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Xi Jinpings scheiternde chinesische Wirtschaft wird gefährlich

Fehmarnsches Tageblatt Wirtschaft Stand:18. 08. 2026, 14:54 Uhr Kommentare Chinas Präsident ist kein Mann, der kehrtmacht. Er wird am bestehenden Finanzsystem festhalten – und das ist eine schlechte. . .

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Xi Jinpings scheiternde chinesische Wirtschaft wird gefährlich

Fehmarnsches TageblattWirtschaftStand:18. 08. 2026, 14:54 UhrKommentareChinas Präsident ist kein Mann, der kehrtmacht. Er wird am bestehenden Finanzsystem festhalten – und das ist eine schlechte Nachricht. Im Dezember 2018 hielt ein renommierter chinesischer Ökonom eine Rede, in der er das Wachstum des chinesischen Bruttoinlandsprodukts auf weniger als 2 Prozent bezifferte. Andere chinesische Ökonomen, so sagte er, gingen davon aus, dass sich die Wirtschaft bereits in negativem Terrain befinde. Offiziell lag die Zahl der Regierung damals bei 6,5 Prozent. Die derzeitige Behauptung der Kommunistischen Partei Chinas (KPCh) lautet 4,7 Prozent für die erste Jahreshälfte. Man denkt unweigerlich an Disraeli: „Es gibt drei Arten von Lügen: Lügen, verdammte Lügen und Statistiken. “Content-PartnerschaftDieser Artikel von Charles Parton entstand in Kooperation mittelegraph. co. uk. Ganz gleich, wie sehrXi Jinping„positive Energie“ – sein Schlagwort für unerschütterlichen Optimismus – propagiert, die Folgen der wirtschaftlichen Politik der KPCh sind nun unübersehbar. Die Grenzen produktiver, staatlich gelenkter Investitionen sind erreicht, und frühere Fehlentscheidungen holen die Führung nun ein. Kann Xi Jinping das überstehen? © IMAGO / ZUMA Press WireDer Immobiliensektor, der einst etwa 25 Prozent zum BIP beitrug, ist weiterhin am Boden. Die Einnahmen der Lokalregierungen reichen nicht aus, um ihre Ausgaben zu decken, und ihre Schulden lassen sich nur dadurch tragfähig halten, dass die Banken weiterhin gutes Geld schlechtem hinterherwerfen. Das mag die lokalen Verwaltungen und den Staatssektor über Wasser halten, geschieht jedoch auf Kosten produktiverer Kredite für private Unternehmen. Arbeitslosigkeit, „Involution“ und demografischer DruckDie Arbeitslosigkeit ist erschreckend hoch, insbesondere unter jungen Menschen – doch um „verdammt Lügen“ zu vermeiden, hat die Regierung aufgehört, entsprechende Statistiken zu veröffentlichen. Wie Ministerpräsident Li Qiang in einer Sitzung des Staatsrats im Juni betonte, müsse die Strategie „Employment-first“ sein, weil „Beschäftigung die Grundlage des Lebensunterhalts der Menschen“ sei. Wird das Problem nicht angegangen, drohen weitere Proteste, lautstarke ebenso wie solche durch „Hinlegen“ – also durch kompletten Rückzug. Ein weiteres Problem ist die „Involution“, der gnadenlose Wettbewerb zwischen Unternehmen, der die Gewinne nach unten treibt, weniger Spielraum für Forschung und Entwicklung lässt und die Steuereinnahmen des Staates schmälert. Jede Lokalregierung – China ist in überraschendem Ausmaß dezentral organisiert – möchte die Unternehmen auf ihrem Gebiet stützen, um Arbeitsplätze und Steuern zu sichern. Statt Pleiten zuzulassen, die die weniger effizienten Firmen aussondern würden, stützen sie ihre Favoriten mit weiteren unproduktiven Krediten. Auch die Demografie hilft nicht. Sowohl die Zahl der Erwerbstätigen als auch die Gesamtbevölkerung schrumpfen, was sich auf die gesamtwirtschaftliche Nachfrage auswirkt. Unter solchen Bedingungen ist wirtschaftliches Wachstum schwer zu erzielen, selbst bei ambitionierten Planvorgaben der Führung. Wette auf Hightech-Sektoren und „neue Produktivkräfte“Um diesen wirtschaftlichen und sozialen Gordischen Knoten durchzuschlagen, setzt Xi Jinping stark auf das, was er „neue qualitativ hochwertige Produktivkräfte“ nennt – Branchen, die auf neuen Technologien wie Quantenforschung, Künstlicher Intelligenz (KI), Biotechnologie und fortgeschrittenen Materialien beruhen. Doch laut Rhodium, einem auf detaillierte Analysen der chinesischen Wirtschaft spezialisierten Institut, machten diese neuen strategischen Industrien im Jahr 2025 nur etwas mehr als 6 Prozent des BIP aus. Dieser Anteil wird zwar steigen, doch den 25-Prozent-Beitrag der Immobilienwirtschaft wird er nicht ersetzen. Auch das Timing ist problematisch. Der Partei obliegt derzeit die Aufgabe, jedes Jahr Jobs für über 12 Millionen Hochschulabsolventen zu schaffen, selbst wenn die Demografie irgendwann bedeutet, dass weniger junge Arbeitskräfte nachrücken. Bei einer Jugendarbeitslosigkeit von über 20 Prozent