Beauty-Trend aus Asien: Gua Sha im Check | F. A. Z. Kaufkompass
Wer sich auf Social Media herumtreibt und/oder sich für aktuelle Beauty-Trends interessiert, ist mit Sicherheit schon über diesen Hype gestolpert: Gua-Sha-Massagen fürs Gesicht. Dabei ist die Technik wie so. . .

Wer sich auf Social Media herumtreibt und/oder sich für aktuelle Beauty-Trends interessiert, ist mit Sicherheit schon über diesen Hype gestolpert: Gua-Sha-Massagen fürs Gesicht. Dabei ist die Technik wie so oft eigentlich gar nicht neu, sondern stammt aus der Traditionellen Chinesischen Medizin – zumindest in ihren Ursprüngen. Wörtlich übersetzt heißt Gua »schaben« oder »streichen«, der Begriff »Sha« steht für Rötung (der Haut). Das ist sehr bildlich, denn bei der Gua-Sha-Massage werden flache Steine oder Schaber sanft über die Haut gestrichen – ein bisschen Me-Time mit zahlreichen versprochenen Beauty-Benefits wie einer gestärkten Durchblutung, Straffung der Gesichtskonturen, Aktivierung der Lymphe, weniger Unreinheiten und einer angekurbelten Kollagenproduktion. Gua Sha im TestWas dran ist am Gua-Sha-Comeback, haben wir mit verschiedenen Produkten, darunter klassischen Gua-Sha-Steinen und Hightech-Geräten für Gesicht und Körper, selbst ausprobiert. Der KlassikerEbelin Gua-Sha-Massagestein aus RosenquarzDer herzförmige Stein ist ein tolles Einsteiger-Tool für die Gua-Sha-Massage, mit dem man nichts falsch machen kann. GünstigEinfache AnwendungAngenehmes GefühlModerate ErgebnisseKühlendDie gängigste Form von Gua-Sha-Steinen erinnert etwas an ein Y oder ein schiefes Herz mit einer gebogenen Unterseite und einer Einkerbung in der Mitte. Unser Testmodell aus dem Drogeriemarkt, derEbelin Gua-Sha-Massagestein, besteht aus Rosenquarz, dem eine beruhigende, entspannende und sogar hautreinigende Wirkung nachgesagt wird. Ob man an die Heilwirkung des Rosenquarzes glaubt oder nicht, ist jedem selbst überlassen. Das glatte Material fühlt sich auf jeden Fall toll an auf der Haut – besonders, wenn man es vor der Verwendung kurz in den Kühlschrank legt: effektiver Frischekick am Morgen!Mit klassischer Herzform: der Gua-Sha-Stein aus Rosenquarz. Für unseren Test starten wir direkt morgens nach dem Aufstehen und ziehen den Gua-Sha-Stein langsam über das frisch gereinigte Gesicht. Die gebogene Seite schmiegt sich der Wangen- und Augenkontur angenehm an, das Kinn passt perfekt in die Vertiefung des Y. Zur Verwendung am besten Gesichtsöl oder eine reichhaltigere Creme verwenden, so gleitet der Stein angenehm und reißt, zerrt oder ruckelt nicht über die Haut. Wir empfinden die Mini-Selbstmassage als überaus angenehm. Aber kann sie wie versprochen auch helfen, die nachts angestaute Lymphe besser abfließen zu lassen und für einen »De-Puff-Effekt« zu sorgen?Gerade um die Augenpartie herum merken wir an manchen unserer Testtage tatsächlich eine kleine Verbesserung: Die Tränensäcke wirken weniger geschwollen und „puffy«, sicherlich auch ein Nebeneffekt der Kühlung. Mit den Wundern, die einem auf Instagram & Co. versprochen werden, kann unsere Praxiserfahrung zwar nicht mithalten, dennoch halten wir den rosafarbenenEbelin Gua-Sha-Massagesteinfür eine schöne Ergänzung in der Beauty-Routine. Und fürzum Testzeitpunkt gerade einmal acht Euroist sogar noch ein Baumwolltäschchen zum Verstauen