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Klimawandel in Russland: Starkregen, Hochwasser, Erdrutsche

Überschwemmungen nehmen in Russland zu. Vielerorts brennt der Wald. Immer mehr Rus­s*in­nen halten das für einen von der Natur vorgegebenen Prozess. Überflutete Ortschaften im Oblast Swerdlowsk im Juli. . .

Von Vera Bessonova · · 5 min Lesezeit

Klimawandel in Russland: Starkregen, Hochwasser, Erdrutsche

Überschwemmungen nehmen in Russland zu. Vielerorts brennt der Wald. Immer mehr Rus­s*in­nen halten das für einen von der Natur vorgegebenen Prozess. Überflutete Ortschaften im Oblast Swerdlowsk im Juli 2026Foto: Donat Sorokin/ZUMA Press/imagoDer Klimawandel ist zwar längst im Bewusstsein der Menschen in Russland angekommen, doch gebührende Aufmerksamkeit erhielt er bisher nicht. Dass es globale Erderwärmung gibt, zweifelt kaum noch jemand grundsätzlich an. Anders verhält es sich jedoch bei der Frage, wer sie zu verantworten hat. Einer Umfrage des staatlichen russischen Meinungsforschungsinstituts VCIOM von 2025 nach zu urteilen, glauben 44 Prozent der russischen Bevölkerung, Tendenz steigend, dass es sich dabei um einen von der Natur vorgegebenen Prozess handelt. Das ist, gelinde gesagt, höchst bedenklich. Wir würden Ihnen hier gerne einen externen Inhalt zeigen. Sie entscheiden, ob Sie dieses Element auch sehen wollen:Externen Inhalt erlaubenIch bin damit einverstanden, dass mir externe Inhalte angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittplattformen übermittelt werden. Mehr dazu in unserer DatenschutzerklärungWeil die ganz großen klimabedingten Katastrophen in Russland meist weit weg von der Hauptstadtregion geschehen, ist es in und um Moskau ein Leichtes, die negativen Folgen des Klimawandels auszublenden. Noch sind allerdings die Erinnerungen an den Extremsommer 2010 wach, als, begünstigt durch lang andauernde Hitze und fehlender Niederschläge,verheerende Feuer in trockengelegten Torfgebieten ausbrachenund Moskau in eine hochgradig giftige Rauchwolke hüllten. In den vergangenen Jahren jedoch häuften sich in der Metropole sintflutartige Regenfälle in einem Ausmaß, dass sich derartige Vorfälle nicht mehr als Ausnahmephänomen abtun lassen. Im Juni und Juli verwandelten sich mehrmals ganze Straßenzüge in Flüsse, Autos verschwanden stellenweise fast komplett unter den Fluten, Einkaufszentren standen unter Wasser, Bäume hielten den Sturmböen nicht stand. Tornados richten regelmäßig erhebliche Schäden an. Sturzfluten und Überschwemmungen nehmen zuKürzlich warnte Wladimir Tetelmin, Professor am Lehrstuhl für Systemökologie der Fakultät für Umweltwissenschaften der Russischen Universität der Völkerfreundschaft RUDN, vor zunehmenden Sturzfluten als Folge der Erderwärmung. Innerhalb der kommenden 30 bis 40 Jahre, so Tetelmin, würden sie sich zur neuen Norm entwickeln. Besonders betroffen seien der Ural, Sibirien, der russische Ferne Osten und der Nordkaukasus. Doch schon jetzt sehen sich die Menschen dort mit teils verheerenden Überschwemmungen konfrontiert. Das Jahr 2026 stand bisher vielerorts im Zeichen heftiger Regenfälle und Hochwasser. Ob in Nowosibirsk oder Tschita – überall zeigen sich die gleichen Bilder. Besonders kritisch entwickelt sich die Situation in abgelegeneren Gebieten. So wurde die einzige befahrbare