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Globale Studie: Wie Schmetterlinge vor Klimawandel und Ökosystemkrisen warnen

Eine internationale Studie von Forschenden aus Jena, Leipzig und Melbourne hat nun die bislang größte globale Analyse zu den Verbreitungsverschiebungen von Schmetterlingen vorgelegt. Das Ergebnis: 80 Prozent der Arten weiten ihre Areale aus – meist als Reaktion auf Klimawandel, Extremwetter und intensive Landnutzung.

Von MDR WISSEN/ IZ · · 3 min Lesezeit

Globale Studie: Wie Schmetterlinge vor Klimawandel und Ökosystemkrisen warnen

AUDIO: ARD KLIMA MoE Schmetterlinge weiten ihre Lebensräume wegen Klimawandel aus (1 Min)Globale StudieDruck durch den Klimawandel: Schmetterlinge weiten ihre Lebensräume ausStand: 05. 08. 2026 15:43 UhrEine internationale Studie von Forschenden aus Jena, Leipzig und Melbourne hat nun die bislang größte globale Analyse zu den Verbreitungsverschiebungen von Schmetterlingen vorgelegt. Das Ergebnis: 80 Prozent der Arten weiten ihre Areale aus – meist als Reaktion auf Klimawandel, Extremwetter und intensive Landnutzung. von MDR WISSEN/ IZSchmetterlinge gelten als Frühwarn-Indikatoren für Umweltveränderungen. Wenn sich ihre Verbreitungsgebiete verschieben, deutet das auf tiefgreifende Veränderungen ganzer Ökosysteme hin. Forschende aus Jena, Leipzig und Melbourne haben nun die größte globale Analyse zu Verbreitungsverschiebungen bei Schmetterlingen veröffentlicht. Analysiert wurden 1. 758 Schmetterlingsarten in 105 Ländern. Die Studie zeigt erhebliche Veränderungen. 80 Prozent der untersuchten Arten haben ihr Verbreitungsgebiet ausgeweitet, sie kommen also nun in mehr Regionen vor als früher. Das klingt zunächst positiv, ist aber meist eher eine Ausweichreaktion: 79 Prozent der Veränderungen bei den Schmetterlingsverbreitungsgebieten stehen im Zusammenhang mit Klimawandel und Extremwetter. Einige Arten verkleinerten ihre Areale oder veränderten die Höhe, in der sie leben. Erstaunliches Ausmaß der Veränderung"Wir haben festgestellt, dass sich die Verbreitungsgebiete von Schmetterlingsarten auf allen Kontinenten verschieben", sagt Erstautor Dr. Shawan Chowdhury. Chowdhury ist Alumnus von iDiv, der Universität Jena und des UFZ und arbeitet jetzt an der Monash University in Melbourne. "Das Ausmaß ist erstaunlich – und die Veränderungen finden nicht nur in den gut untersuchten Regionen Europas und Nordamerikas statt. "Schmetterlinge seien Frühindikatoren, ergänzt Chowdhury: "Wenn sich ihre Verbreitungsgebiete derart dramatisch verändern, deutet das auf tiefgreifende Veränderungen in ganzen Ökosystemen hin. "In Deutschland können sich aufgrund der klimatischen Veränderungen nun auch wärmeliebende Arten wie der Karstweißling und der Segelfalter verbreiten. Sie bringen teils mehrere Generationen pro Jahr hervor. Empfindliche Feuchtgebietsarten wie der Hochmoor-Perlmuttfalter hingegen geraten durch die Trockenlegung von Mooren und intensive Landnutzung unter Druck. Auch die Landnutzungsintensität ist neben dem Klimawandel ein entscheidender Faktor für die Veränderung der Schmetterlingsverbreitungsgebiete. Forschende beklagen DatenlückenObwohl die Studie als sehr umfassend gilt, beklagen die Autoren fehlende Daten. Vor allem in Zentralafrika, Südostasien, Neuguinea und dem Amazonasbecken bestehen große Lücken – und das, obwohl diese Gebiete als Biodiversitätshotspots gelten. Man müsse die Monitoring-Bemühungen weltweit ausbauen und stärker koordinieren, fordern die Autoren. Nur so könne man sicherstellen, dass etwa Entscheidungen zum Naturschutz auf einer soliden Datenbasis beruhen. Geleitet wurde die Studie von Forscherinnen und Forschern der Monash University, des Deutschen Zentrums für integrative Biodiversitätsforschung (iDiv), der Friedrich-Schiller-Universität Jena, und des Helmholtz-Zentrums für Umweltforschung (UFZ). Weitere ArtikelTagfalter-MonitoringSchmetterlinge leiden unter Pestiziden und KlimawandelRund 500 ehrenamtliche Schmetterlings-Zähler überprüfen regelmäßig die Bestände von mehr als 170 Tagfalterarten. Jetzt feiert das "Tagfalter-Monitoring Deutschland" 20-jähriges Jubiläum. Von Daniel Peter. ErderwärmungDie Natur verliert ihren RhythmusDer Winter ist außergewöhnlich mild. Doch was für Menschen angenehm ist, bringt die Tierwelt durcheinander: Viele Arten laichen, brüten oder schlüpfen früher - und finden dann keine Nahrung. Von I. Wonnemann und A. Steininger. Wie man Ökosysteme repariert und das Klima schütztBagger fahren für die NaturLebensräume zerstören, Pflanzen und Tiere ausrotten. Das kann der Mensch. Aber kann er die Natur auch reparieren? Die UN-Dekade zur Wiederherstellung von Ökosystemen bis 2030 soll genau das unter Beweis stellen.

Quelle: www4.mdr.de

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