Krieg in Nahost: Netanjahu lehnt Trumps Gaza-Fahrplan ab
Newsblog zum Krieg in NahostNetanjahu lehnt Trumps Gaza-Fahrplan abAktualisiert am 09. 08. 2026 - 23:48 UhrLesedauer: 16 Min. Das iranische Regime wechselt sein Personal durch. Israel widersetzt sich Trumps Plan. . .

Newsblog zum Krieg in NahostNetanjahu lehnt Trumps Gaza-Fahrplan abAktualisiert am 09. 08. 2026 - 23:48 UhrLesedauer: 16 Min. Das iranische Regime wechselt sein Personal durch. Israel widersetzt sich Trumps Plan für den Gazastreifen. Alle Entwicklungen im Newsblog. Montag, 10. AugustNetanjahu: Israel lehnt Gaza-Fahrplan abIsraels MinisterpräsidentBenjamin Netanjahuhat seine Ablehnung des von US-PräsidentDonald Trumpunterstützten Plans zur Entwaffnung der islamistischen Hamas imGazastreifenbekräftigt. Bereits vergangene Woche hatte Netanjahu den Plan kritisiert, nun wurde er deutlicher: "Israel lehnt den 15-Punkte-Plan ab", sagte er am Sonntag. Die israelische Armee werde erst dann aus dem Gazastreifen abziehen, wenn die dort herrschende Hamas "wirklich" entwaffnet sei. Die Hamas und ihre Verbündeten sind nach Netanjahus Ansicht nach wie vor in der Lage, einen neuen Angriff aufIsraelzu starten. Israels Armee werde daher "weiterhin Bedrohungen für unsere Streitkräfte und unsere Bürger abwehren". Trump hatte Ende Juli eine Einigung zur Entwaffnung der Hamas und ihrer Verbündeten im Gazastreifen sowie einen Rückzug der israelischen Armee bekannt gegeben. Seinen Plan bezeichnete er als "Meilenstein". Nach Darstellung des US-Präsidenten sollte die islamistische Miliz schrittweise ihre Waffen abgeben, anschließend sollten sich die israelischen Streitkräfte aus dem Gazastreifen zurückziehen. Eine internationale Stabilisierungstruppe und eine neue palästinensische Polizei sollten die Verantwortung übernehmen. Zuletzt hatte der von Trump ins Leben gerufene "Friedensrat" bei einem Treffen mit Netanjahu am vergangenen Montag zugesagt, die israelische Armee müsse sich erst dann zurückziehen, wenn die Hamas "vollständig" entwaffnet sei. Nach Ansicht einiger "Friedensrat"-Mitglieder ist dieses Ziel jedoch nicht realistisch erreichbar. Sonntag, 9. AugustIran tauscht obersten Sicherheitsberater ausDer ehemalige Kommandeur der mächtigen iranischen Revolutionsgarden (IRGC), Mohsen Resai, ist neuer Vorsitzender des iranischen Nationalen Sicherheitsrates. Der oberste Führer Modschtaba Chamenei habe ihn an die Spitze des mächtigen Gremiums berufen, teilten iranische Medien übereinstimmend mit. Chamenei schrieb dies auch selbst auf X. Mit Beginn des Iran-Kriegs Ende Februar waren durch amerikanisch-israelische Luftangriffe viele zentrale Personen der iranischen Führung getötet worden. Dass nun der bisherige Vorsitzende des Sicherheitsrates, der eher unbekannte Brigadegeneral Mohammed Bagher Solghadr, durch Resai ersetzt wird, könnte auf eine weitere Festigung des Einflusses der IRGC auf die Regierung hindeuten. Generalmajor Resai gilt als eine der dienstältesten Figuren des iranischen Machtapparats: Bereits zu Zeiten des Schahs war er Teil einer Organisation, die mitunter gewaltsam den Boden für die islamische Revolution 1979 bereitete. Als 27-Jähriger wurde er während des Iran-Irak-Kriegs Kommandeur der iranischen Revolutionsgarden. In den vergangenen Jahren widmete er sich der Politik. Er gilt als einflussreiche Figur in Sicherheitskreisen. Die argentinische Staatsanwaltschaft benannte Resai als einen der Hintermänner eines schweren Bombenanschlags auf eine jüdische Gemeinde in Buenos Aires 1994. Iran erteilt direkten Gesprächen mit den USA