Straße nach Bodaibo im Irkutsker Gebiet, bekannt für seinen Goldabbau, geflutet, sodass die Stadt auf dem Landweg nicht mehr erreichbar war. Tote nach Erdrutsch in DagestanIm Swerdlowsker Gebiet, wo einer der niederschlagsreichsten Juniwerte seit Beginn der Wetteraufzeichnungen gemessen wurde, kam es zu kuriosen und gleichzeitig erschreckenden Vorkommnissen. Als der Fluß Schajtanka über die Ufer trat, riss er einen Teil des Fischbestandes mit. Nachdem das Wasser zurück ins Flussbett abgeflossen war, glitzerte der Waldboden silbern wegen der vielen dort zurückgebliebenen Fische. Ein Damm brach, in Machatschkala stürzte ein dreistöckiges Wohnhaus ein, sieben Menschen starbenDagestan im Nordkaukasus traf es bereits im Frühjahr besonders hart. Nach rekordverdächtigen Regenfällen Ende März kam es in mehreren Gebieten der am Kaspischen Meer gelegenen russischen Republik zu Erdrutschen. Ein Damm brach, in Machatschkala stürzte ein dreistöckiges Wohnhaus ein, Hunderte Häuser trugen Schäden davon, sieben Menschen starben, darunter einige Kinder. Schnell wurde der Vorwurf laut, die Behörden hätten versagt, weil Hilfe erst mit Verspätung geleistet wurde und die Be­woh­ne­r:in­nen der betroffenen Ortschaften zunächst weitgehend sich selbst überlassen waren. Waldbrandgefahr schon im FrühjahrDagestan hat es zumindest in die Schlagzeilen geschafft, fast in Vergessenheit gerät, dass wie jedes Jahr im Land Waldbrände toben. Gefährliche Brandherde entstanden bereits im Frühjahr vor allem jenseits des Baikalsees, Waldbrandgefahr wurde im April in Dutzenden Regionen Russlands ausgerufen. Dass sich in den vergangenen Jahren die Brände nicht ausweiteten, sondern leicht rückläufig sind, ist nur ein schwacher Trost. Zwar erhöhte die Regierung Zuschüsse für die Forstwirtschaft aus dem Staatshaushalt, aber nach wie vor bleibt die Verantwortung für die Brandbekämpfung bei den finanziell, oft auch personell schlecht ausgestatteten Regionalbehörden. Übersteigen die Kosten für Löscharbeiten den wirtschaftlichen Wert entflammter Waldgebiete, lässt man dem Feuer einfach seinen Lauf. Die taz gehört zu 100 Prozent ihren Leser:innen und ist damit nicht nur konzernfrei, sondern auch kostenfrei zugänglich. Alle Artikel stellen wir frei zur Verfügung, ohne Paywall. Gerade in diesen Zeiten müssen Einordnungen und Informationen allen zugänglich sein. Unsere Leser:innen müssen nichts bezahlen, wissen aber, dass kritischer, unabhängiger Journalismus nicht aus dem Nichts entsteht. Dafür sind wir sehr dankbar. Damit wir auch morgen noch unseren Journalismus machen können, brauchen wir mehr Unterstützung für taz zahl ich. Dank Ihnen haben wir nun die 50. 000 erreicht. So viele unterstützen freiwillig und regelmäßig. 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August 2026Bremerhavenmit Lena Kaiser, Journalistin und Produktentwicklerin bei der tazKurzreise in die Hafenstadt an der Wesermündung, einst der größte Auswandererhafen nach Amerika - mit Besuch der berühmten Museen "Auswandererhaus" und "Klimahaus" sowie einem Ausflug ins Fischerdorf Wremen an der Nordsee960 € (DZ/HP/ohne Anreise)mit 4 Übernachtungen im Hotel im-jaich Lloyd Marina BremerhavenReiseveranstalter Ventus-ReisenMehr erfahren0 Kommentare

Quelle: taz.de

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