Klimawandel: Warum tropische Regenwälder robuster sein könnten als gedacht
Tropische Wälder speichern riesige Mengen Kohlenstoff, doch zunehmende Dürren im Klimawandel bedrohen ihr Überleben. Eine aktuelle Studie aus Puerto Rico weckt nun Hoffnung: Forschende zeigen, dass wichtige tropische Baumarten ihre Wassertransportsysteme an lokale Bedingungen anpassen können – und so Dürre besser verkraften als lange angenommen.

AUDIO: Tropische Bäume können Dürre besser verkraften als angenommen (1 Min)Neue Erkenntnisse machen HoffnungTropische Bäume können Dürre besser verkraften als angenommenStand: 12. 08. 2026 17:00 UhrTropische Wälder speichern riesige Mengen Kohlenstoff, doch zunehmende Dürren im Klimawandel bedrohen ihr Überleben. Eine aktuelle Studie aus Puerto Rico weckt nun Hoffnung: Forschende zeigen, dass wichtige tropische Baumarten ihre Wassertransportsysteme an lokale Bedingungen anpassen können – und so Dürre besser verkraften als lange angenommen. von MDR WISSEN/IZTropische Wälder beherbergen enorme Mengen an Kohlenstoff und einen großen Teil der Tier- und Pflanzenarten. Aber sie sind bedroht: Forschende befürchten, dass zunehmend schwerwiegende Dürren, die mit dem Klimawandel auftreten werden, die tropischen Wälder zerstören könnten. Damit wäre auch ein wichtiger Kohlenstoffspeicher verloren, der enorme Mengen CO₂ aus der Atmosphäre bindet. Eine aktuelle Studie im Journal Nature gibt nun unerwartet Anlass zur Hoffnung: Die Ergebnisse der Forschenden legen nahe, dass tropische Bäume möglicherweise besser an Dürre angepasst sind, als man bisher angenommen hatte. Hydraulische Eigenschaften untersuchtBei fast 300 Bäumen, die zu den wichtigsten Arten in Puerto Rico zählen, maßen die Forschenden hydraulische Eigenschaften. Dazu gehören Faktoren wie die hydraulische Leitfähigkeit oder der hydraulische Hub. Letzterer beschreibt die Fähigkeit mancher Bäume, nachts Wasser aus tiefen, feuchten Bodenschichten über die Wurzeln in trockenere, obere Schichten zu leiten. Die hydraulischen Eigenschaften eines Baumes geben einen Eindruck davon, wie gut er sich an Mangel und Überfluss von Wasser anpassen kann. Lange ging man davon aus, dass diese hydraulischen Eigenschaften innerhalb einer Baumart weitestgehend konsistent sind. Also dass etwa eine Mangrove es immer feucht bis nass braucht. Die aktuelle Studie zeigt nun aber: Innerhalb der Arten gibt es erstaunliche Variationen. Sie können sich offenbar an sehr unterschiedliche Niederschlagsbedingungen anpassen. Bäume derselben Art zeigten in trockeneren Regionen eine höhere Widerstandsfähigkeit gegenüber Dürre, als in niederschlagsreichen Regionen. Biodiversität & ArtenschutzRegenwald erholt sich innerhalb einer Generation erheblichRegenwälder weichen oft der Landwirtschaft. Wo Rodungen stattfinden, verschwinden etliche Arten. Eine neue Studie hat jetzt gezeigt, dass Flora und Fauna alsbald zurückkehren, wenn der Mensch die Gebiete in Ruhe lässt. Bäume sind anpassungsfähiger als gedacht"Die vorherrschende Ansicht ist, dass sich diese kritischen Merkmale der Dürreresistenz innerhalb der Art kaum verändern", sagte die Seniorautorin María Uriarte, Professorin für Ökologie, Evolution und Umweltbiologie an der Columbia University. "Wir haben genau das Gegenteil festgestellt. Die meisten tropischen Baumarten können ihre Wassertransportsysteme an die lokalen Bedingungen anpassen, was darauf hindeutet, dass sie mit zunehmend schweren Dürren besser umgehen können, als wir bisher angenommen haben. "Wenn die Bäume in den tropischen Regenwäldern nun flexibler sind als angenommen, könnte das unser Verständnis von der Resilienz tropischer Wälder im Klimawandel verändern. Das bedeutet allerdings nicht, dass der Klimawandel nicht weiterhin eine enorme Bedrohung für tropische Regenwälder darstellt, denn: die Anpassungsfähigkeit der Bäume kennt dennoch Grenzen. Die Studie mit dem Titel Tropical trees show unexpected capacity to adapt to drought ist im Journal Nature erschienen undkann hier nachgelesen werden. Weitere ArtikelBiodiversität & ArtenschutzRegenwald erholt sich innerhalb einer Generation erheblichRegenwälder weichen oft der Landwirtschaft. Wo Rodungen stattfinden, verschwinden etliche Arten. Eine neue Studie hat jetzt gezeigt, dass Flora und Fauna alsbald zurückkehren, wenn der Mensch die Gebiete in Ruhe lässt. Elefant, Tiger & Co. - Der Podcast | Folge 129Blauer Baumwaran - gut getarnt im RegenwaldRund um Papua gibt es Inseln, auf der dieser Baumwaran lebt, aber auf jeder hat er eine andere Farbe. Dieser hier ist blau und erst seit 20 Jahren bekannt. Für Robin Neumann Zeit genug, diese Echse bestens zu kennen. . .