Iran-Abkommen für Rubio trotz US-Attacken weiterhin möglich | Tiroler Tageszeitung Online
Außenpolitik andere StaatenUS-Zentralkommando CENTCOM spricht von "Selbstverteidigungsmaßnahmen"© APADienstag, 26. 05. 2026, 01:10US-Außenminister Marco Rubio hält trotz der jüngsten Angriffe seines Landes auf. . .
Außenpolitik andere StaatenUS-Zentralkommando CENTCOM spricht von "Selbstverteidigungsmaßnahmen"© APADienstag, 26. 05. 2026, 01:10US-Außenminister Marco Rubio hält trotz der jüngsten Angriffe seines Landes auf den Iran ein Abkommen mit Teheran über ein Ende des Krieges weiterhin für möglich. Bei einem Besuch in Indien verwies Rubio am Dienstag auf die im Laufe des Tages geplanten Verhandlungen in Katar. "Wir werden sehen, ob es dabei Fortschritte gibt. " In der Nacht auf Dienstag attackierten die USA Raketenstellungen im Südiran und Boote im Bereich der Straße von Hormuz, die dort Minen legen wollten. Ein Sprecher des Regionalkommandos der US-Streitkräfte für den Nahen Osten (CENTCOM) erklärte, die jüngsten "Angriffe zur Selbstverteidigung" dienten dem Schutz der Truppen vor Bedrohungen durch das iranische Militär. Die US-Armee übe sich im Rahmen der aktuellen Waffenruhe in Zurückhaltung, verteidige aber ihre eigenen Verbände. Iranische Medien berichteten, es habe nach einem US-Angriff im Bereich der Insel Larak in der Straße von Hormuz mehrere Tote gegeben. Das US-Militär machte zunächst keine Angaben zu möglichen Opfern und nannte keine weiteren Details zu den Angriffen auf iranische Ziele. Zu einem möglichen Abkommen mit Teheran und den geplanten Verhandlungen in Katar sagte Rubio vor Journalisten: "Es gibt viel Hin und Her bezüglich bestimmter Formulierungen (. . . ), deshalb wird es wohl noch ein paar Tage dauern. " US-Präsident Donald Trump habe "den Wunsch geäußert, eine Einigung zu erzielen", fügte Rubio in Jaipur hinzu. "Er wird entweder einen guten Deal abschließen - oder gar keinen. "Zugleich forderte Rubio von Teheran erneut die Öffnung der Straße von Hormuz: "Sie wird am Ende offen sein - auf die eine oder andere Weise. " Das iranische Vorgehen in der für die Weltwirtschaft wichtigen Meerenge sei "rechtswidrig und illegal - es ist für die Welt untragbar und nicht akzeptabel". Die iranischen Revolutionsgarden behalten sich unterdessen das Recht auf Vergeltung für jegliche Verletzungen der Waffenruhe durch die USA vor. Dieses Recht sei legitim, erklärte die Elite-Einheit staatlichen Medien zufolge am Dienstag. Zudem melden die Garden, dass Luftabwehreinheiten eine US-Drohne des Typs MQ-9 abgeschossen hätten. Sie hätten außerdem das Feuer auf einen Kampfjet eröffnet, der in den iranischen Luftraum eingedrungen sei. Erklärtes Kriegsziel der USA und Israels ist es, den Iran davon abzuhalten, Atombomben zu entwickeln. Besonders kritisch sieht die US-Regierung dabei Irans Anreicherung von Uran, das als Rohstoff zum Bombenbau dienen könnte. Trump erklärte in sozialen Medien, der Iran müsse sein bisher angereichertes Uran entweder "sofort" zur Vernichtung an die USA übergeben oder etwa einer Zerstörung unter Aufsicht im Iran zustimmen. Der Prozess solle von Atomenergie-Experten überwacht werden, schrieb Trump und verwies dabei auf die "Atomenergie-Kommission". Unklar war zunächst, ob er damit eine US-Behörde oder möglicherweise die Internationale Atomenergie-Organisation IAEA mit Sitz in Wien meinte. Der Iran verfügt über mehr als 400 Kilogramm hochangereichertes Uran, das relativ leicht in waffenfähiges Material umgewandelt werden könnte. Das radioaktive Material soll infolge von US-Angriffen auf unterirdische Lagerstätten aber tief unter Schutt begraben sein. Trump machte nicht deutlich, ob er bei seiner Forderung nach einer Zerstörung des angereicherten Urans nur diesen Vorrat meinte oder auch Uran-Bestände mit einem niedrigeren Grad der Anreicherung. Die USA können sich nach einer Erklärung auf dem Telegram-Kanal des obersten iranischen Führers Ayatollah Mojtaba Khamenei künftig nicht mehr auf den Schutz ihrer Militärstützpunkte durch die Golfstaaten verlassen. Es werde für die USA in der Region keinen sicheren Hafen mehr geben, betont Khamenei in der Mitteilung. Khamenei war zum Nachfolger seines Vaters ernannt worden, nachdem dieser zu Beginn des Kriegs getötet worden war. Er soll allerdings selbst verletzt worden sein. Öffentlich ist er seit seiner Ernennung nicht in Erscheinung getreten, was Spekulationen über seinen Gesundheitszustand schürt.