WeltReport

Waldsiedlung Zehlendorf: Politik und Anwohnende feiern Welterbe

Zum Inhalt springen28. Juli 2026: Entwicklungsstadt – Jede Zeit baut ihre StadtENTWICKLUNGSSTADT. expertGreen City SolutionsDas ProgrammOFB ProjektentwicklungPG NordHinesJTRE GermanyQuartiereAlle. . .

Von @LefflerBjorn · · 9 min Lesezeit

Waldsiedlung Zehlendorf: Politik und Anwohnende feiern Welterbe

Zum Inhalt springen28. Juli 2026: Entwicklungsstadt – Jede Zeit baut ihre StadtENTWICKLUNGSSTADT. expertGreen City SolutionsDas ProgrammOFB ProjektentwicklungPG NordHinesJTRE GermanyQuartiereAlle NewsStädteBerlinBerlin-MitteCharlottenburg-WilmersdorfFriedrichshain-KreuzbergLichtenbergMarzahn-HellersdorfNeuköllnPankowReinickendorfSpandauSteglitz-ZehlendorfTempelhof-SchönebergTreptow-KöpenickHamburgFrankfurtPotsdamRubrikenBerliner Sportprojekte und Bauvorhaben. Projekte und Bauvorhaben rund um Bildung. Entwicklungen in Projekten des Berliner Verkehrs. Aktuelle News direkt auf die Ohren. WohnenGewerbePolitikKulturSportBildungVerkehrPodcastEXPO 35Über unsJobsLoginLoginAnzeigeJetzt teilenGroßes Medieninteresse, zahlreiche Anwohnende und prominente Vertreter aus Politik und Denkmalpflege: Die Aufnahme der Waldsiedlung Zehlendorf in das UNESCO-Welterbe wurde am Montag mit einem Rundgang durch das Quartier gefeiert. Vor Ort ging es nicht nur um die Auszeichnung, sondern auch um die Zukunft eines der bedeutendsten Wohnensembles Berlins. Berlins Stadtentwicklungssenator Christian Gaebler (Mitte) und Bezirksstadtrat Patrick Steinhoff (links) eröffneten gemeinsam den Presserundgang durch die Zehlendorfer Waldsiedlung. Die Aufnahme in das UNESCO-Welterbe stieß auf großes bundesweites Medieninteresse. / ©Foto: ENTWICKLUNGSSTADT© Fotos: ENTWICKLUNGSSTADTANZEIGE„Diese positive Nachricht aus Busan kam zum jetzigen Zeitpunkt etwas überraschend und hat Berlin somit früher erreicht als gedacht. “ Mit diesen Worten leitete Christian Gaebler, Senator für Stadtentwicklung, Bauen und Wohnen, seine Begrüßungsrede an die geladenen Gäste, darunter außerordentlich zahlreich anwesende Medienvertreterinnen und Medienvertreter sowie Anwohnerinnen und Anwohner, am Montagvormittag ein. Christian Gaebler bezeichnete die Zehlendorfer Waldsiedlung als etwas „Besonderes in Berlin, auch wenn sie im Zusammenhang mit den anderen sechs Siedlungen der Moderne steht“. Bei den bisher ausgezeichneten „Siedlungen der Berliner Moderne“ handelt es sich um die Gartenstadt Falkenberg, die Siedlung Schillerpark, die Großsiedlung Britz, die Wohnstadt Carl Legien, die Weiße Stadt und die Großsiedlung Siemensstadt. UNESCO-Welterbe wächst: Waldsiedlung Zehlendorf ergänzt die Berliner Siedlungen der ModerneIm Jahr 2008 wurde Berlin als Metropole der Moderne der 1920er-Jahre auf den Gebieten Architektur, Freiraumplanung und Städtebau durch die Ernennung dieser sechs Siedlungen zum UNESCO-Welterbe ausgezeichnet. ANZEIGEUnd nun erweitert dieWaldsiedlung Zehlendorfdieses Berliner Welterbe als „Siedlung der Moderne“ Nummer sieben. Ein besonderer Tag für Berlin also, denn diese ganz aktuell vom UNESCO-Komitee getroffene Entscheidung ist eine besondere internationale Anerkennung der außergewöhnlichen städtebaulichen, architektonischen und gartenkünstlerischen Qualität dieser Siedlung sowie ihres Beitrags zur Entwicklung des modernen sozialen Wohnungsbaus. Zahlreiche Journalistinnen und Journalisten begleiteten den Rundgang durch die Waldsiedlung Zehlendorf. Vertreter aus Politik und Bezirk erläuterten dabei die Bedeutung des neuen UNESCO-Welterbes für Berlin. / ©Foto: ENTWICKLUNGSSTADTSieben