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Gesundheit: Risikogebiet auch im Saarland – warum die Zecken-Saison länger dauert und was wichtig ist

Milde Winter und mehr Aufenthalte im Grünen verlängern die Zeckenaktivität. Eine außergewöhnliche Häufung gibt es 2026 zwar nicht – das Risiko für Borreliose und FSME bleibt aber bestehen und auch im Saarland und direkt an der Grenze besteht ein Risikogebiet.

Von Stefan Lautenschläger · · 5 min Lesezeit

Gesundheit: Risikogebiet auch im Saarland – warum die Zecken-Saison länger dauert und was wichtig ist

SaarlandGesundheitRisikogebiet auch im Saarland – warum die Zecken-Saison länger dauert und was wichtig istSaarbrücken·Milde Winter und mehr Aufenthalte im Grünen verlängern die Zeckenaktivität. Eine außergewöhnliche Häufung gibt es 2026 zwar nicht – das Risiko für Borreliose und FSME bleibt aber bestehen und auch im Saarland und direkt an der Grenze besteht ein Risikogebiet. 28. 07. 2026 , 07:00 UhrNach dem Aufenthalt im Grünen empfiehlt sich eine gründliche Kontrolle auf Zecken. Foto: Patrick Pleul/dpa-Zentralbild/dp/Patrick PleulEine Rötung nach einem Spaziergang, ein Stich im Garten oder Fieber nach einem Wochenende im Grünen –viele Menschen kommen inzwischen mit solchen Symptomen zur Kontrolle in die Praxis von Dr. Alexandra Kellner inSaarbrücken. Ihnen stelle sich oft die Frage: Droht durch einen Zeckenbiss eine Erkrankung? Häufig könne sie Entwarnung geben, sagt die Ärztin: „Wir haben viele Fälle, wo man sagen kann: Nein, das ist mit Sicherheit nur eine normale Rötung, vielleicht eine leicht allergische Reaktion. “ Gleichzeitig beobachte sie eine gestiegene Aufmerksamkeit für Zeckenbisse. Zeckenplage im Saarland? Das sagen die GesundheitsbehördenEine außergewöhnliche Zeckenplage lässt sich daraus jedoch nicht ableiten. Nach Angaben der Gesundheitsbehörden im Saarland gebe es 2026 bislang keine auffällige Entwicklung. Die Veränderung liege weniger in einer Zunahme der Zecken als in ihrer längeren Aktivitätszeit. „Ich habe schon den Eindruck, dass sich die Zeckensaison verlängert hat“, sagt Dr. Kellner. Auch das Universitätsklinikum des Saarlandes (UKS) beobachte einen frühen Saisonbeginn: Der erste Fall von Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) im Saarland sei bereits Ende Februar an das Robert Koch-Institut gemeldet worden. Bislang keine Verschärfung im Risikogebiet Saarpfalz-KreisAuch der Saarpfalz-Kreis, der als einziger Landkreis im Saarland als Risikogebiet für FSME ausgewiesen ist, verzeichne nach eigenen Angaben ein typisches Niveau bei Beratungsanfragen. Eine Verschärfung innerhalb des Risikogebiets sei derzeit nicht erkennbar. Der Landkreis gelte nach Angaben des Robert Koch-Instituts bereits seit 2012 als Risikogebiet. Einzelne FSME-Fälle seien nach Angaben des Gesundheitsministeriums in den vergangenen Jahren allerdings auch aus anderen saarländischen Landkreisen gemeldet worden. Direkt angrenzend ans Saarland liegt ein weiteres FSME-RisikogebietAuch der rheinland-pfälzische Landkreis Birkenfeld vom RKI als Risikogebiet eingestuft, er grenzt direkt ans Nordsaarland und viele Saarländer sind dort regelmäßig in der Natur unterwegs. Die Aktivitätszeit der Zecken hängt von mehreren Faktoren ab. Nach Angaben des Landesamts für Umwelt- und Arbeitsschutz würden Witterung, Luftfeuchtigkeit, Vegetation und natürliche Wirte die Entwicklung der Population beeinflussen. Auch das Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung verweist darauf, dass