eine AbsageDerIranführt nach den Worten von Außenminister Abbas Araghtschi keine direkten Gespräche mit den USA. Man werde keine Verhandlungen aufnehmen, solangeWashingtongegen ein im Juni unterzeichnetes Übergangsabkommen verstoße, sagte Araghtschi am Sonntag laut der Nachrichtenagentur Mehr. Die Gespräche zwischen beiden Seiten liefen jedoch über Vermittler weiter. Zudem äußerte sich der Minister zu der für den Welthandel wichtigenStraße von Hormus. Ein Abkommen mit Oman stehe kurz vor dem Abschluss, wie die Nachrichtenagentur Mehr berichtete. Dies bedeute jedoch keine Wiedereröffnung der strategischen Meerenge, betonte Araghtschi. Vielmehr lege die Vereinbarung die neuen Schifffahrtsrouten fest, die nach einer Wiedereröffnung der Meerenge genutzt werden sollen. Eine solche Wiedereröffnung hänge aber davon ab, dass dieUSAweitere, nicht näher bezeichnete Bedingungen erfüllten. Raffinerie in Brand gesetzt: Huthis bekennen sich zu AngriffDie vom Iran unterstützten Huthis imJemenhaben nach eigenen Angaben erneut eine saudi-arabische Ölanlage am Roten Meer angegriffen. Die Miliz habe "erfolgreich die Aramco-Ölraffinerie im Dschisan mit einer Drohne" attackiert, erklärte Huthi-Sprecher Jahja Saree am Sonntag. Den Angriff bezeichnete er als "präzise" und als Reaktion auf Vorstöße Saudi-Arabiens im Nordwesten des Jemen. Die Huthis kontrollieren weite Teile des Jemen, darunter die Hauptstadt Sanaa sowie Gebiete an der Grenze zu den saudi-arabischen Provinzen am Roten Meer. Die von Teheran unterstützte Miliz hatte Ende Juli eine Seeblockade gegenSaudi-Arabienangekündigt und seither nach eigenen Angaben saudi-arabische Öltanker im Roten Meer sowie Ölanlagen in dem Königreich angegriffen. Die Miliz hatte den Jemen damit in den Iran-Krieg hineingezogen. Loading. . . Loading. . . Loading. . . In den vergangenen Tagen kamen bei den folgenschwersten Huthi-Angriffen seit Jahren im Jemen Dutzende Menschen ums Leben. Die Bedrohung der Schifffahrt und saudi-arabischer Ölanlagen erfolgt parallel zu Teherans weitgehender Blockade der für den Welthandel enorm wichtigen Straße von Hormus. Brand in saudischer Raffiniere gelöschtDie Feuerwehr hat einen Brand in einer Raffinerie des saudischen Ölkonzerns Saudi Aramco in Dschisan gelöscht. Dies teilt das saudische Energieministerium mit. Verletzte habe es nicht gegeben. Zur Brandursache werden in der Mitteilung keine Angaben gemacht. Dschisan liegt am Roten Meer nahe der Grenze zum Jemen. Die Raffinerie mit einer Kapazität von 400. 000 Barrel pro Tag war einem von der Nachrichtenagentur Reuters eingesehenen Vermerk des Beratungsunternehmens IIR zufolge bereits am 27. Juli stillgelegt worden. Grund war ein Angriff der jemenitischen Huthi-Miliz, bei dem der Gas-und-Dampf-Kombikraftwerk-Komplex (GuD) und der Tanklagerbereich der Anlage beschädigt wurden. Die vom Iran unterstützten Huthis hatten damals erklärt, sie hätten Aramco-Standorte in Dschisan und Janbu angegriffen. Teheran stellt neue Forderungen an die USADer Iran stellt neue Forderungen an die USA für eine Wiedereröffnung der Straße von Hormus. Die Vereinigten Staaten dürften die Islamische Republik nie wieder bedrohen, hieß es in einer von iranischen Staatsmedien veröffentlichten Erklärung des Nationalen Sicherheitsrats. Zudem müssten sie den Krieg gegen den Iran und dessen Verbündete in der Region endgültig beenden. Der Nationale Sicherheitsrat ist das höchste Entscheidungsgremium im Land, wird von Präsident Massud Peseschkian geleitet und steht unter der Aufsicht des obersten Führers Modschtaba Chamenei.