Siedlungen stehen für den Aufbruch des sozialen Wohnungsbaus der Weimarer RepublikInsgesamt betrachtet stehen diese sieben Siedlungen für den Aufbruch der Weimarer Republik in den 1920er-Jahren in eine neue Welt des Wohnens. ANZEIGE„Heraus aus den Mietskasernen der Gründerzeit in neue Formen, die auch ganz unterschiedlich sind. Insofern macht gerade das Ensemble der sieben Siedlungen den Charme an der Stelle aus. Daher war es uns auch wichtig, diese siebte Siedlung mit in die Reihe der Welterbestätten ,Siedlungen der Berliner Moderne‘ aufzunehmen“, so Gaebler weiter. Waldsiedlung Zehlendorf steht seit über 100 Jahren für modernes Wohnen und qualitätsvolle FreiraumplanungDieses Areal im Berliner Südwesten steht seit mehr als 100 Jahren beispielhaft dafür, wie gutes Wohnen, anspruchsvolle Architektur und qualitätsvolle Freiraumgestaltung miteinander verbunden werden können. Aus heutiger Sicht haben diese Attribute natürlich eine hohe Aktualität, denn all diese sieben Welterbestätten dienen als Beispiele für in der Regel durchaus bezahlbares Wohnen. Sie wurden damals realisiert und stehen dafür, dass man auch mit relativ einfachen Mitteln gute Wohnverhältnisse schaffen kann. ANZEIGEDie Gebäude der Waldsiedlung wurden bewusst in den vorhandenen Kiefernwald integriert. Das Zusammenspiel aus Architektur, Natur und großzügigen Freiräumen zählt bis heute zu den größten Qualitäten des Quartiers. / © Foto: ENTWICKLUNGSSTADTWaldsiedlung Zehlendorf ist bis heute ein lebendiges Wohnquartier und kein FreilichtmuseumChristian Gaebler vergaß nicht, darauf hinzuweisen, dass auch die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Bauen und Wohnen in der Vergangenheit diverse Anläufe unternommen hat, um gesetzliche Regelungen zu vereinfachen und Planungs- sowie Genehmigungsprozesse zu beschleunigen. Aber die Waldsiedlung Zehlendorf ist weit mehr als ein herausragendes Baudenkmal. Sie ist bis heute ein lebendiges Wohnquartier und ein wichtiger Teil der Berliner Stadtgeschichte. Das ist insofern wichtig, als Denkmalschutz auch bedeutet, dass Denkmäler in geeigneter Form weiterhin lebendig gehalten und genutzt werden, was hier besonders gut gelungen ist. Reformideen der 1920er-Jahre prägen die Waldsiedlung bis heuteDie Waldsiedlung entstand in den 1920er-Jahren – die Bauzeit erstreckte sich von 1926 bis 1932 – als Ergebnis der Umsetzung damaliger Reformideen in einer Zeit großer Wohnungsnot. Die Architekten Bruno Taut, Otto Rudolf Salvisberg und Hugo Häring schufen hier ein Gesamtkunstwerk, das bis heute nichts von seiner Aktualität verloren hat. Die markante Farbgestaltung und die klare Formensprache machen die Zehlendorfer Waldsiedlung zu einem herausragenden Beispiel der Architektur der Berliner Moderne. Die Entwürfe von Bruno Taut und seinen Mitstreitern prägen das Quartier bis heute. / © Foto: ENTWICKLUNGSSTADTDrei Merkmale machen die Waldsiedlung Zehlendorf zu einem Symbol der architektonischen ModerneAls Symbol der Modernität besticht die Waldsiedlung durch drei wesentliche Merkmale:Farbgebung:einladend, freundlich und farbenfroh: daher auch der Spitzname „Papageiensiedlung“. Siedlungsstruktur:Errichtet mitten im Wald unter Berücksichtigung des vorhandenen Baumbestands. Licht, Luft und Sonne bilden einen starken Kontrast zu den Mietskasernen der Stadt, denn schon damals stand die Verbesserung der Lebensqualität im Mittelpunkt. Ungebrochene Infrastruktur:Mit der U-Bahnlinie U3 und dem U-Bahnhof Onkel-Toms-Hütte entstand die einzige Einkaufspassage der 1920er-Jahre, durch die direkt eine U-Bahn fährt. Der konsumorientierte