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Feigen und Oliven aus Bayern? Wie der Klimawandel den Obst- und Gemüsebau schon jetzt verändert

Feigen, Ingwer undWassermelonen aus Bayern:Der Klimawandel macht den Anbau von Pflanzen möglich, die man bislang vor allem aus südlichen Ländern kennt. Gleichzeitig setzen Dürre und Extremwetter traditionellen. . .

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Feigen und Oliven aus Bayern? Wie der Klimawandel den Obst- und Gemüsebau schon jetzt verändert

Feigen, Ingwer undWassermelonen aus Bayern:Der Klimawandel macht den Anbau von Pflanzen möglich, die man bislang vor allem aus südlichen Ländern kennt. Gleichzeitig setzen Dürre und Extremwetter traditionellen Kulturen zu. Welche Obst- und Gemüsesorten werden künftig auf den Feldern und in den Gärten wachsen – und welche nicht mehr?Antworten hat Alexander Zimmermann, Versuchsingenieur für Obstbauwesen an der Bayerischen Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau (LWG). Auf einem Versuchsgelände naheWürzburguntersuchen er und seine Kollegen, welche südländischen Sorten mit den bayerischen Bedingungen zurechtkommen. Seit etwa drei Wochen ernten sie Feigen. „Im August schwappt das ein bisschen ab und geht dann Ende September oder im Oktober wieder richtig los“, erklärt Zimmermann. Je wärmer der Herbst, umso länger könne man die Feigen ernten. Auch mit Kakis und Oliven experimentieren die Experten vom LWG. Für den gewerblichen Anbau haben sich diese Sorten in Bayern allerdings noch nicht durchgesetzt. Anders sieht es bei Mandeln, Kiwibeeren und Wassermelonen aus, für die es bereits Produzenten im Freistaat gibt. In Bayern wachsen Auberginen und SüßkartoffelnAuch beim Gemüse tut sich einiges, wie Katrin Kell weiß. Sie ist Diplom-Ingenieurin für Gartenbau an der Hochschule Weihenstephan-Triesdorf (HSWT). Ingwer, Amaranth, Auberginen und Süßkartoffeln werden bereits von Landwirten in Bayern angebaut. Wer sich in seinem eigenen Garten ausprobieren möchte, hat eine große Auswahl an Pflanzen, von denen man vielleicht noch nie gehört hat. Dazu gehören etwa Edamame: unreif geerntete Sojabohnen, die in der asiatischen Küche verbreitet und auch hierzulande beliebt sind. Schön fürs Auge ist der Okinawa-Spinat mit seinen purpurfarbenen Blattunterseiten. Die Pflanze stammt ursprünglich aus Indonesien. Auch Sommer-Portulak gedeiht inzwischen in heimischen Gärten. Seine Blätter schmecken nussig bis säuerlich-salzig und werden als Salat gegessen. Die Blütenknospen erinnern geschmacklich an Kapern. Für Eintöpfe oder Pfannengerichte eignet sich die Wurzelknolle der Yacón-Pflanze. Sie ist saftig und schmeckt süßlich, ähnlich einer Birne. Äpfel, Erdbeeren, Zwetschgen: Diesen heimischen Sorten setzt der Klimawandel zuGanz so einfach passen sich die exotischen Arten allerdings nicht an die bayerischen Bedingungen an. Schließlich wird es im Winter immer noch manchmal sehr kalt. Zimmermann und seine Kollegen testen deshalb, welche Sorten mit Minusgraden zurechtkommen. Der Klimawandel bringt außerdem nicht nur neue Möglichkeiten. „Natürlich ist es interessant, wenn neue Kulturen wachsen“, sagt Zimmermann vom LWG. „Aber das ist alles gekoppelt mit Problemen. “ Zum einen ist es für Betriebe nicht einfach, auf andere Pflanzen umzustellen. Zum anderen kommt es immer häufiger zu Hagel, Starkregen und Dürre. Das setzt auch traditionellen Kulturen wie Äpfeln, Erdbeeren und Zwetschgen zu. Gegen die Folgen des Klimawandels können sich Landwirte allerdings schützen, etwa mit Hagelnetzen. Außerdem züchten Experten Bäume, die später blühen. So sollen ihre Blüten seltener von Spätfrösten getroffen werden. „Ich sehe jetzt nicht, dass der Apfelanbau in Deutschland in den nächsten 50 Jahren gefährdet ist“, sagt Zimmermann. Auch klassische Gemüsesorten werden durch den Klimawandel nicht verdrängt, sagt Katrin Kell von der HSWT. Der Anbau werde sich wohl weiter in den Frühling und Herbst verschieben und im Sommer müssten die Pflanzen stärker geschützt werden: „Schattieren, mehr Laub lassen oder mit Sprühnebel arbeiten“, empfiehlt die Expertin. „Es wird vielleicht manches aufwendiger. Man muss eben innovativ bleiben und ganz viel ausprobieren. “

Quelle: suedkurier.de

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