Der weltweite Chip-Crash breitet sich aus, Verkaufswelle erfasst Asien
Die Jagd auf die Gewinner des KI-Booms kippt in einen globalen Ausverkauf. Nachdem US-Chiphersteller am Dienstag unter die Räder geraten waren, erfasste die Verkaufswelle am Mittwoch Asien – Europa dürfte folgen.
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Die Jagd auf die Gewinner des KI-Booms kippt in einen globalen Ausverkauf. Nachdem US-Chiphersteller am Dienstag unter die Räder geraten waren, erfasste die Verkaufswelle am Mittwoch Asien – Europa dürfte folgen. In Seoul brachen Samsung Electronics und SK Hynix am Mittwoch zeitweise um mehr als sieben Prozent ein. Zuvor hatte der Philadelphia Semiconductor Index fünf Prozent verloren und damit den schwächsten Handelstag seit Ende Juli verbucht. Der südkoreanische Kospi sackte sogar um über sechs Prozent ab. Noch schlimmer erwischte es AMD mit einem Minus von 4 ProzentUS-Chip-Aktien waren zuvor deutlich im Minus aus dem Handel gegangen. Nvidia ging mehr als 2 Prozent im Minus aus dem Handel und verlor nachbörslich nochmal leicht. Bei Broadcom stand im regulären Handel ein Minus von 3 Prozent, und in der Nachbörse ging es nochmals leicht nach unten. Noch schlimmer erwischte es AMD mit einem Minus von 4 Prozent und einem nachbörslichen Minus von mehr als 1 Prozent. Intel ging mit einem Minus von fast 7 Prozent aus dem Handel und gab nachbörlich nochmals um ein Prozent nach. Anleger fliehen vor einem gefährlichen MixHinter dem Absturz steckt jedoch keine einzelne Gewinnwarnung. Anleger fliehen vor einem gefährlichen Mix aus hohen Anleiherenditen, geopolitischer Unsicherheit und steigenden Energiekosten. Besonders brisant ist, dass höhere Zinsen die Investitionen der großen Cloud-Konzerne verteuern. Damit wachsen die Zweifel an deren gewaltigen Ausgaben für KI-Rechenzentren. Die Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen lag mit 4,69 Prozent nahe ihrem höchsten Stand seit Anfang 2025. Dreißigjährige Papiere erreichten mit zeitweise 5,34 Prozent sogar ein Niveau, das seit 2007 nicht mehr verzeichnet worden war. Zuletzt gab ihre Rendite jedoch leicht auf 5,27 Prozent nach. ANZEIGEANZEIGETech-Gewinne erscheinen weniger wertvollFür hoch bewertete Wachstumsaktien ist das Gift: Sichere Anleihen werden attraktiver und künftige Tech-Gewinne erscheinen weniger wertvoll. Zusätzlichen Druck bringt der US-Iran-Konflikt. Brent-Öl stieg den vierten Tag in Folge auf über 91 US-Dollar je Barrel. Ein neuer Energieschock könnte die Inflation hochhalten und Zinssenkungen weiter hinauszögern. „Die langfristige KI-Wachstumsstory ist zwar intakt“, sagte Jung In Yun von Fibonacci Asset Management Global gegenüberBloomberg. Doch hohe Zinsen und geopolitische Risiken drückten die Bereitschaft, dafür einen Aufschlag zu zahlen. Nun rückt das Protokoll der jüngsten US-Notenbanksitzung in den Fokus. Liefert dieses keine Entlastung, könnte die Gewinnmitnahme bei Chip-Aktien schnell zur nächsten Belastungsprobe für die gesamte KI-Rally werden. Autor: Ferdinand Hammer,wallstreetONLINERedaktion