Klima, Umweltbedingungen und menschliches Verhalten zusammenwirken. Eine verlässliche Prognose sei daher schwierig. Winterpause der Zecken wird kürzerMilde Winter können die Aktivitätszeit verlängern. Nach Angaben des Bundesinstituts für Öffentliche Gesundheit werde die Winterpause der Zecken kürzer. Die Tiere könnten bereits ab konstanten Temperaturen von etwa sieben Grad aktiv werden, so Corinna Heyer, Landesvorsitzende des Naturschutzbundes (Nabu) im Saarland. Extreme Hitze und Trockenheit wirkten nach Angaben Heyers dagegen ungünstig, da Zecken Wasser verlören und sich in feuchte Laubschichten oder den Boden zurückzögen. Besonders günstige Bedingungen fänden Zecken laut Heyer in feuchten Laub- und Mischwäldern, an Waldrändern sowie in hohen Wiesen und naturnahen Gärten. Für ihre Verbreitung spielten zudem verschiedene Tiere eine Rolle: Nagetiere könnten Krankheitserreger wie Borrelien übertragen, während Rehe und Hirsche wichtige Wirte für erwachsene Zecken seien. Auch Dr. Kellner betont: „Prinzipiell überall“ könne es zu einem Stich kommen. Was Fachleute empfehlenEntscheidend ist deshalb das richtige Verhalten nach einem Aufenthalt im Grünen. Fachleute empfehlen lange, helle Kleidung, geschlossene Schuhe und eine gründliche Körperkontrolle. Besonders häufig finden sich Zecken an warmen, geschützten Stellen wie Kniekehlen, Achseln, Leistengegend oder hinter den Ohren. Ein verbreiteter Irrtum sei nach Angaben von Heyer zudem, dass Zecken sich von Bäumen fallen lassen. Tatsächlich warteten sie meist in einer Höhe von etwa 20 bis 100 Zentimetern auf Gräsern oder niedrigen Sträuchern auf Wirte. Wird eine Zecke entdeckt, sollte sie möglichst schnell entfernt werden. Das Gesundheitsamt Neunkirchen empfehle dafür etwa eine Pinzette oder ein geeignetes Zeckenentfernungsinstrument. Öl oder Klebstoff sollten demnach nicht verwendet werden, da die Zecke dadurch gereizt werden könne. Wer die Zecke nicht sicher entfernen könne, könne dies auch in einer Arztpraxis erledigen lassen, sagt Dr. Kellner. Rötungen nach Biss im Auge behaltenDanach gilt: beobachten. Eine kleine Rötung direkt nach dem Biss sei zunächst kein Grund zur Sorge. Anders sei es bei der sogenannten Wanderröte: Die bei Borreliose mögliche Rötung trete laut Dr. Kellner meist nach sieben bis zehn Tagen auf und breite sich ringförmig aus. Viele Betroffene hätten den Biss dann bereits schon vergessen. „Wenn der Ring auftritt, dann definitiv zum Arzt gehen“, rät die Ärztin. Borreliose und FSME dürften nicht verwechselt werden: Während Borreliose laut Dr. Kellner durch Bakterien verursacht und mit Antibiotika behandelt werden könne, handle es sich bei FSME um eine Virusinfektion ohne gezielte Therapie. „Die FSME-Impfung schützt in keiner Weise vor Borreliose“, sagt die Ärztin. Die Ständige Impfkommission empfehle die Impfung vor allem Menschen, die in Risikogebieten häufig Zecken ausgesetzt seien (siehe Infobox). Die wichtigste Botschaft für die kommenden Sommerwochen bleibt deshalb laut Dr. Kellner: schützen, kontrollieren, handeln. Lange Kleidung, die Kontrolle des Körpers nach Aufenthalten im Grünen und das schnelle Entfernen einer Zecke seien die wirksamsten Maßnahmen, um das Erkrankungsrisiko zu verringern. (jos)Hinweis: Der Infobox-Text zu Borreliose und FSME wurde mithilfe von Künstlicher Intelligenz erstellt und von der Redaktion sorgfältig geprüftSaarbrückenSaarlandZur Startseite

Quelle: saarbruecker-zeitung.de

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