Iran-Deal oder Wahlkampf-Manöver? Trump will die Ölpreise drücken
StartseiteWirtschaftStand:26. 05. 2026, 10:45 UhrKommentareUns auf Google folgenTrump braucht billigeres Benzin für die Midterms – und verschiebt dafür das Atomproblem auf später. Warum dieser Deal cleverer. . .

StartseiteWirtschaftStand:26. 05. 2026, 10:45 UhrKommentareUns auf Google folgenTrump braucht billigeres Benzin für die Midterms – und verschiebt dafür das Atomproblem auf später. Warum dieser Deal cleverer ist, als Kritiker glauben. Und warum er trotzdem scheitern könnte. Washington –Donald Trumphat ein Problem, das jeder amerikanische Autofahrer an der Zapfsäule spürt: Benzin kostet 4,50 Dollar pro Gallone – so viel wie zuletzt beim Ukraine-Kriegsausbruch vor vier Jahren. Der Schuldige diesmal: sein eigener Krieg gegen den Iran, den er im Februar gemeinsam mitBenjamin Netanjahubegonnen hat, wie dasHandelsblattberichtet. Content-PartnerschaftDieser Artikel entstand in einer Content-Partnerschaft mit PartnerBusiness PunkJetzt, knapp sechs Monate vor denMidterms, braucht Trump dringend eine Lösung. Die Straße von Hormus muss wieder auf, die Ölpreise müssen runter. Dumm nur: Was gerade als „Friedensabkommen“ verkauft wird, könnte das eigentliche Problem nur vertagen. Trump braucht billigeres Benzin für die Midterms. © IMAGO/Aaron Schwartz / Pool via CNP /MediaPunchDie USA und der Iran haben sich laut Trump „weitgehend“ auf eine Absichtserklärung geeinigt. Kernpunkt: Die Straße von Hormus wird wieder für Öltanker geöffnet, im Gegenzug beenden die USA ihre Seeblockade. Der Iran soll zudem sein hochangereichertes Uran abgeben. Klingt nach Win-Win?Warum Trump jetzt verhandelt – und was er verschweigtNicht ganz. Denn wie ein US-Regierungsvertreter lautWirtschaftsWocheeinräumt, geht es bei den aktuellen Gesprächen ausdrücklich NICHT um das Atomprogramm. Das Nuklearproblem wird lediglich „zeitlich begrenzt“ verhandelt – sprich: aufgeschoben. Trumps Kalkül ist durchschaubar: Billigeres Benzin vor den Wahlen, echte Lösungen später. Außenminister Marco Rubio bestätigte diese Strategie indirekt, als er von „sehr realen, bedeutenden, zeitlich begrenzten Verhandlungen über die Atomfrage“ sprach. Der Iran spielt mit – vorerst. Teherans Außenministeriumssprecher Esmaeil Baghaei machte klar: „Wir diskutieren derzeit keine Nuklearfragen. “ Stattdessen fordert der Iran die Aufhebung westlicher Sanktionen und die Freigabe eingefrorener Öleinnahmen in zweistelliger Milliardenhöhe. Die Stolpersteine: Israel, Gebühren und regionale MilizenWährend die Ölmärkte bereits positiv reagierten – die Preise fielen am Montag um vier Prozent auf ein Zwei-Wochen-Tief –, bleiben zentrale Streitpunkte ungelöst. Trump verknüpfte ein Iran-Abkommen aufTruth Socialmit einer Bedingung, die Teheran kaum schlucken wird: Saudi-Arabien, Katar und alle anderen arabischen Staaten sollen dem Abraham-Abkommen zur Anerkennung Israels beitreten. „Sofort“, so Trump. Zusätzlich brodelt es beim Thema Durchfahrtsgebühren. Der Iran will künftig Geld für die Passage durch Hormus verlangen – offiziell keine „Gebühr“, sondern einen „normalen Preis für erbrachte Dienstleistungen“. Die USA lehnen das ab. Und dann ist da noch die Sache mit den regionalen Milizen: Israel will, dass der Iran seine Unterstützung für dieHisbollahim Libanon einstellt. Teheran denkt nicht daran. Business Punk CheckTrumps Iran-Deal ist das perfekte Beispiel für kurzfristiges Krisenmanagement mit langfristigen Nebenwirkungen. Der Präsident kauft sich mit einem halben Deal Zeit bis zu den Midterms, senkt die Benzinpreise und verkauft das als außenpolitischen Erfolg. Das Atomproblem verschwindet damit aber nicht – es verschiebt sich nur in eine zweite Verhandlungsrunde, deren Ausgang völlig offen ist. Die eigentliche Frage lautet: Kann Trump den Iran nach den Wahlen nochmal an den Tisch zwingen?Oder sitzt Teheran dann am längeren Hebel, weil die Sanktionen aufgehoben und Milliarden freigegeben wurden? Kritiker nennen das einen „schwachen Deal“. Realisten sehen einen pragmatischen Schachzug eines Präsidenten, der weiß, dass Politik in Wahlzyklen funktioniert, nicht in Problemlösungen. Für Investoren bedeutet das: kurzfristige Entspannung am Ölmarkt, mittelfristige Unsicherheit bei allem, was mit Iran-Exposition zu tun hat. Und langfristig? Bleibt die Atombombe ein Damoklesschwert über der gesamten Region.