beschäftigen hier etwa 100. 000 Menschen, rund 300. 000 Deutsche machten im vergangenen Jahr Urlaub am Kap. Außenminister Wadephul hat bei seinem Besuch in Nigeria zu mehr Investitionen aufgerufen. Er wies auf die Bedeutung des Landes hin und traf sich mit Wirtschaftsvertretern und Influencern. 22. 07. 2026 | 0:25 minBeiSiemensEnergy in Johannesburg lässt sich Wadephul zeigen, was deutsche Investitionen vor Ort bedeuten: Hier werden unter anderem Turbinen produziert und es wird geholfen, das südafrikanische Netz auszubauenPositionen von Deutschland und Südafrika gehen häufig auseinanderAuch politisch ist Südafrika in seiner Rolle als einflussreiche Mittelmacht wichtig für Deutschland, trotz einiger heikler Themen. So ist die Haltung Südafrikas zuGazaundIsraelkonträr zur deutschen. Die Regierung in Pretoria spricht von israelischem "Genozid" und hat 2023 vor dem Internationalen Strafgerichtshof deshalb Klage eingereicht. Südafrikas Russlandpolitik ist ebenfalls ein schwieriges Thema für Deutschlands Chefdiplomaten. Gemeinsam mitRusslandgehört Südafrika dem BRICS-Staatenbund aufstrebender Schwellenländer an. Den russischen Angriffskrieg verurteilt Südafrika auch im fünften Jahr nicht. Man könne sich einig sein, uneinig zu sein, formuliert Johann Wadephul es diplomatisch in seiner Rede an der Universität. Zugleich mahnt der Außenminister: Lokale Herausforderungen von heute seien morgen globale Probleme, Iskander-Raketen aus Kaliningrad könnten innerhalb weniger Minuten Berlin erreichen. Unter dem Motto „March and March“ protestieren in Südafrika seit mehreren Wochen fremdenfeindliche Gruppen und greifen gewaltsam Ausländer an. 30. 06. 2026 | 1:41 minWadephul stellt sich in Sachen UN und G20 gegen TrumpWadephul will zeigen, dass Deutschland auch politisch Partner Afrikas ist. In Johannesburg spricht er sich erneut für einen afrikanischen Sitz im Sicherheitsrat derVereinten Nationenaus. Südafrika sei auch ein unverzichtbares Mitglied der G20-Gruppe der wichtigsten Industrienationen. Damit stellt sich der deutsche Außenminister gegen die Entscheidung von US-PräsidentDonald Trump, Südafrika nicht zum G20-Gipfel nach Miami Ende des Jahres einzuladen - wegen angeblicher Verfolgung weißer Farmer in Südafrika. Sein südafrikanischer Amtskollege Ronald Lamola fordert, alle müssten sich fragen:Ist ein G20-Gipfel ohne das Gründungsmitglied Südafrika überhaupt ein G20-Gipfel?Ronald Lamola, Außenminister SüdafrikasFragen, die andauern, wenn Johann Wadephul an diesem Freitag vom Chancenkontinent nach Deutschland zurückkehrt. Dabei hat die innenpolitische Lage den Außenminister bis nach Afrika begleitet. Auf der Pressekonferenz in Nigeria wird er nachThorsten Frei als neuem Fraktionsvorsitzendengefragt. Wadephul ist voll des Lobes. Auch wenn er selbst nächste Woche zur Sondersitzung der Fraktion eigentlich schon im Urlaub wäre - den wird Wadephul nun unterbrechen. Über dieses Thema berichtete das gemeinsame Morgenmagazin von ARD und ZDF am 23. 07. 2026 um 05:30 Uhr.