Bahnhof gilt als Vorläufer moderner Shoppingcenter und entsprach schon damals dem Prinzip kurzer Wege für die Nahversorgung im Quartier. Waldsiedlung Zehlendorf bleibt Vorbild für bezahlbares Wohnen und nachhaltige StadtentwicklungGerade in einer Zeit, in der permanent über bezahlbaren Wohnraum, lebenswerte Quartiere und nachhaltige Stadtentwicklung debattiert wird, ist dieses Erbe tatsächlich wegweisend. Christian Gaebler führte weiter aus: „Die Waldsiedlung erinnert daran, dass gute Stadtentwicklung immer den Menschen in den Mittelpunkt stellt. Deswegen unternehmen wir auch große Anstrengungen, den Wohnungsbau voranzutreiben. Dabei denken wir in Quartieren: es muss lebendige, in sich stimmige Quartiere geben. Und hier sind die Welterbe-Siedlungen gute Beispiele dafür. “Zum Abschluss der offiziellen Veranstaltung schnitten Christian Gaebler (rechts) und Patrick Steinhoff eine eigens gestaltete UNESCO-Torte an. Die Feier markierte die Aufnahme der Waldsiedlung Zehlendorf als siebte „Siedlung der Berliner Moderne“ in das Welterbe. / ©Foto: ENTWICKLUNGSSTADTUNESCO-Welterbe verändert den Alltag der Bewohnerinnen und Bewohner nichtGaebler betonte weiter, dass der Welterbe-Status den Alltag der Bewohnerinnen und Bewohner weder beeinträchtigen noch verändern werde. Die Auswahl der Waldsiedlung durch das UNESCO-Komitee sei eine besondere Würdigung und verleihe dem Ort eine außergewöhnliche Bedeutung, auch im Hinblick auf die genannten historischen Vorbilder. Sanierungen und Denkmalschutz sichern die Waldsiedlung für kommende GenerationenDie Waldsiedlung stärkt das Bewusstsein für ihren Wert und trägt dazu bei, dieses einzigartige Ensemble für kommende Generationen zu bewahren. Die Nominierung und der Anerkennungsprozess haben zudem dazu geführt, dass viele frühere Ausstattungsmerkmale und Gestaltungen wiederhergestellt und instand gesetzt wurden. So gesehen kommen die Anwohnerinnen und Anwohner in den Genuss, in einer umfassend renovierten und nach außen ansprechend wirkenden Siedlung zu wohnen. Die Zehlendorfer Waldsiedlung gilt als Meilenstein des sozialen Wohnungsbaus und der modernen Stadtplanung. Ihre architektonischen und städtebaulichen Qualitäten waren ein wesentlicher Grund für die Aufnahme in das UNESCO-Welterbe. / © Foto: ENTWICKLUNGSSTADTGroße Identifikation der Anwohnenden mit der Waldsiedlung ZehlendorfViele der Anwohnenden hatten sich bereits im Vorfeld aktiv in den Nominierungsprozess eingebracht. Das große Interesse und die starke Identifikation mit der Siedlung haben letztendlich gezeigt, dass Projekte besonders erfolgreich sind, wenn sie gemeinsam mit den Menschen vor Ort gestaltet werden. Dass die Anerkennung nun mit dem 100-jährigen Jubiläum der Siedlung zusammenfällt, macht den Moment der Aufnahme zu etwas ganz Besonderem. Christian Gaebler verwies deshalb bereits auf das Festival des Landesdenkmalamts Ende August 2026. Vom 27. bis 30. August soll die Geschichte der Architektur und das Leben in der Waldsiedlung gemeinsam gefeiert werden. Bezirk Steglitz-Zehlendorf setzte sich jahrelang für den Welterbe-Status einPatrick Steinhoff, Bezirksstadtrat für Stadtentwicklung in Steglitz-Zehlendorf, ergänzte die Ausführungen Christian Gaeblers und erklärte, dass der Bezirk lange auf dieses Wochenende gewartet habe. Bereits im Jahr 2008 sei in der Bezirksverordnetenversammlung (BVV) die Entscheidung gefallen, dass die Waldsiedlung ebenfalls Teil des UNESCO-Welterbes werden solle. Er dankte dem Land Berlin dafür, diesen Prozess begleitet und unterstützt zu haben. Der Zehlendorfer Dächerstreit prägte