Wutbotschaft vom Ballermann: Jürgen Milski macht seinem Ärger über die deutsche Politik Luft - ANSAGE
Wütender Partylöwe: Jürgen Milski (hier im ZDF-Fernsehgarten) (Foto:Imago) Dem vielen Fernsehzuschauern der Millenniumzeit noch wohlbekannten Trash-TV-König und Zlatko-Kumpel Jürgen Milski ist die Hutschnur. . .

Wütender Partylöwe: Jürgen Milski (hier im ZDF-Fernsehgarten) (Foto:Imago)Dem vielen Fernsehzuschauern der Millenniumzeit noch wohlbekannten Trash-TV-König und Zlatko-Kumpel Jürgen Milski ist die Hutschnur geplatzt – im Auto, ohne Container und ohne „Großer Bruder“-Refrain. Und eines ist wohl klar, liebe Politiker: Wenn sogar der alte Ballermann-König aus dem ersten “Big-Brother”-Container die Fassung verliert, dann bricht hier gerade wirklich alles zusammen. Vielleicht sollte das ein letztes Warnsignal für euch sein. In einem von ihm gestern gerosteten Instagram-Video sitzt Milski, der Mann, den man bisher vor allem mit Partyschlager, Bierkönig und „Seid ihr eigentlich wahnsinnig?“-Gesten auf der Playa kannte, in seinem Auto und rechnet ab: 612 Millionen Euro Steuergelder für weltweite Genderprojekte, während die Renten wackeln, der Sprit bei über 2,70 knallt und die Schulen und Kindergärten betteln. Und er sagt es auf eine unnachahmliche Art, ebenso, wie man es nur einer sagen kann, der 25 Jahre lang den Partytouristen auf Malle den Takt vorgegeben hat: Klar, laut und ohne Rücksicht auf irgendwelche Gender-Sternchen. An dieser Stelle muss ich selbst etwas zurückrudern: Ich habe Jürgen Milski und dieses ganze “Big-Brother-” und Ballermann-Getöse-Nummer ehrlich gesagt nie so richtig abgekauft oder gar ernst genommen. Für mich war das lange eher Container, Party, Schinkenstraße – viel Krawall und nicht unbedingt die Ecke, aus der ich einen politischen Klartext erwartet hätte. Aber offenbar habe ich den Mann unterschätzt. Wie zuvor schon Michael Wendler oder Dieter Bohlen macht hier die nächste deutsche Entertainment-Größe den Mund auf und redet Tacheles. Denn eines muss man ihm lassen: Der Jürgen hat Eier! Er stellt sich hin, sagt öffentlich, was er denkt, und nimmt dafür in Kauf, dass ihm ein Teil des Publikums oder der Medien dafür auf die Füße tritt. Unabhängig davon, ob man jeden einzelnen Satz nun genauso formulieren würde: Respekt vor einem Menschen des öffentlichen Lebens, der sich nicht hinter glattgebügelten PR-Floskeln versteckt. Ganz ehrlich: Genau solche Leute sind mir lieber als Menschen aus Unterhaltung, Fernsehen, Musik oder öffentlichem Leben, die nur dann eine “Haltung” haben, wenn sie gerade in irgendeine Kampagne passt. Wenn ein Prominenter mit Reichweite authentisch und ohne Rücksicht auf irgendwelche Befindlichkeiten oder Konsequenzen deutlich wird und offen sagt: Das hier halte ich für falsch (und zwar wirklich ohne vorher zu prüfen, ob das gerade bequem oder karrierefördernd ist), dann verdient das zumindest Anerkennung. Mein Respekt, Jürgen! Ich habe dich unterschätzt. Man hatte ihn ja immer für den einfachen Typen gehalten, den Kölner Feinblechner, der 2000 mit Zlatko im Container saß, besagten Hit „Großer Bruder“ landete und danach lieber auf der Schinkenstraße abfeierte hat als irgendwelche Haushaltsdebatten zu verfolgen. Dem Mann, der angeblich nur Ballermann und Bühne im Kopf hat, platzt jetzt die Hutschnur, weil der Staat das Geld für NGO-Gedöns und Genderwahnsinn nur so raushaut, während die eigenen Leute sparen sollen. „Seid ihr eigentlich wahnsinnig? Gebt endlich mal das Geld für Deutschland aus und nicht dauernd für so einen Schwachsinn“, sagt Milski. Und wer wollte ihm da nicht absolut recht geben?Das klingt so gar nicht nach Partyschlager, sondern nach jemandem, der die Rechnung aufgemacht hat und dem das Ergebnis nicht schmeckt. Natürlich kann man streiten, ob wirklich 95 Prozent bei einer Volksabstimmung so abstimmen würden, weil es ja immer noch genug gibt, die das alles ausblenden, mit kognitiven Nebelkerzen und Wahrnehmungsfiltern; aber Milski trifft einen Mehrheitsnerv. Und wenn selbst der alte Big-Brother- und Ballermann-König aus dem Auto heraus moniert, dass hier am deutschen Volk vorbei entschieden wird, dann ist das mehr als ein viraler Rant. Es ist eine Botschaft und Kampfansage, die zeigt, dass selbst die Leute, die man bisher für unpolitisch oder einfacher gestrickt gehalten hat, wesentlich kritischer und genauer hinschauen als die taube Masse der Mitläufer. Sie merken, dass irgendwas hier gründlich schief läuft, und benennen es klar. Und Milski hat recht. Punkt. Wenn sogar der Mann, der jahrelang „Ihr könnt mich alle alle alle“ gesungen hat, jetzt sagt „Ich bin echt fassungslos“, dann sollte man vielleicht mal zuhören, bevor der nächste Container zu klein wird für den ganzen Frust. Ein Hoch aufBig-Brother-Jürgen!