dabei. MultifunktionalStylpro GS01AMit Vibration, Wärme und farbigen LEDs kombiniert der Stylpro verschiedenste Beauty-Benefits. Einfache AnwendungZusatznutzen durch LichttherapieLange AkkulaufzeitModerate ErgebnisseWärmendTeuerEin bisschen mehr Hightech gibt es mit demStylpro GS01A. Der kombiniert die traditionelle Massagetechnik mit Wärme, Vibration und Lichttherapie. Die Form der Massagefläche erinnert statt des klassischen Ys eher an ein sehr flaches, geneigtes M, das in eine Halterung mit Akku und Deckel integriert ist. Kurz mit dem beiliegenden Kabel aufladen, dann geht es auch schon los. Das Gua-Sha-Gerät bietet drei Modi: blaues, rotes und pinkes Licht. Blaues LED-Licht kann bestimmte akneauslösende Bakterien reduzieren, Entzündungen lindern und die Aktivität der Talgdrüsen modulieren. Die Annahme ist deshalb, dass das Gerät antibakteriell wirken und Pickel reduzieren könnte. Rotes Licht kann in tiefere Hautschichten eindringen und auf Fibroblasten wirken, die eine zentrale Rolle bei der Kollagenproduktion spielen. Das ist der Grund, warum die Theorie aufkam, es könne »Anti‑Aging« unterstützen. Manche Studien deuten zudem darauf hin, dass rotes LED-Licht den Zellstoffwechsel anregen und Entzündungen reduzieren kann. Echte Langzeitstudien gibt es dazu allerdings nicht. 1von5Der elektrische Gua-Sha-Stein macht sich diese Infos zunutze. Die Frequenzen liegen mit 633 nm (Rot) und 415 nm (Blau) gerade so im empfohlenen Bereich. Das pinke Licht soll beide Effekte kombinieren. Auf Knopfdruck startet das Gerät, die glatte Spitze gleitet ebenso angenehm sanft über das Gesicht wie bei einem traditionellen Gua-Sha-Stein – vorausgesetzt, man hat auch hier vorher ein Öl oder eine Creme als Gleithilfe aufgetragen. Dabei vibriert das Gerät und erzeugt Wärme, während klassische Gua-Sha-Steine kühlen. Wir benutzen denStylprodeshalb lieber abends als morgens. Auch die Form ist ungewohnt und hat uns bei dem klassischen Gua-Sha-Stein etwas besser gefallen. An Wangen und Augen funktioniert sie gut, am Kinn finden wir es nicht optimal, zumal wir das Gerät hier durch die Griffstellung oft versehentlich ausschalten. Einen kurzfristigen Sofort-Effekt durch die Lichttherapie können wir in unserem Test nicht feststellen – den sollte man aber sowieso nicht erwarten, hier ist für eventuelle Erfolge in jedem Fall eine lange, konsequente Behandlung gefragt. Für den KörperL’Occitane Body Gua ShaMit einer wellenförmigen Kante intensiviert der Gua-Sha-Stein die Massagefunktion. Einfache AnwendungAngenehmes GefühlKühlendZeitintensivDerL’Occitane Body Gua Shaist für den Körper gedacht und erinnert uns an einen kleinen Engelsflügel, spitz zulaufend an der einen Seite, mit kleinen Wellen an der anderen. Diese verstärken die Massagewirkung für den Körper. Andere Körper-Modelle haben zu diesem Zweck auch kleinere Zacken. Insgesamt ist das kleine Steinchen nur geringfügig größer als unser Gua-Sha-Stein fürs Gesicht. Heißt deshalb auch: Uff! Hier ist man lange beschäftigt, wenn man beispielsweise die Beine bearbeiten möchte. Der Gua-Sha-Stein für den Körper mit wellenförmiger Kante für eine erhöhte Massagefunktion. Aus welchem Material der Stein genau besteht, ist unklar. Wir empfinden den glatten Stein ähnlich angenehm wie Rosenquarz und auch dieses Gua-Sha-Tool wirkt in den