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Jugendaktionswoche startete mit Fachtag zu seelischer Gesundheit | AWO Bezirksverband Potsdam e. V.

Was beschäftigt junge Menschen, welche Ängste haben sie, wie gehen sie mit den aktuellen multiplen Krisen um? Am gestrigen Montag widmete sich der erste von drei Fachtagen im Rahmen der Jugendaktionswoche Potsdam dem Thema Seelische Gesundheit bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen.

Von AWO Bezirksverband Potsdam e. V. · · 3 min Lesezeit

Jugendaktionswoche startete mit Fachtag zu seelischer Gesundheit | AWO Bezirksverband Potsdam e. V.

Was beschäftigt junge Menschen, welche Ängste haben sie, wie gehen sie mit den aktuellen multiplen Krisen von Corona über Ukraine und Inflation bis zum Nahen Osten um? Zahlreiche Studien wie COPSY oder die HSBC-Studie für Brandenburg haben sich in den vergangenen Jahren genau damit beschäftigt. Am gestrigen Montag widmete sich der erste von drei Fachtagen im Rahmen der Jugendaktionswoche Potsdam ebenfalls dem Thema Seelische Gesundheit bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen. Knapp 40 Fachkräfte der Jugendarbeit, Therapeut*innen, Verwaltungsmitarbeitende und junge Menschen waren in das AWO Haus „Alte Druckerei“ in der Sellostraße gekommen, um sich auszutauschen und Beispiele für gute Praxis kennenzulernen. „Junge Menschen erfahren psychische Belastungen, Angststörungen nehmen zu. Kinderarmut erhöht diese Belastung zusätzlich“, sagte Jane Baneth, Vorständin des AWO Bezirksverband Potsdam e. V. in einer kurzen Begrüßung. Das habe Folgen für Schule, Ausbildung, Beruf und die gesellschaftliche Teilhabe. Einen Überblick über die aktuelle Forschungslage gab Annett Bauer, Geschäftsstellenleitung der AWO Kinder- und Jugendhilfe Potsdam gGmbH. Demnach haben einer aktuellen Studie zufolge 81 Prozent der Jugendlichen zwischen 14 und 27 Angst vor einem Krieg in Europa, mehr als jeder zweite Befragte macht sich Sorgen um die Folgen des Klimawandels oder der Inflation. „Die Belastungen vertiefen sich und sind gesellschaftlich ungleich verteilt“, sagte Bauer. Und viele erhielten trotz Bedarf keine Hilfe. „Die psychische Gesundheit junger Menschen steht unter Druck. “In spannenden Vorträgen bestätigten Dr. med. Stephan Anis Towfigh (Chefarzt der Kinder- und Jugendpsychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik), Christian Hoeldtke und Katharina Tietz (Fachstelle Seelische Gesundheit - Chill Out e. V. ) diese Einschätzung und lieferten zugleich konkrete Impulse für Unterstützungsangebote. Auch Jana Eberl von der Mäander Jugendhilfe (Stationäre Hilfen zur Erziehung) und Karolin Wurlitzer vom AWO Living Museum Potsdam sahen hier großen Handlungs- und vor allem Vernetzungsbedarf. Verbesserungen seien etwa bei den Übergängen nach dem Ende der Jugendhilfe ab 18 nötig. Hier werden die jungen Menschen zu oft sich selbst überlassen. In den anschließenden Workshops ging es um niedrigschwellige Beratungs- und Methodenansätze für die Arbeit mit jungen Menschen. In einer „Visionswerkstatt wurden konkrete Handlungsempfehlungen für Politik und Verwaltung erarbeitet. Entstanden sind über 30 Ideen, die im Ergebnis der Jugendaktionswoche in Politik, Gesellschaft und Verwaltung kommuniziert werden sollen. Und im dritten Workshop stellte das Living Museum Potsdam unter dem Titel „Du triffst Dich selbst, indem Du wählst“ seine kreativ-pädagogische Arbeit vor. Einen wunderbaren Abschluss bildete die Lesung „Wortpotpourri“ junger Erwachsener aus dem AWO Wohnprojekt Rückhalt. In einer Schreibwerkstatt hatten sie sich ein halbes Jahr lang mit Unterstützung der Potsdamer Autorin Christine Anlauff im Schreiben und Selbstausdruck geübt. Die Jugendaktionswoche „Jugend im Zentrum“ mit zahlreichen Einzelveranstaltungen und insgesamt drei Fachtagen geht noch bis zum 8. Juli. Ausgerichtet wird die Jugendaktionswoche vom AWO Bezirksverband Potsdam e. V. in Kooperation mit dem Stadtjugendring Potsdam e. V. , Chill Out e. V. und weiteren freien gemeinnützigen Trägern. Gefördert wird die gesamte Jugendaktionswoche von der Aktion Mensch. Die Ergebnisse der Fachtage und der Aktionswoche sollen anschließend in einer Dokumentation zusammengefasst und veröffentlicht werden.

Quelle: awo-potsdam.de

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