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IHK-Chef prognostiziert „magere 20er Jahre“ – Bürokratieabbau für die Wirtschaft

Startseite Lokales Erding Dorfen Stand:16. 08. 2026, 15:00 Uhr Kommentare Uns auf Google folgen Heimische Wirtschaftsvertreter und Kommunalpolitiker folgten den Ausführungen von. . .

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IHK-Chef prognostiziert „magere 20er Jahre“ – Bürokratieabbau für die Wirtschaft

StartseiteLokalesErdingDorfenStand:16. 08. 2026, 15:00 UhrKommentareUns auf Google folgenHeimische Wirtschaftsvertreter und Kommunalpolitiker folgten den Ausführungen von IHK-Hauptgeschäftsführer Manfred Gößl (l. ) im Jakobmayer-Saal. © HRSRund 120 Gäste aus Wirtschaft und Politik kamen zum Empfang des IHK-Regionalausschusses Erding-Freising nach Dorfen. IHK appelliert an Eigenverantwortung. Dorfen – Rund 120 Gäste aus der heimischen Wirtschaft und Kommunalpolitik waren zum Wirtschaftsempfang des IHK-RegionalausschussesErding-Freisingin den Jakobmayersaal in Dorfen gekommen. Die neue Vorsitzende Veronika Kamm betonte die Rolle des Gremiums als Sprachrohr der regionalen Wirtschaft und Plattform für den Austausch mit Politik und Verwaltung. Dem Ausschuss gehören fast 26. 000 Unternehmen der Flughafenregion an. Kamm, Geschäftsführerin der Firma Huber Technik in Erding, dankte ihrem Vorgänger Otto Heinz für dessen Engagement. Mit einem Augenzwinkern verwies sie auf ihre Gemeinsamkeiten als Familienunternehmer und Fans des TSV 1860 München. Heinz gab ihr mit auf den Weg: „Kämpfe wie eine Löwin. “Trotz schwieriger Rahmenbedingungen zählen Erding und Freising weiterhin zu den wirtschaftlich stärksten Regionen Deutschlands. IHK-Hauptgeschäftsführer Manfred Gößl bemerkte in seiner flammenden Rede, viele Regionen würden mit den beiden Landkreisen tauschen wollen. Freising profitiere von seinem Hochschulstandort Weihenstephan und einer lebendigen Gründerszene mit 44 Start-ups, insbesondere im Lebensmittelbereich. Erding punktet dagegen mit Wohlstand und einer Arbeitslosenquote von nur 2,7 Prozent. Freising liegt bei 3,3 Prozent – beide sind deutlich unter dem bayerischen Durchschnitt. Diskutierten vor dem Publikum (v. l. ): IHK-Hauptgeschäftsführer Manfred Gößl, MdL Johannes Becher, MdB Christian Moser und Veronika Kamm, Vorsitzende des IHK-Regionalausschusses. © HRSGößl warnte jedoch davor, die guten Zahlen zu überschätzen. Der Fachkräftemangel werde sich durch den Ruhestand der Babyboomer weiter verschärfen. Bei den IHK-Umfragen nennen Unternehmen gerade Bürokratie, Wirtschaftspolitik sowie steigende Energie- und Arbeitskosten als größte Belastungen. Energie und Arbeit seien inzwischen 20 bis 30 Prozent teurer als bei europäischen Wettbewerbern. Weniger Bürokratie, mehr VertrauenDeutschland befindet sich laut Gößl zudem in einer historisch schwachen Wachstumsphase. Er prognostizierte: „Das Jahrzehnt wird als die ‚mageren 20er Jahre‘ in die Geschichtsbücher eingehen, weil wir das niedrigste Wirtschaftswachstum in der Nachkriegsgeschichte haben werden. “ Mehrere Strukturbrüche träfen gleichzeitig aufeinander: schwächere Exporte, hohe Energiekosten, geopolitische Krisen und der demografische Wandel. Er warnte: „Wenn die Wirtschaft nicht wächst, gibt es auch nichts mehr zu verteilen. “Als größten Hebel sieht die IHK den Bürokratieabbau. Nach Berechnungen könnte Deutschland mit einem Verwaltungsniveau wie Schweden jährlich 146 Milliarden Euro zusätzliche Wirtschaftsleistung pro Jahr erzielen. Dort funktioniere Verwaltung konsequent digital und serviceorientiert. Bürger und Unternehmen verfügten über eine digitale Identität, zentrale Register und sichere elektronische Postfächer für sämtliche Dokumente. Im Vergleich: „Jeder hat Angst vor den Trump-Zöllen, doch diese erzielen nur einen Verlust von acht Milliarden Euro pro Jahr. “Wir müssen ein Land von Investoren werden – nicht von Menschen, die ihr Geld unter das Kopfkissen legen. In der Diskussionsrunde mit Bundestagsabgeordnetem Christian Moser (CSU) und Landtagsabgeordnetem Johannes Becher (Grüne) herrschte weitgehend Einigkeit: Digitalisierung müsse einfacher und konsequenter umgesetzt werden. Schweden, Dänemark und Österreich wurden als Vorbilder für digitale Behörden und zentrale Serviceportale genannt. Becher fordert: „Man braucht ein zentrales Register. Solange wir das nicht haben, wird es nichts. “ Fehlendes Vertrauen sei ebenfalls ein Kernproblem. Moser ergänzte, weniger Bürokratie bedeute auch mehr Eigenverantwortung vor Ort. Gößl sieht bessere Rahmenbedingungen für private Investitionen als Voraussetzung für neues Wachstum. Er forderte einen grundlegenden Mentalitätswechsel. Deutschland benötige mehr Wagniskapital für Start-ups und stärkere Bildungsanstrengungen. „Wir müssen ein Land von Investoren werden – nicht von Menschen, die ihr Geld unter das Kopfkissen legen. “ Sein Appell: „Bleibt mutig und unberechenbar. “Trotz aller Herausforderungen appellierte er an die Unternehmen, den Blick auf die eigenen Gestaltungsmöglichkeiten zu richten: „Es wird uns nicht weiterbringen, wenn wir immer nur nach dem Staat rufen. Die Lösung liegt in der Eigenverantwortung. “ Sein Fazit fasste er mit einem Zitat des Soziologen Heinz Bude zusammen: „Wenn sich die Welt ändert, muss man sich selbst ändern. “

Quelle: merkur-online.de

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