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Wenn Eltern auslassen, muss die Politik ran

Immer öfter können sich Schulen nicht auf die Eltern verlassen. Das ist ein Problem, aber statt es zu beklagen, muss die Politik mit den Tatsachen arbeiten. Gut, dass diese Regierung und ihre. . .

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Wenn Eltern auslassen, muss die Politik ran

Immer öfter können sich Schulen nicht auf die Eltern verlassen. Das ist ein Problem, aber statt es zu beklagen, muss die Politik mit den Tatsachen arbeiten. Gut, dass diese Regierung und ihre »Reformpartner« sich das nun zu trauen scheinen. Weit nciht allen Eltern liegt die Bildungskarriere ihrer Kinder am Herzen. APA / AFP / Martin Bureau04. 07. 2026 um 17:55Leitartikel vonElisabeth HoferDie Presse auf Google als bevorzugte Nachrichtenquelle hinzufügen. Nichts zeigt so eindrücklich die riesigen Unterschiede, mit denen Österreichs Bildungssystem zu kämpfen hat, wie die letzte Schulwoche. Da gibt es Eltern, die sich das ganze Schuljahr lang so stark mit den Bildungserfolgen ihrer Kinder beschäftigt haben, so viel Zeit und Energie investiert haben, dass sie nun fast noch erleichterter ausatmen als die Schüler selbst. Und ihnen hie und da sogar die Formulierung„Wirhaben letzten Schultag“ über die Lippen kommt. Das sind auch die Eltern, die für das Buffet auf dem Schulfest gebacken und sich schon Wochen vorher abgestimmt haben, wer welche Schicht hinter der anti-alkoholischen Cocktailbar übernehmen kann. An anderen Schulstandorten gibt es solche Bars nicht. Es gibt eigentlich nicht einmal ein Schulfest. Es gibt auch keine Ausflüge in der letzten Schulwoche, weil das wegen der mangelnden Disziplin der Schüler oder der Kosten gar nicht möglich wäre. Vor allem aber gibt es keine Eltern, die sich um das alles oder auch die Bildungserfolge ihrer Kinder kümmern. Die Gründe dafür sind sicher mannigfaltig, reichen von tatsächlichem Desinteresse oder einem Missverständnis über den Wert von Bildung in Österreich bis zu gutem Willen, der aber neben eigener Überforderung untergeht. Woran auch immer es liegen mag, am Ende ist die bittere Realität: Gerade im urbanen Österreich gibt es Schulstandorte, an denen man schlicht nicht auf die Eltern als sogenannten Bildungspartner zählen kann. Nicht, was die Erziehung betrifft, nicht beim Spracherwerb, nicht als Unterstützung bei mentalen Problemen. Darunter leiden in erster Linie die Kinder selbst. Es belastet aber auch den Staat, der gezwungen ist, zu übernehmen, was eigentlich Familie leisten sollte. Vergangene Regierungen haben darüber vor allem gejammert. Dieser Regierung muss man zugutehalten, dass sie zwischen ÖVP-Ermahnungen zur Strenge und SPÖ-Ermahnungen zur sozialen Rücksichtnahme mit einem pinken Bildungsminister nun endlich mit den vorhandenen Tatsachen arbeitet, statt eine philosophische Diskussion darüber zu führen. Mehr dazuAuch die „Reformpartner“ haben das in den vergangenen eineinhalb Jahren getan. Und das Ergebnis ist vielleicht kein großer Wurf, aber aus praktischer Sicht gar nicht schlecht. Ein simples Beispiel: Der Bund sieht Teamteaching vor. Also bekam ein sogenannter „Brennpunkt“-Standort bisher etwa einen zusätzlichen Mathematik-Lehrer zugeteilt, obwohl ein zweiter Sozialarbeiter an der Schule viel dringender gebraucht worden wäre. Das wird künftig anders, die Schulen können selbst auswählen, aus welcher Berufssparte neues Personal kommen soll. »Der pinke Bildungsminister arbeitet zwischen ÖVP-Ermahnungen zur Strenge und SPÖ-Ermahnungen zu sozialer Rücksichtnahme. «Gleichzeitig beschert die Beschreibung der Bildungsdirektionen als „Mischbehörden“ (von Bund und Ländern) nun verständlicherweise allen Freunden der Kompetenzentwirrung Stressausschlag. Wenn man ehrlich ist, lag der Charme der Idee „Gesundheit beim Bund, Bildung bei den Ländern“ ja immer beim „Gesundheit beim Bund“-Teil. Nicht auszudenken, welcher Fleckerlteppich durch „Bildung bei den Ländern“ am Ende entstanden wäre. Abseits der Reformpartnerschaft startet mit dem neuen Schuljahr das wohl spannendste Projekt, um Unterschiede zwischen den Standorten auszugleichen. Über den „Chancenbonus“ bekommen 400 Schulen mit besonderen Herausforderungen Extra-Geld. Das wird die Eltern nicht dazu bringen, sich stärker zu engagieren, finanziert aber eine Reihe wichtiger Maßnahmen. Vielleicht bleibt sogar noch etwas für ein Schulfest übrig. E-Mails an:elisabeth. hofer@diepresse. obfuscationcom

Quelle: rootsanalysis.com

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