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Angeblich alles „Hysterie“: Darum zweifelt die AfD am menschengemachten Klimawandel

Die AfD ist die einzige im Bundestag vertretene Partei, die den menschengemachten Klimawandel offen infrage stellt. Statt auf weniger CO₂ zu setzen, will sie Kohle, Öl und Gas stärker nutzen. Damit steht die. . .

Von Benjamin Ruthardt · · 3 min Lesezeit

Angeblich alles „Hysterie“: Darum zweifelt die AfD am menschengemachten Klimawandel

Die AfD ist die einzige im Bundestag vertretene Partei, die den menschengemachten Klimawandel offen infrage stellt. Statt auf weniger CO₂ zu setzen, will sie Kohle, Öl und Gas stärker nutzen. Damit steht die Partei quer zum wissenschaftlichen Konsens und zu den Programmen aller anderen Fraktionen. Für viele Wähler wirkt diese Haltung befremdlich, schließlich lassen sich Hitzesommer und Hochwasser kaum wegdiskutieren. Genau hier setzt die AfD an und spricht lieber von übertriebener „Hysterie“. Doch welche Argumente nutzt die Partei dafür? Ein Blick in ihre Programme gibt Antworten. 📌 Das 1,5-Grad-ZielDas 1,5-Grad-Ziel ist eine im Pariser Klimaabkommen von 2015 völkerrechtlich verankerte Obergrenze, die den Anstieg der globalen Durchschnittstemperatur auf maximal 1,5 Grad Celsius gegenüber dem vorindustriellen Zeitalter (1850–1900) begrenzen soll. Das Ziel wurde im Dezember 2015 auf der UN-Klimakonferenz (COP21) in Paris von 197 Staaten beschlossen. Einzelne Monate und Jahre haben die 1,5-Grad-Marke in den letzten Jahren bereits überschritten. Die aktuellen Klimaschutzpläne der Staaten reichen laut Analysen nicht aus, um den langfristigen Trend unter 1,5 Grad zu halten. Was steht im AfD-Programm zum Klima?Im Bundestagswahlprogramm 2025 heißt es, es gebe „keinen Grund“, die Nutzung fossiler Energieträger wie Kohle, Öl und Gas einzuschränken oder zu verbieten. Kohlendioxid erscheint darin nicht als Problem, sondern fast als Segen. Das Treibhausgas gilt der Partei als „Treiber eines verstärkten globalen Pflanzenwachstums“, das die Welternährung begünstige, wie die„Berliner Morgenpost“berichtet. Noch deutlicher wird dasGrundsatzprogrammder Partei. Dort steht, die Aussagen des Weltklimarats IPCC zum menschengemachten Klimawandel seien „wissenschaftlich nicht gesichert“ und würden „allein auf Rechenmodellen“ beruhen, „die weder das vergangene noch das aktuelle Klima korrekt beschreiben können“. Damit stellt sich die AfD gegen den nahezu einhelligen Stand der Klimaforschung. Ist CO₂ wirklich harmlos für das Klima?Ein zentrales Argument der Partei lautet, Kohlendioxid sei „kein Schadstoff, sondern ein unverzichtbarer Bestandteil allen Lebens“. Wissenschaftlich betrachtet ist das stark verkürzt. Pflanzen profitieren zwar bis zu einem gewissen Grad von mehr CO2, doch der Effekt wird durch Hitze, Dürre und Nährstoffmangel schnell wieder aufgehoben. Diese Kipppunkte blendet die Partei in ihrer Argumentation weitgehend aus. Stattdessen verweisen Vertreter der AfD immer wieder auf natürliche Klimaschwankungen statt auf menschliche Emissionen. So entsteht der Eindruck, die Erderwärmung sei ein rein natürlicher Vorgang ohne menschliches Zutun. Warum spricht die AfD von „Klima-Hysterie“?Im Kommunalwahlprogramm 2020 der AfD Nordrhein-Westfalen findet sich ein besonders drastischer Satz. Dort heißt es, die „Klima-Hysterie der letzten Jahre“ sei „von den Medien vorsätzlich und planmäßig erzeugt worden“, wie das Studierendenmagazin„CM3“schreibt. Klimaschutz wird darin zudem als „ideologischer Unsinn“ und „perfide Angstmacherei“ bezeichnet. Fraktionschef Alexander Gauland unterstrich früh, welchen Stellenwert das Thema für die Partei hat. Im Interview mit der „Welt“ erklärte er, die Kritik an der Klimaschutzpolitik sei „nach dem Euro und der Zuwanderung das dritte große Thema für die AfD“. Klimapolitik ist für die Partei damit strategisches Kernthema, keine Randnotiz. Welche Folgen hat die Ablehnung von Klimaschutz?Aus der Klimaskepsis leitet die AfD konkrete politische Forderungen ab. Sie will aus dem Pariser Klimaabkommen austreten und den Ausbau erneuerbarer Energien stoppen. Parteichefin Alice Weidel formulierte es auf einem Parteitag drastisch: „Wenn wir am Ruder sind: wir reißen alle Windräder nieder!“Mehr News:Kritiker sehen darin mehr als nur eine energiepolitische Position. Die Ablehnung des wissenschaftlichen Konsenses untergrabe auch das Vertrauen in Forschung und Institutionen insgesamt. Unter den Bundestagsparteien steht die AfD mit dieser Haltung bislang allein da. Dieser Artikel erschien zuerst unterAngeblich alles „Hysterie“: Darum zweifelt die AfD am menschengemachten Klimawandelauf DerWesten. de.

Quelle: news38.de

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