108 und mobil: 5 Dinge, die Susan täglich für ihre Gesundheit tut
Mit 108 lebt Susan allein, fährt Auto und trainiert täglich. Ihr Alltag bündelt fünf Gewohnheiten, die Forschung mit gesundem Altern klar verbindet. Das Wichtigste in KürzeEin langes, gesundes Leben entsteht. . .
,regionOfInterest=(899,794)&hash=26e7cc67299db566f5c83b7fe6dddd6ff143e1f23bac8e8d93976c698df490a3)
Mit 108 lebt Susan allein, fährt Auto und trainiert täglich. Ihr Alltag bündelt fünf Gewohnheiten, die Forschung mit gesundem Altern klar verbindet. Das Wichtigste in KürzeEin langes, gesundes Leben entsteht aus vielen Gewohnheiten:Bewegung,Ernährung,soziale Kontakte,geistige AktivitätundSelbstständigkeit. Empfehlungen von Institutionen wie der WHO decken sich mit Brownes Alltag:regelmäßig aktiv sein, Kraft und Gleichgewicht trainieren,überwiegend pflanzlich essen. Ein Patentrezept gibt es nicht, dochkleine, realistische Schritte im Alltagkönnen deine Chancen auf ein fitnes Alter verbessern. Fit im Alter: Warum Susan mit 108 noch allein lebtMit 108 Jahren steht Susan Young Browne aus den USA sinnbildlich für einsehr langes, weitgehend selbstbestimmtes Leben. Siewohnt allein,erledigt ihre Wege mit dem Auto, machtjeden Morgen Gymnastikund füllt ihre Tage mit Lesen, Tanzen und Treffen mit Freundinnen und Freunden. Ein „Geheimrezept“ möchte sie laut dem Portal„Today“nicht für sich beanspruchen. Spannend ist aber, dass sich mehrere ihrerlangfristigen Gewohnheitenmit Erkenntnissen aus der Altersforschung und Empfehlungen großer Institutionen wie derWeltgesundheitsorganisation (WHO)überschneiden. Warum einzelne Menschen 100 Jahre oder älter werden, lässt sich nicht auf einen Faktor herunterbrechen. Gene, Umwelt, Lebensstil und Zufall greifen ineinander. Trotzdem zeigt Brownes Alltagfünf Verhaltensweisen, die Forschende immer wieder mitgesundem Alternin Verbindung bringen – und die du leicht auf dein eigenes Leben übertragen kannst. ANZEIGEANZEIGETägliche Bewegung als BasisJeden Morgen startet Browne mitetwazehn Minuten Dehn-, Kraft- und Gleichgewichtsübungen. Danach konzentriert sie sich gezielt auf ihreBeinmuskulatur. Einen Gehstock oder Rollator braucht sie nicht, sie bleibtaus eigener Kraft mobil. Bei Browne endet Aktivität nicht nach dem Morgenprogramm. Sie fährt mehrmals pro Woche in ein Seniorenzentrum, tanzt dort im Sitzen, erledigt Einkäufe selbst undbleibt über den Tag hinweg in Bewegung– ohne Hochleistungssport, aber mit vielen kleinen körperlichen Reizen. Forschende beobachten in den sogenannten Blue Zones– Regionen wie Okinawa in Japan oder Sardinien in Italien mit besonders vielen Hundertjährigen – ein ähnliches Muster: Bewegung ist dort ein natürlicher Teil des Alltags. Sie entsteht durchGehen, Gartenarbeit oder Hausarbeit und nicht durch kurze, extreme Sportphasen. Unabhängigkeit als MotorFür Browne bedeutetLebensqualität vor allem Selbstständigkeit. Sie organisiert ihren Alltag selbst, lebt allein und bleibt mit dem Auto mobil, solange es für sie sinnvoll ist. Diese Unabhängigkeit ist vermutlich nicht nur eine Folge ihres Gesundheitszustands, sondern stärkt ihn gleichzeitig. Wer einkauft, Termine plant oder Wege koordiniert, trainiert automatisch seine Mobilität, seine Aufmerksamkeit und seine Fähigkeit, Entscheidungen zu treffen. Wichtig ist dabei eineehrliche Einschätzung der eigenen Fähigkeiten. Die Fahrtüchtigkeit hängt von Faktoren wie Sehvermögen, Reaktionsgeschwindigkeit oder bestimmten Erkrankungen ab – unabhängig vom Geburtsjahr. Es geht nicht darum, möglichst lange Auto zu fahren, sondern verantwortungsvoll selbstbestimmt zu bleiben. Soziale Kontakte als SchutzfaktorBrowne