würde mehr Automatisierung zunächst mehr Arbeitslosigkeit bedeuten – verschärft durch den Mangel an qualifizierten, technologisch versierten Arbeitskräften, die sich mit dem rasanten Wandel der Technologien weiterbilden können. Die andere Maßnahme, auf die Xi setzt, um die Wirtschaft am Laufen zu halten, ist die Förderung der Exporte. Im vergangenen Jahr verbuchte China einen Handelsüberschuss von über 886 Milliarden Pfund, und in diesem Jahr dürfte er noch höher ausfallen. Das ist nicht nachhaltig. Ausländische Staaten, selbst solche, die politisch näher bei China stehen als die USA oder europäische Länder, greifen zunehmend zu Schutzmaßnahmen, da subventionierte chinesische Exporte ihre eigenen Industrien zu zerstören drohen. Es liegt ein Hauch von Handelskriegen in der Luft, zudem werden nationale Sicherheitsbedenken zu weiteren Bremsen führen. Schwache Binnennachfrage und geringe soziale AbsicherungChina brüstet sich mit seinem großen Binnenmarkt, und in jedem Planungsdokument ist vom Ausbau des inländischen Konsums als Weg zur Stabilisierung der Wirtschaft und zur Förderung des Wachstums die Rede. Doch mit einem Anteil von 40 Prozent am BIP ist dieser Konsum im internationalen Vergleich sehr niedrig, und dieser Prozentsatz hat sich während Xis Herrschaft kaum verändert. Von der vielbeschworenen „Rebalancierung“ ist bislang wenig zu sehen. Die chinesische Bevölkerung spart mehr als die meisten anderen Nationen, weil Renten, Gesundheitsversorgung und das soziale Sicherheitsnetz nur rudimentär sind. Und Xi lehnt „Wohlfahrtsstaatlichkeit“ ab, die seiner Ansicht nach die Menschen faul macht. Das ist ein wesentlicher Grund dafür, dass die angestrebte Verschiebung der Wirtschaftsstruktur hin zu mehr Binnenkonsum nicht funktioniert und die Bürger weiterhin aus Vorsicht hohe Rücklagen bilden. Doch die überzeugenderen Gründe für die Annahme, dass die chinesische Wirtschaft in der Flaute verharren wird, sind politischer Natur. So ist es etwa eine zutiefst politische Frage, wer die Last der Bewältigung des Schuldenproblems tragen soll, das voraussichtlich mehr als 300 Prozent des BIP beträgt und wie ein Mühlstein auf dem realen Wachstum lastet. Sollen es die Bürger sein, die Unternehmen oder der Staat – inklusive der Staatsunternehmen?Politische Prioritäten vor Wohlstand der BürgerDerzeit sorgt Xi dafür, dass Ressourcen in seinen militärischen Ausbau, technologische Dominanz, industrielle Selbstversorgung und andere Bereiche fließen, von denen er glaubt, dass sie China in die Lage versetzen werden, die USA als globale Vormacht abzulösen. Trotz des berühmten Parteislogans „Dem Volk dienen“ vertraut er weder den Menschen noch dem Privatsektor. Ihnen mehr Mitsprache bei der Ressourcenverteilung einzuräumen, steht nicht auf der politischen Agenda. Private Bürger und Unternehmen zu stärken, ist für Diktatoren gefährlich. Wohlstand erzeugt politische Ansprüche. „Keine Besteuerung ohne Vertretung“ ist nicht nur für das Amerika des 18. Jahrhunderts relevant. Xi und die KPCh können diese Forderungen mit immer effizienteren technischen Mitteln der Überwachung und Repression unterdrücken. Das mag sich aus ihrer Sicht lohnen, wenn der Machterhalt oberste Priorität hat, doch der Beitrag einer solchen Strategie zu produktivem Wachstum ist minimal. Eine Wirtschaft im Verfall ist nicht gut für China. Das derzeitige Modell ist auch für das Vereinigte Königreich nicht vorteilhaft. Unsere früheren wie aktuellen Regierungen waren und sind hartnäckig naiv, weil sie nicht ausreichende Maßnahmen zum Schutz unserer wirtschaftlichen und nationalen Sicherheit ergriffen haben. Xi Jinping ist kein Mann, der kehrtmacht: Er wird am bestehenden wirtschaftlichen System festhalten. Gefahr für britische Industrie und politische UnabhängigkeitWenn wir unser eigenes System nicht gegen die Flut von Exporten schützen, die von Subventionen, einer unterbewerteten Währung, Überkapazitäten und Handelshemmnissen in China gestützt werden, werden unsere Industrien weggespült werden. Und wirtschaftliche Abhängigkeit führt zwangsläufig zu politischer Abhängigkeit, die Handlungsspielräume der Regierung einengt und außenpolitische Entscheidungen beeinflusst. Um Xis lästigen Slogan „Win-win“ auf den Kopf zu stellen, handelt es sich in Wahrheit um eine „Lose-Lose“-Situation – für China, das sein Potenzial verschenkt, und für Länder wie das Vereinigte Königreich, die Gefahr laufen, wirtschaftlich und politisch an den Rand gedrängt zu werden.

Quelle: fehmarn24.de

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