die Entstehung der WaldsiedlungSteinhoff wagte einen Blick zurück und erinnerte an die rund 100-jährige Geschichte dieses damaligen Neubauvorhabens. Damals habe es eine große Diskussion um das Vorhaben gegeben. Der Bezirk Zehlendorf habe das Projekt von amtlicher Seite zunächst „gar nicht gern gesehen“, so Steinhoff. Dies habe dazu geführt, dass im Umfeld weitere Projekte entstanden seien, die architektonisch bewusst einen Gegenentwurf darstellen sollten. Über den daraus resultierendenZehlendorfer Dächerstreithatten wir bereits in einem früheren Beitrag berichtet. Das ehemalige Ladengebäude „Frisierkunst“ bildete den Auftakt der Feierlichkeiten zur Aufnahme der Zehlendorfer Waldsiedlung in das UNESCO-Welterbe. Hier kamen Politiker, Anwohnende und zahlreiche Medienvertreter zum offiziellen Empfang zusammen. / ©Foto: ENTWICKLUNGSSTADTWaldsiedlung Zehlendorf bleibt ein lebendiges Quartier statt eines FreilichtmuseumsSteinhoff betonte weiter, dass die Waldsiedlung kein klassisches Welterbe sei, das lediglich unter Schutz stehe. Vielmehr werde hier bis heute gewohnt. Das Besondere sei, dass die Bewohnerinnen und Bewohner mit den alltäglichen Herausforderungen leben, die insbesondere die historische Bausubstanz betreffen. So existiert beispielsweise ein Denkmalpflegeplan, der dem Bezirk eine klare Richtung vorgibt, wie mit dem Bestand umzugehen ist und wie dieses Weltkulturerbe langfristig erhalten werden soll. Presserundgang durch die Waldsiedlung zum Abschluss der UNESCO-FeierlichkeitenGleichzeitig könne eine solche Siedlung nur dann dauerhaft funktionieren, wenn sich die Bewohnerinnen und Bewohner auch künftig so engagieren wie in den vergangenen Jahren während des UNESCO-Nominierungsprozesses. Beim gemeinsamen Presserundgang, bei dem drei Stationen innerhalb der Siedlung vorgestellt wurden, sowie dem anschließenden Tortenanschnitt entstand der Eindruck, dass die Anwohnenden auch nach der Aufnahme in das UNESCO-Welterbe ihr großes Engagement für die Waldsiedlung nicht nachlassen werden. Breite Grünflächen, großzügige Abstände zwischen den Häusern und viel Tageslicht spiegeln die Reformideen des Wohnungsbaus der 1920er-Jahre wider. Die Waldsiedlung sollte einen bewussten Gegenentwurf zu den engen Mietskasernen der Gründerzeit schaffen. / Foto: © ENTWICKLUNGSSTADTQuellen: Deutsche UNESCO-Kommission, Berliner Morgenpost, Landesdenkmalamt Berlin, Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Bauen und Wohnen, Visit BerlinJetzt PLUS-Kunde werdenUm diesen Artikel lesen zu können, benötigen Sie ein PLUS-Abonnement. Page load linkENTWICKLUNGSSTADT. expertGreen City SolutionsDas ProgrammOFB ProjektentwicklungPG NordHinesJTRE GermanyQuartiereAlle NewsStädteBerlinBerlin-MitteCharlottenburg-WilmersdorfFriedrichshain-KreuzbergLichtenbergMarzahn-HellersdorfNeuköllnPankowReinickendorfSpandauSteglitz-ZehlendorfTempelhof-SchönebergTreptow-KöpenickHamburgFrankfurtPotsdamRubrikenWohnenGewerbePolitikKulturSportBildungVerkehrPodcastEXPO 35Über unsJobs© 2026 Entwicklungsstadt BerlinDer EntwicklungsstadtNewsletter. Wenn Ihr in regelmäßigen Abständen darüber informiert werden möchtet, welche neuen Themen und Inhalte es aufENTWICKLUNGSSTADT. DEgibt, dann tragt Euch hier für unseren Newsletter ein:Eure Einwilligung könnt Ihr jederzeit widerrufen, einfach per E-Mail andatenschutz@entwicklungsstadt. de. Der Newsletter-Versand erfolgt auf Basis unserer Datenschutz-Bestimmungen. Eure Informationen werden wir mit Sorgfalt und Respekt behandeln. Weitere Informationen findet IhrhierNach oben

Quelle: entwicklungsstadt.de

Mehr zu Politik