ersten Minuten angenehm kühlend. Insgesamt hat uns die Anwendung für den Körper jedoch etwas weniger überzeugt. Nach TCM Muskelverspannungen zu lösen oder Schmerzen zu lindern, ist in unseren Augen was für den Profi. Als Laie, alleine mit dem Stein bewaffnet, haben wir solche Ergebnisse nicht erzielt. Das Gefühl ist zwar beispielsweise auf den Oberschenkeln angenehm, an anderen, weniger leicht erreichbaren Körperstellen bei der Selbstanwendung aber eher ungelenk. Und was im Gesicht zur kurzweiligen Beauty-Einheit wird, zieht sich am Körper ganz schön lange hin. GesichtsbürsteMakoto Nobu Lymphatische GesichtsbürsteDie Bürste hat in unserem Praxistest wenig Effekt und macht eher einen billigen Gesamteindruck. Einfache AnwendungWenig EffektSehr billige VerarbeitungStreng genommen kein echtes Gua-Sha-Tool, aber von Herstellern für einen ähnlichen Zweck beworben, sind so genannte lymphatische Gesichtsbürsten, in unserem Test dieMakoto Nobu Lymphatische Gesichtsbürste. Auf Social Media überall, von seriösen Herstellern Fehlanzeige: Das ist für uns immer ein schlechtes Zeichen. Wir haben uns für eines der unzähligen Lookalikes von Amazon entschieden, um auch eine Gesichtsbürste zu testen: Schließlich soll die nach genau dem gleichen Prinzip wie ein Gua-Sha-Stein funktionieren und Durchblutung sowie Lymphfluss anregen. Der Vorteil: Die Bürste kann auch ohne Öl als »Schmiermittel« verwendet werden. Die Borsten sind in Noppenform geschnitten, der Griff besteht aus billigem Plastik im Holzimitat-Look. Wir packen die Bürste aus und waren ob der maximal billigen Verarbeitung erstmal enttäuscht. Was auf den Bildern nach Holzoptik aussieht, ist einfaches Plastik am Griff. Immerhin sind die Borsten schön weich, auch wenn wir nicht genau herausfinden können, aus was sie bestehen. Wir waschen das Gesicht, da die Bürste nur auf sauberer Haut angewendet werden soll, und streichen los. Die Borsten passen sich der Gesichtsform gut an und die Bürstenform liegt gut in der Hand. So richtig überzeugt uns das Gefühl im Praxistest aber nicht. Die Borsten erinnern an einen festen Make-up-Pinsel, kitzeln an der Augenpartie und bewirken unserem Gefühl nach deutlich weniger als klassische Gua-Sha-Steine. FazitJedes Gua-Sha-Modell punktet mit einem eigenen USP. Für uns bietet das einfachste, klassische Modell die meisten Vorteile: Es fühlt sich angenehm an, erzielt bescheidene, aber kurzfristig sichtbare Ergebnisse, taugt als kurzweiliges Wohlfühl-Ritual und kostet wenig. Beim Kauf macht man also wenig falsch. Der Nachteil gerade bei der Verwendung am Morgen ist für uns die Verwendung mit Gesichtsöl oder zumindest einer reichhaltigen Creme. Wer das nicht sowieso schon in seiner täglichen Pflegeroutine hat, muss danach erstmal nochmal das Gesicht waschen. Wer sich etwas mehr Extras wünscht oder Lust hat, etwas mehr Geld auszugeben, setzt auf ein Modell mit LED-Licht. Spontane Wunder sollte man aber auch hier nicht erwarten. Den Gua-Sha-Stein für den Körper fanden wir zwar an sich sehr angenehm, im Praxistest an den meisten Körperstellen jedoch eher mühsam. Hier braucht man schon wirklich lange, bis man größere Bereiche massiert hat. Danach fühlen wir uns eher erschöpft als erholt. Das Erlebnis mit der billig verarbeiteten Bürste hat uns insgesamt allerdings am wenigsten