Klimawandel und extreme Temperaturen: Schongau gründet „Team Hitzeschutz"
StartseiteLokalesSchongauSchongauStand:30. 07. 2026, 09:00 UhrKommentareUns auf Google folgen„Erfrischend und gute Qualität“, ist das Urteil von Heiko Graf und seiner Frau Steffi. Die beiden Urlauber aus. . .

StartseiteLokalesSchongauSchongauStand:30. 07. 2026, 09:00 UhrKommentareUns auf Google folgen„Erfrischend und gute Qualität“, ist das Urteil von Heiko Graf und seiner Frau Steffi. Die beiden Urlauber aus Monsheim/Worms testeten den Trinkbrunnen am Schongauer Sonnengraben. © Hans-Helmut HeroldDer Stadtrat hat eine Arbeitsgruppe beschlossen, die Maßnahmen gegen Hitze erarbeiten soll. Nur zwei Stadträte stimmten dagegen. Schongau – Gegen die Stimmen von Vizebürgermeister Hans Rehbehn und AfD-Stadtrat Peter Bauhofer soll in Schongau eine Arbeitsgruppe eingerichtet werden mit je einem Mitglied aus jeder Fraktion und eventuell weiteren Experten. Die Arbeitsgruppe soll Maßnahmen zum Hitzeschutz für Schongauerinnen und Schongauer erarbeiten. Eingebracht hatte den Vorschlag für ein Hitzeschutzkonzept die ALS-Fraktion. Die Wochen mit Temperaturen bis an die 40 Grad hätten nicht nur alte oder kranke Menschen an ihre körperlichen Grenzen gebracht. „Die Stadt Schongau hat die Aufgabe, ihren Bürgerinnen und Bürgern ein gesundes und gutes Leben zu ermöglichen. Inzwischen gehört dazu auch die Unterstützung bei extremer Hitze“, schreibt Gregor Schuppe, Vorsitzender der ALS/Bunte Liste, in dem Antrag. „Jedem ist bewusst, wie dringlich wir da handeln müssen“, betonte Daniela Puzzovio, die das Anliegen im Gremium vorbrachte. Es gebe die verschiedensten Maßnahmen, um die gravierendsten Auswirkungen von Hitzeperioden abzumildern. Manche davon seien kurzfristig umsetzbar, andere wiederum bedürften intensiver Planung und Vorarbeit. Wieder andere seien eher langfristige Projekte. „Was wir nicht wollen, ist, einfach Aufklärungsmaterial wie Hitzefächer zu bestellen. Wir können von anderen lernen, aber es soll kein Aktionismus sein“, so Puzzovio. Zum „Team Hitzeschutz“ soll auch Klimaschutzmanagerin Julia Kurnoth gehören. Der Kreis könne bei Bedarf erweitert werden. Kurnoth bedankte sich bei der ALS für den Antrag. Sie verwies auf das Bundes-Klimaanpassungsgesetz (KAnG), das vor zwei Jahren in Kraft getreten war. Die Bundesländer seien damit beauftragt, bis Anfang 2027 Klimaanpassungs-Strategien vorzulegen und umzusetzen. Die Bundesländer würden bestimmen, wo man aktiv werden müsse. Außerdem verwies sie auf „KARE“, ein gemeinsames Forschungsprojekt zur Klimawandelanpassung im Bayerischen Oberland. LMU München und Energiewende Oberland arbeiten daran, Städte und Gemeinden auf lokale Risiken wie Starkregen, Hitze und Trockenheit vorzubereiten und Schutzmaßnahmen zu entwickeln. Das Projekt starte im Herbst in die dritte Phase. Die Energiewende Oberland wolle sich als Pilotteilnehmer bewerben, „davon kann man profitieren“. Fördermöglichkeiten für Trinkbrunnen hat die Stadt bereits ausgenutzt und Trinkbrunnen errichtet. In der Altstadt gibt es zwei – am Marienplatz und am Sonnengraben – sowie einen im Brahmsgarten in Schongau-West. Der schon lange gewünschte Brunnen am Bike-Park soll bald kommen, hieß es in der Sitzung, wahrscheinlich noch im August. Auch würden in Schongau nach und nach die Dächer der Buswartehäuschen begrünt. Kühle Räume aufsuchenBei der Bauleitplanung habe man ebenfalls einen Blick auf den Hitzeschutz, und die Baumschutzverordnung brenne der Verwaltung unter den Nägeln. Bei der Neugestaltung der Münz- und Weinstraße müsse der Klimaschutz ebenfalls eine Rolle spielen, ergänzte Stadtbaumeister Sebastian Dietrich. „Unsere Kirchen sind kühl, ein kleiner Abstecher hilft“, betonte Kornelia Funke (CSU) bei der anschließenden Aussprache, dass es in Schongau einige Orte gebe, die man bei Hitze besuchen könne. Peter Bauhofer (AfD) wollte wissen, ob es „Rückmeldungen aus den vulnerablen Gruppen“ gebe. „Die Übersterblichkeitsstatistik ist eindeutig belegt, im Pflegeheim haben wir akuten Handlungsbedarf“, antwortete Dietrich. Wobei es in der Heiliggeist-Spital-Stiftung in den Monaten Mai und Juni keinen Todesfall gegeben habe, so Heimleiter Christian Osterried. „Ich würde mich freuen, wenn wir das Thema etwas höher hängen, das macht ganz viel Lebensqualität aus“, so UWV-Stadtrat Florian Raab. Er berichtete von einem Besuch in Huglfing, das im Herbst 2025 als eines der lebenswertesten und schönsten Dörfer Europas ausgezeichnet worden war. Da sei es ihm wie Schuppen von den Augen gefallen, dass man auch den Marienplatz umgestalten und begrünen müsste. „Wir wollen die Stadt lebenswerter und schöner machen“, so Raab. Bettina Buresch (Grüne) lobte Schongaus Klimaschutzmanagerin, „sie geht gewissenhaft und tatkräftig zur Sache“. Wie in Frankreich müssten große Konzepte erarbeitet werden, wofür es aber Geld brauche. „Viele Warnungen sind überhört worden“, so Buresch. Während Markus Wühr (CSU) sich dafür einsetzte, viel großzügiger zu denken, etwa jeden Kinderspielplatz mit Trinkbrunnen auszustatten, warnte Gregor Schuppe davor, Luftschlösser zu bauen. „Ich wäre dankbar, wenn wir von großen Visionen ins Konkrete gehen könnten. “ Deshalb habe sich die ALS für den Team-Gedanken entschieden. Schon das „Team Radverkehr“ arbeite sehr erfolgreich. Grüne Oase in der Stadt:In Weilheim ist man schon viele Schritte weiter, wie in der Sitzung deutlich wurde.