Krieg in Nahost: 11 Tote bei israelischen Angriffen im Gazastreifen
Seit Beginn der sogenannten Waffenruhe im Herbst 2025 wurden mehr als 1. 100 Menschen in Gaza getötet. Unter den Opfern sollen auch drei Kinder sein. Nach dem Angriff: ein Mann in einem jüngst getroffenen. . .

Seit Beginn der sogenannten Waffenruhe im Herbst 2025 wurden mehr als 1. 100 Menschen in Gaza getötet. Unter den Opfern sollen auch drei Kinder sein. Nach dem Angriff: ein Mann in einem jüngst getroffenen Gebäude, am 19. Juli 2026 in GazaFoto: Mahmoud Issa/reutersafp| Bei israelischen Angriffen im Gazastreifen sind am Samstag nach Behörden-Angaben 11 Menschen getötet worden, darunter 3 Kinder und ihre Eltern. Der von der radikalislamischen Palästinenserorganisation Hamas kontrollierteZivilschutz und Krankenhäuser nannten am Sonntag diese Opferzahl, zuvor waren 10 Tote gemeldet worden. Die 5 Mitglieder einer Familie wurden den Angaben zufolge bei einem Luftangriff auf ihre Wohnung im Nordwesten der Stadt Gaza getötet. Ein weiteres Kindder Familie habe als einziges überlebt, weil es sich zum Zeitpunkt des Angriffs nicht in der Wohnung befunden habe. Das Schifa-Krankenhaus bestätigte den Eingang der 5 Leichen. Die israelische Armee erklärte, sie habe bei dem Angriff in der Stadt Gaza „einen Hamas-Terroristen ins Visier genommen“. Die Ergebnisse des Einsatzes würden noch geprüft. Ein Anwohner sagte der Nachrichtenagentur AFP, der Angriff sei ohne Vorwarnung erfolgt. „Plötzlich schlug eine Rakete in das Gebäude ein. Niemand wusste etwas, keine Warnung, nichts“, sagte Mussa al-Aimawi. Ein weiterer Bewohner berichtete von auf dem Boden liegenden Leichen, darunter Frauen und Kinder. Vermisste, Tote und VerletzteAufnahmen von AFP zeigten große Teile der Fassade des getroffenen Gebäudes, die durch den Angriff herausgerissen worden waren. Rettungskräfte versorgten Verletzte, während Bewohner zwischen Betontrümmern und verbogenem Metall nach Habseligkeiten suchten. Drei weitere Menschen wurden nach Angaben des Zivilschutzes bei einem israelischen Luftangriff auf eine Gruppe von Zivilisten im Stadtteil Sejtun getötet. Das Schifa-Krankenhaus bestätigte auch den Eingang dieser Leichen. Einige Stunden später wurde den Zivilschutz-Angaben zufolge eine Frau bei israelischem Artilleriebeschuss auf ein Zelt für Vertriebene östlich von Sejtun getötet. Mehrere Menschen wurden demnach verletzt, darunter die Tochter der Frau. Drei Menschen galten zunächst als vermisst. Das Ahli-Krankenhaus bestätigte den Tod der Frau und die Aufnahme mehrerer Verletzter. Vertreter des Gesundheitswesens meldeten zwei weitere Tote bei israelischen Angriffen an anderen Orten des Gazastreifens. Die israelische Armee äußerte sich zu diesen Angriffen zunächst nicht. Bereits am Freitag waren nach Angaben des Hamas-Zivilschutzes acht Menschen bei einem israelischen Luftangriff nahe einem Markt im Zentrum des Gazastreifens getötet worden. Seit dem 10. Oktober 2025 gilt in dem Palästinensergebiet eine fragile Waffenruhe. Beide Seiten werfen sich jedoch fast täglich Verstöße vor. Vor den jüngsten Angriffen waren nach nicht unabhängig überprüfbaren Angaben des von der Hamas kontrollierten Gesundheitsministeriums seit Beginn der Feuerpause mindestens 1. 144 Palästinenser getötet worden. Die taz gehört zu 100 Prozent ihren Leser:innen und ist damit nicht nur konzernfrei, sondern auch kostenfrei zugänglich. Alle Artikel stellen wir frei zur Verfügung, ohne Paywall. Gerade in diesen Zeiten müssen Einordnungen und Informationen allen zugänglich sein. Unsere Leser:innen müssen nichts bezahlen, wissen aber, dass kritischer, unabhängiger Journalismus nicht aus dem Nichts entsteht. Dafür sind wir sehr dankbar. Damit wir auch morgen noch unseren Journalismus machen können, brauchen wir mehr Unterstützung für taz zahl ich. Dank Ihnen haben wir nun die 50. 000 erreicht. So viele unterstützen freiwillig und regelmäßig. Noch nicht dabei? Werden Sie jetzt Teil der Community!Jetzt unterstützenMehr zum ThemaFußball bewegt Palästina-FrageStimmen der DiasporaAuch wenn es in deutschen Medien sonst kaum vorkommt: Propalästinensische Proteste bewegen Fußballfans auch während der WM. Nicht nur dank Ägypten. VonAlina SchwermerMiliz im GazastreifenDie Hamas verkündet das Ende ihrer Regierung in GazaHamas hat angekündigt, ihre Regierung im Gazastreifen aufzulösen und an Technokraten zu übergeben. Ist das wirklich das Ende ihrer Herrschaft?VonSerena BilanceriPalästinensischer Arzt in HaftSorge um Hussam Abu SafiyaSeit eineinhalb Jahre hält Israel den Klinikchef aus Gaza ohne Anklage fest. Menschenrechtler fürchten um sein Leben. Israel wirft ihm Hamas-Nähe vor. VonDaniel Baxtaz FUTURZWEI im Abo entdeckenEndlich mal ein Magazin für Zukunfttaz FUTURZWEI ist unser Magazin für eine bessere Zukunft. Das Abo bietet jährlich vier Ausgaben für nur 38 Euro. Zudem erhalten Sie eine Ausgabe von Luisa Neubauers neuestem Buch „Was wäre, wenn wir mutig sind?“ (solange Vorrat reicht). Jedes Quartal neu in Ihrem BriefkastenNur 38 Euro im JahrAls Prämie Luisa Neubauers „Was wäre, wenn wir mutig sind?“Herausgegeben von Harald WelzerJetzt abonnieren0 Kommentare