ist nicht nur körperlich aktiv, siehält auch ihre sozialen Verbindungen lebendig. Sie trifft mehrmals pro Woche Freunde, besucht ihre Kirchengemeinde, geht zu Veranstaltungen im Seniorenzentrum und nimmt an Familienfeiern sowie Treffen ihrer Studentenverbindung teil. Zahlreiche Untersuchungen unterstreichen, wie wichtigsoziale Beziehungenfür gesundes Altern sind. Eine aktuelle Studiemit Menschen über 80 Jahren zeigte etwa: Stark isolierte Personen erreichten seltener ein Alter von 100 Jahren als Menschen, die eng in ein soziales Umfeld eingebunden waren. Die Forschenden fanden einen Zusammenhang, konnten aber keine direkte Ursache beweisen. Auch die Forschung zu den Blue Zones beschreibtstabile Familienstrukturen und enge Freundesnetzwerkeals gemeinsame Merkmalebesonders langlebiger Bevölkerungsgruppen. Soziale Nähe scheint demnach ein wichtiger Baustein zu sein, um körperlich und seelisch möglichst lange stabil zu bleiben. Geistig aktiv und neugierig bleibenZu Brownes Alltag gehören Liebesromane, Wortspiele und eine sorgfältige Terminplanung mit Hilfe eines Kalenders. Dazu kommen Reisen, unter anderem nach Hawaii, Spanien und Brasilien, die ihren Horizont erweitert haben. Ein einzelnes Hobby schützt nicht automatisch vor geistigem Abbau. Fachleute gehen aber davon aus, dass geistige Aktivität vor allem dann hilft, wenn siemitsozialem Austausch,Bewegungundneuen Erfahrungen kombiniertist. So entsteht eine Art„gesunder Mix“ für das Gehirn. Genau diese Kombination findet sich bei Browne: Sie liest, bleibt neugierig, organisiert aktiv ihren Alltag und nimmt weiterhin am gesellschaftlichen Leben teil. Sie hält ihren Kopf nicht isoliert fit, sondern eingebettet in soziale und körperliche Aktivitäten. Ausgewogene Ernährung statt WunderlebensmittelWer bei Browne nach der einen „Wunderzutat“ für ein langes Leben sucht, wird nicht fündig. Ihre Ernährung wirkt eheralltagstauglich und ausgewogenals spektakulär. Sie isst gern Obst wie Äpfel, Pfirsiche und Heidelbeeren und verzichtet meist auf Frittiertes, Alkohol und große Mengen Zucker. Gleichzeitig gehören aber auch eine gefrorene Waffel zum Frühstück oder selbst gebackener Kuchen bei Familienfeiern zu ihrem Leben. Diese Mischung passt zu dem, was Ernährungsforscher seit Jahren beobachten: Entscheidend ist daslangfristige Ernährungsmuster. Laut WHO sind viel Gemüse und Obst, Vollkornprodukte, Hülsenfrüchte, Nüsse und wenig stark verarbeitete Lebensmittel empfehlenswert. Auch in den Blue Zones steht kein einzelnes Lebensmittel im Mittelpunkt. Typisch ist dort einhoher Anteilpflanzlicher Nahrung,wenig stark verarbeitete Produkteundüberwiegend maßvolle Portionsgrößen. Genuss ist erlaubt, aber die Basis bleibt leicht und überwiegend pflanzlich. Warum es trotzdem kein Patentrezept gibtWarum Susan Young Browne 108 Jahre alt wurde, lässt sich wissenschaftlich nicht eindeutig erklären. Dass eine ihrer Schwestern ebenfalls über 100 Jahre alt wurde, deutet darauf hin, dassgenetische Faktoren eine wichtige Rollespielen. Ihr Alltag verdeutlicht jedoch Verhaltensweisen, die Forschende regelmäßig mit gesundem Altern verbinden:regelmäßige Bewegung, eine insgesamtausgewogene Ernährung,enge soziale Beziehungen,geistige Aktivitätund möglichstviel Selbstständigkeit. Die wichtigste Botschaft ihrer Geschichte:Es gibt nicht den einen Trick, der alles verändert. Vielmehr entsteht gesundes Altern offenbar ausvielen kleinen Entscheidungen im Alltag, die sich über Jahre summieren – und dir helfen können, nicht nur länger, sondern vor allemmöglichst lange selbstbestimmt zu leben. „Absolut mein Ziel: 110 werden und weiter Auto fahren”Die Debatte