Wirtschaft und Politik rauf, Kultur runter: Der Einfluss in Vorarlberg verschiebt sich
Mit den Plätzen 100 bis 91 startet die neue Liste der 100 Einflussreichsten in Vorarlberg. 18 Neueinsteiger zeigen, warum Wirtschaft und Politik gewinnen und die Kultur an Boden verliert.

13. 07. 2026 05:00 (Akt. 13. 07. 2026 05:00)Valentin Drexel (Platz 92), Simon Tschann (Platz 95), Evelyn Fink-Mennel ist nicht mehr auf der Liste. SPAR / MEDIArt, VN/Böcken, PaulitschMit den Plätzen 100 bis 91 startet heute die neue Liste der “100 Einflussreichsten in Vorarlberg”. Insgesamt haben es 18 Personen erstmals unter die Top 100 geschafft, fünf davon finden sich unter den heute veröffentlichten Plätzen. Wer neu dazukommt, verrät viel darüber, was im Land gerade an Gewicht gewinnt – und was verliert. AnzeigeAnzeigeWer heute neu dazukommtDie fünf Neueinsteiger des ersten Tages kommen aus ganz unterschiedlichen Ecken. Valentin Drexel (Rang 92) ist bei Spar für Expansion und Projektentwicklung zuständig. Michael Diem, einen Platz hinter Drexel, führt als Geschäftsführer die Bregenzer Festspiele. Der Bludenzer Bürgermeister Simon Tschann (95) steht trotz eines laufenden Verfahrens für die wachsende Bedeutung der Kommunalpolitik. Simon Tschann (ÖVP) ist seit 2020 Bürgermeister in Bludenz. RhombergGuido Flatz (96) ist stellvertretender Obmann der Regio Bregenzerwald, Wilhelm Klagian (97) zieht als Rechtsanwalt meist im Hintergrund die Fäden. Schon diese kleine Gruppe deutet an, was sich durch die ganze Liste zieht: Wirtschaft und öffentliche Funktionen geben den Ton an. Wirtschaft und Politik legen zuDas bestätigt sich beim Blick auf alle 18 Neuen. Fünf kommen aus der Wirtschaft, vier aus der Politik. Dazu haben Interessenvertretungen und der öffentliche Dienst an Bedeutung gewonnen. Dahinter steckt die Logik der Jury: Bewertet wird nicht das Lebenswerk, sondern der aktuelle Einfluss auf die Entwicklungen im Land. Wer heute Entscheidungen prägt, steht weiter oben, wer seinen Höhepunkt hinter sich hat, rückt nach hinten. Passend zum ThemaDie Kultur verliert an BodenAm deutlichsten trifft diese Logik die Kultur. Zwar sind zwei neue Namen dabei, doch fünf Kulturschaffende haben den Sprung in die neue Liste nicht mehr geschafft. Die Gründe sind unterschiedlich: Musikerin Evelyn Fink-Mennel und “Chorpapst” Oskar Egle waren im ersten Jahr noch ganz knapp auf der Liste. Evelyn Fink-Mennel ist 2026 nicht mehr auf der Liste. PaulitschDieses Mal hat es nicht gereicht. Hanno Loewy übergab das Jüdische Museum in neue Hände, dass Stephanie Gräves Vertrag als Intendantin des Landestheaters nicht mehr verlängert wurde, war bei der Punktevergabe und Jurysitzung schon bekannt. Auch der Gründer der Schubertiade, Gerd Nachbauer, ist 2026 nicht Teil der Liste. Rechtsanwälte, Architekten und Persönlichkeiten aus dem Sozialbereich sind auch schwächer vertreten als im Vorjahr. Viele rutschten zurück, einige fielen ganz aus den Top 100. Einflussstärke ist eben nichts Dauerhaftes, sie hängt daran, wie sehr ein Bereich das Geschehen im Land gerade prägt. Ein “Sonderfall”: Magnus BrunnerNur ein einziger Politiker ist nicht mehr dabei, und das aus einem ganz anderen Grund. Magnus Brunner im Oktober 2025 bei Papst Leo XIV. Vatican MediaMagnus Brunner, früher Finanzminister, heute EU-Kommissar, fällt nicht wegen nachlassenden Einflusses heraus, sondern aus einem formalen Grund: Er erfüllt das Kriterium des Lebensmittelpunkts in Vorarlberg nicht mehr, seit er mit seiner Familie von Bregenz nach Brüssel gezogen ist. Morgen Dienstag mit VOL. AT+:die Plätze 90 bis 71 mit acht weiteren Neueinsteigern und ein genauer Blick darauf, wie sich der Frauenanteil entwickelt hat. (Red. )