überzeugt. Die wichtigsten Kaufkompass-Empfehlungen direkt über WhatsApp. AbonnierenVergleichstabelleVerwendungAnwendungsbereichAuch interessantAlle Infos zum ThemaFakten rund um die Gua-Sha-MassageIn der Traditionellen Chinesischen Medizin geht man davon aus, dass die Schabemassage Blockaden im Energiefluss (Qi) des Körpers lösen und so Heilungsprozesse anregen kann. Klassische Gua-Sha-Steine gibt es zu diesem Zweck in verschiedensten Materialien. Im Trend liegen (Halb)Edelsteine wie der von uns getestete Rosenquarz (pflegend, harmonisierend), Amethyst (entzündungshemmend, klärend, stresslindernd), Jade (reizlindernd, heilend, entspannend) oder Bergkristall (anregend, lymphunterstützend). Wer weniger esoterisch unterwegs ist, findet auch günstige Modelle aus Edelstahl mit einer ähnlichen Haptik oder sogar Holz, bei dem allerdings der gern gesehene Kühleffekt wegfällt. 1von4Ein wenig faktenbasierter als die Heilwirkung der verwendeten Edelsteine ist die Technik. Was relativ gut belegt ist: Durch längeres, gezieltes Schaben über die Haut entsteht eine kurzfristig anhaltende, gesteigerte Durchblutung im bearbeiteten Bereich. Es liegt nahe, dass diese die Regeneration der Haut anregen kann. Die zweite faktenbasierte Wirkung ist die lymphatische Stimulation: Gua-Sha-Techniken können den Abfluss von Flüssigkeit verbessern – im kosmetischen Kontext wird dies oft als »Entschwellung« beschrieben. Da die Gesichtsmuskulatur sehr oberflächlich liegt, kann das langsame, regelmäßige Gleiten des Steins ebenfalls kurzfristige Veränderungen im Muskeltonus bewirken, das heißt, das Gesicht straffer aussehen lassen. Alle unsere getesteten Modelle im Quickcheck 04/2026. Langfristig belegte Wirkungen zur Gua-Sha-Massage gibt es allerdings keine. Wir fanden die Anwendung als Skincare-Trend jedoch zumindest einfach angenehm entschleunigend. Bonuspunkt: Auch zur Einarbeitung von reichhaltigen Pflegeprodukten können Gua-Sha-Tools hilfreich sein. So funktioniert die Anwendung zu HauseGesicht und Stein gründlich reinigen. Ein (Gesichts-)Öl auftragen. Bei lymphatischen Bürsten ist dieser Schritt nicht nötig. Nun das Gua-Sha-Tool flach ansetzen und sanft mit leichtem Druck auf der Haut entlangfahren. Grundregel: Immer von der Mitte nach außen in eine Richtung entlang der Lymphbahnen arbeiten. Dadurch wird im Idealfall neben der Durchblutung auch der Lymphfluss angeregt und angestaute Flüssigkeit kann abtransportiert werden. An den Wangen mit der flachen Seite des Gua-Sha-Tools von der Nase ausgehend nach außen in Richtung Schläfen streichen. Unter den Augen mit der abgerundeten Kante sehr behutsam von innen nach außen streichen, um Schwellungen zu lindern. Für Kinn und Kiefer den Stein mit der Einkerbung an der Kinnmitte ansetzen und entlang der Kontur Richtung Ohren ziehen. Auf der Stirn jeweils von den Augenbrauen nach oben zum Haaransatz streichen. Die Bewegungen jeweils etwa fünf bis zehn Mal wiederholen. Optimal ist eine Anwendung von fünf bis zehn Minuten, täglich oder zwei bis drei Mal pro Woche. Wichtig: Nicht auf entzündeter oder verletzter Haut anwenden!Danach den Stein unter fließendem Wasser reinigen und eventuell zurück in den Kühlschrank legen. Ölreste auf dem Gesicht sanft einmassieren oder abtupfen. 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