Klimamodelle erklärt: Wie die Forschung Klimawandel berechnet
Rekordhitze und Tropennächte: Die Hitzewelle Ende Juni war historisch. Experten erwarten künftig häufiger extreme Temperaturen. 12. 07. 2026 | 2:49 minDass Treibhausgase das Klima aufheizen, ist lange bekannt. . . .
Rekordhitze und Tropennächte: Die Hitzewelle Ende Juni war historisch. Experten erwarten künftig häufiger extreme Temperaturen. 12. 07. 2026 | 2:49 minDass Treibhausgase das Klima aufheizen, ist lange bekannt. Schon in den 70ern und 80ern haben Forschende ziemlich genau den Anstieg der Temperaturen vorhergesagt. Ihr wichtigstes Werkzeug: Klimamodelle, die den Blick in eine mögliche Zukunft werfen. Auch heute noch geht es in der Klimaforschung ohne sie nicht. Was sind Klimamodelle und wie entstehen sie?In Klimamodellen werden am Computer die Prozesse und Wechselwirkungen des Klimasystems nachgebildet und Szenarien für die Zukunft erstellt - auf Basis der Naturgesetze etwa von Physik und Chemie. Anders als bei Wettermodellen geht es dabei um langfristige Entwicklungen über Jahrzehnte bis Jahrhunderte. Dabei spielt der menschgemachteTreibhausgasausstoßeine große Rolle. In den vergangenen Berichten desWeltklimarates IPCCetwa wurden unterschiedliche Szenarien dargestellt: Solche, die von der Annahme ausgehen, dass das Klima künftig weltweit sehr ambitioniert geschützt wird, bis hin zu denen, die mit einem global sehr hohen Treibhausgasausstoß rechnen. Bis 2100 wurde darin eine Erderwärmung von 1,5 Grad im günstigsten Fall und bis zu vier Grad im schlimmsten Fall erwartet. Um in die Zukunft zu schauen, benötigen Klimaforscher Klimamodelle. Dabei handelt es sich um eine simulierte Erde, mit der sie experimentieren. 18. 10. 2019 | 4:19 minWer steckt hinter den Klimamodellen und wie zuverlässig sind sie?Es gibt weltweit sehr viele Klimamodelle, die von verschiedenen Instituten erstellt und verwendet werden. Im Rahmen eines internationalen Forschungsprojekts desWeltklimaforschungsprogrammsWCRP namens Coupled Model Intercomparison Project (CMIP) werden Klimamodelle etwa bekannter Forschungseinrichtungen verglichen und getestet. Die davon abgeleiteten Erkenntnisse bilden die Grundlage für die Berichte des IPCC und für die Forschung an vielen Instituten weltweit. Natürlich: Klimamodelle sind Berechnungen, die Zukunftsszenarien darstellen, aber nicht hundertprozentig sicher die Zukunft vorhersagen können. Es gibt immer Variablen. Der IPCC berücksichtigt etwa auch Faktoren wie Bevölkerungsentwicklung, Wirtschaft, Technologie und Klimapolitik. Aber auch Phänomene, wie sich verändernde Luftströme können eine Rolle spielen. Der Weltklimarat ist ein internationales wissenschaftliches Gremium, das den aktuellen Wissensstand zum Klimawandel zusammenzufasst und einordnet. 03. 11. 2021 | 4:02 minLagen frühere Klimamodelle häufig daneben?Im Gegenteil. Obwohl sie mit viel weniger Daten arbeiteten und bei Weitem nicht die Rechenleistung heutiger Computer zur Verfügung hatten, haben seit den 1980ern sehr viele Klimamodelle die Erderwärmung treffend vorausberechnet. Das hat eineAnalyse des Weltklimarats IPCCaus dem Jahr 2007 ergeben. Lag die Forschung mit drastischen Szenarien in der Vergangenheit falsch?Im Frühjahr 2026 wurde beim Coupled Model Intercomparison Project (CMIP) beschlossen, Szenarien mit sehr hohem Treibhausgasausstoß künftig nicht mehr zu berücksichtigen. In Klimamodellen wird lediglich aufgezeigt, was unter bestimmten Voraussetzungen passieren würde. Das "Worst-Case"-Szenario mit vier Grad Erderwärmung war sozusagen das extremste davon, das von einem sehr hohen Treibhausgasausstoß ausging. Es gilt nun als statistisch nicht mehr plausibel. Die letzten Jahre waren zu heiß und zählen zu den wärmsten seit Beginn der Wetteraufzeichnung. Was können wir aus Klimamodellen lernen?31. 03. 2026 | 1:30 minDer Klimaforscher Erich Markus Fischer von der Eidgenössischen Technischen Hochschule Zürich (ETHZ) spricht dabei von einem Präventionsparadox: "Die Worst-Case-Szenarien früherer Jahre sind nicht eingetroffen, und zwar nicht, weil die Wissenschaft sich geirrt hatte, sondern weil viele Staaten Klimaschutz betreiben", sagt er dem Wissenschaftsdienst SMC. Gleichzeitig wird von den CMIP-Forschenden betont, dass auch Szenarien mit sehr geringen Emissionen nicht mehr wahrscheinlich sind. Das betrifft die Chance, die Erderwärmung noch unter der Obergrenze von 1,5 Grad zu halten. 1,5 Grad Celsius - das wichtigste Klimaziel scheint überschritten. Was heißt das für unsere Zukunft, für die Politik und für den Klimaschutz?23. 07. 2025 | 18:29 minWelche Rolle spielen Klimamodelle bei der Einordnung von Wetterextremen?Auch bei der Analyse von Starkregenereignissen oderHitzewellenkommen Klimamodelle zum Einsatz. Ein aktuelles Ereignis wird mit einer zweiten Modell-Erde verglichen, auf der der Mensch nicht mit dem Ausstoß von Treibhausgasen das Klima angeheizt hat. Das wird auch Attributionsforschung genannt. Die wissenschaftliche InitiativeWorld Weather Attribution(WWA) hat zum Beispiel 22 Extremwetterereignisse des Jahres 2025 untersucht. Mit dem Ergebnis, dass 17 davon auf einer Erde mitKlimawandeleindeutig wahrscheinlicher waren oder stärker ausgefallen sind. Mark Hugo ist Redakteur in der ZDF-Umweltredaktion. Eis, Ozeane, Regenwald:Die Kipppunkte des KlimawandelsEisschmelze, Abholzung, Veränderungen in den Meeren: Klimaforschende fürchten, dass es zu Ereignissen kommen könnte, die die Erderwärmung befeuern und dabei unumkehrbar sind. FAQWichtiger Hinweis in eigener SacheWer bei Google etwas sucht, bekommt neben den Suchergebnissen auch eine Box mit Schlagzeilen angezeigt. Mit ZDFheute als hinterlegter Quelle bekommen Sie unsere Inhalte häufiger in die Schlagzeilen-Box gespielt - geprüfte Inhalte, direkt in Ihrem Überblick. → HierZDFheute als bevorzugte Quelle einstellen. Über dieses Thema berichtete das heute journal am 12. 07. 2026 ab 21:45 Uhr.