Aktuelle Lage in Nahost: Huthi-Angriffe verschärfen Situation dramatisch – zweite Meerenge wird zum Problem
kurierverlag-dePolitikStand:27. 07. 2026, 09:24 UhrKommentareUSA und Iran pausieren ihre Angriffe – doch die Huthis eskalieren: Angriffe auf Aramco, Schiffsverkehr bricht ein. Netanjahu fliegt zu. . .

kurierverlag-dePolitikStand:27. 07. 2026, 09:24 UhrKommentareUSA und Iran pausieren ihre Angriffe – doch die Huthis eskalieren: Angriffe auf Aramco, Schiffsverkehr bricht ein. Netanjahu fliegt zu Trump. Teheran/Washington, DC – Die aktuelle Lage im Iran-Krieg bleibt angespannt. Zwar haben die USA zuletzt ihre Angriffe ausgesetzt, dafür bildet sich immer deutlicher ein neuer Konfliktherd heraus: Die Huthis haben nach Angriffen auf saudische Ölanlagen den Schiffsverkehr durch die strategisch wichtige Meerenge Bab al-Mandab auf ein Mehrmonatstief gedrückt. Laut Daten des Analysehauses Kpler durchquerten am Sonntag nur noch elf Handelsschiffe die Wasserstraße an der Küste des Jemen. Auch der Verkehr durch die Straße von Hormus blieb am Wochenende gering. Sechs Schiffe versuchten demnach, eine „illegale und unsichere“ Route im Süden der Straße von Hormuz zu passieren, nachdem sie ihre Navigations- und Positionierungssysteme abgeschaltet hatten, berichtet der iranische StaatssenderIRIB. US-Präsident Trump droht dem Iran mit Konsequenzen für die Angriffe der Huthi-Miliz. (Archivbild) © Julia Demaree Nikhinson/AP/dpaDieHuthi-Miliz hatte zuvor Anlagen des saudischen Staatskonzerns Aramco in den Städten Dschisan und Janbu angegriffen. Ein Militärsprecher der Gruppe drohte in einer Videoerklärung mit einer „Eskalation in den kommenden Stunden und Tagen“. Am Sonntag meldete Huthi-Sprecher Jahja Saree zudem den Abschuss einer saudischen Drohne: einer „Aufklärungsdrohne aus türkischer Produktion“, die auf „feindlicher Mission“ unterwegs gewesen sei. Saudi-Arabien hatte in der Nacht zu Samstag seinerseits Ziele im Jemen attackiert, als Reaktion auf Angriffe im Roten Meer. Iran-Krieg aktuell: Huthi-Angriffe verschärfen Lage in NahostDer Konflikt im Roten Meer ist eingebettet in den aktuellen Iran-Krieg, der seit dem 28. Februar mit erneuten gemeinsamen Angriffen der USA und Israels auf iranische Atomanlagen begann. Der iranische Armeesprecher Amir Akraminia drohte am Sonntag mit einer Ausweitung des Kriegsgebiets. Sollten die USA ihre Luftangriffe fortsetzen, werde das Gebiet noch weiter ausgedehnt, sagte er laut der NachrichtenagenturMehr. Das Kriegsgebiet reiche bereits von Jordanien bis zu den Anrainerstaaten des Persischen Golfs. Das iranische Militär habe entsprechende Strategien vorbereitet und sei auch auf eine großangelegte Luftoperation sowie eine Bodenoffensive des US-Militärs eingestellt. Gleichzeitig signalisierte Akraminia eine vorübergehende Zurückhaltung: Der Iran habe seine Angriffe auf arabische Verbündete der USA ausgesetzt, da die US-Streitkräfte ihre Luftschläge in den vergangenen zwei Nächten eingestellt hätten. Das eigene militärische Vorgehen sei ausschließlich auf Vergeltung ausgerichtet, begründete er den Schritt. Nach einer Angriffsserie von 13 aufeinanderfolgenden Nächten hatte das US-Militär am Wochenende keine neuen Attacken gegen den Iran gemeldet. US-Botschafter bei den Vereinten Nationen, Mike Waltz, sagte imCBSin der Sendung „Face the Nation“, das gebe der Diplomatie „etwas Raum“. Gleichzeitig bestätigte er die Verlegung zusätzlicher US-Militärkapazitäten in den Nahen Osten, ohne Details zu nennen. US-Medien hatten bereits berichtet, dass weitere Kampf- und Tankflugzeuge in die Region verlegt werden. Kein Ende des aktuellen Iran-Kriegs: „Keine militärische Lösung“ für Huthi-EskalationAuch der Iran setzt offenbar wieder auf die Diplomatie: Außenminister Abbas Araghtschi rief mit Blick auf die aktuellen Spannungen im Iran-Krieg zum Dialog auf. Es gebe „keine militärische Lösung“ für den Konflikt im Jemen und um die Meerenge Bab al-Mandab, sagte er der staatlichen ZeitungIran Daily. Die Entwicklung wurzele in alten Streitigkeiten zwischen dem Jemen und Saudi-Arabien und könne nicht dem Iran zugeschrieben werden. Saudi-Arabien unterstützt seit 2015 die international anerkannte Regierung des Jemen gegen die vom Iran gestützten Huthis. Auf den Ölpreis hatte die angespannte Lage zunächst keine negativen Auswirkungen: Zu Beginn des asiatischen Handels gingen die Preise für Brent und WTI um mehr als fünf Prozent zurück – getragen von der Kampfpause zwischen den USA und dem Iran. US-PräsidentDonald Trumphatte erklärt, Washington spreche derzeit mit Teheran, das in den Verhandlungen „von Tag zu Tag ernsthafter“ werde. Unterdessen wird Israels MinisterpräsidentBenjamin Netanjahuam Dienstag zu einem Treffen mit Trump in Washington erwartet. Netanjahu sagte dem US-SenderFox News, er wolle hören, was Trump im Iran-Kontext vorhabe. „In vielerlei Hinsicht liegt die Entscheidung bei ihm“, sagte er über den US-Präsidenten, den er einen „guten Freund“ nannte. Das iranische Atomprogramm sieht Netanjahu durch die bisherigen Angriffe um Jahre zurückgeworfen: Ein großer Teil der Anlagen sei zerstört, zudem seien 20 Atomwissenschaftler ausgeschaltet worden. Gleichzeitig sprach er eine Warnung aus: Sollte der Iran direkt oder über Stellvertreter Israel angreifen, wäre das ein „schwerer Fehler“, Israels Antwort würde „sehr kraftvoll“ ausfallen. (Quellen: dpa, Al Jazeera, Iran Daily, IRIB)(fbu)