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Nahost-Krise bremst die Schweizer Konjunktur - Landesspiegel

Die Aussichten für die Schweizer Wirtschaft haben sich eingetrübt. Die Expertengruppe Konjunkturprognosen des Bundes senkt ihre Wachstumserwartung und rechnet für das laufende Jahr nur noch mit einem deutlich. . .

Von @landesspiegel · · 3 min Lesezeit

Nahost-Krise bremst die Schweizer Konjunktur - Landesspiegel

Die Aussichten für die Schweizer Wirtschaft haben sich eingetrübt. Die Expertengruppe Konjunkturprognosen des Bundes senkt ihre Wachstumserwartung und rechnet für das laufende Jahr nur noch mit einem deutlich unterdurchschnittlichen Anstieg des Bruttoinlandprodukts (BIP) von 0,9 Prozent. Im März war sie noch von 1,0 Prozent ausgegangen. Auch für 2027 fällt die Prognose mit 1,6 Prozent etwas tiefer aus als zuvor erwartet (1,7 Prozent). Hauptgrund für die Korrektur ist die Krise im Nahen und Mittleren Osten, die zu höheren Energiepreisen führt und die Weltwirtschaft dämpft. Mit der Zuspitzung im Nahen und Mittleren Osten sind die Erdölpreise stark angestiegen. Die Expertengruppe hat ihre technische Annahme für die durchschnittlichen Ölpreise deshalb für dieses und das kommende Jahr angehoben. Die Folge: international höhere Inflationsraten und eine restriktivere Geldpolitik, besonders bei den europäischen Handelspartnern. Auch in der Schweiz ist mit einer etwas höheren Teuerung zu rechnen. Für 2026 wie auch für 2027 werden nun je 0,6 Prozent erwartet, nach zuvor 0,4 beziehungsweise 0,5 Prozent. Das bremst die privaten Konsumausgaben. Gleichzeitig belastet das verhaltene Wachstum der Weltnachfrage die Exportwirtschaft – die Warenexporte dürften 2026 sogar um 0,7 Prozent zurückgehen –, was sich auch auf die Investitionstätigkeit auswirkt. Solider Jahresauftakt, schwache BinnennachfrageTrotz der getrübten Aussichten war der Jahresauftakt ordentlich: Im ersten Quartal 2026 wuchs das BIP ähnlich stark wie im historischen Durchschnitt. Gestützt wurde das Wachstum massgeblich vom verarbeitenden Gewerbe, während sich die Binnennachfrage schwach entwickelte. Für das laufende zweite Quartal deuten die verfügbaren Daten und Umfragen auf ein erneutes Wachstum hin. Für 2027 erwartet die Expertengruppe eine Belebung. Das europäische Ausland, insbesondere Deutschland, dürfte sich von der aktuellen Schwächephase erholen und damit auch die Schweizer Wirtschaft stützen. Eine steigende Auslastung der Produktionskapazitäten lässt dann die Investitionsdynamik moderat anziehen. Die schwächere Entwicklung zeigt sich am Arbeitsmarkt. Die Arbeitslosenquote dürfte im Jahresdurchschnitt 2026 bei 3,1 Prozent liegen und 2027 leicht auf 3,0 Prozent zurückgehen. Im März waren noch 3,0 beziehungsweise 2,8 Prozent prognostiziert worden. Risiken bleiben hochDie Unsicherheit bleibt gross. Der weitere Verlauf der Krise im Nahen und Mittleren Osten ist offen: Eine anhaltende Beeinträchtigung der Energieinfrastruktur oder der Transportwege könnte den Inflationsdruck länger hochhalten und eine restriktivere Geldpolitik nötig machen. Umgekehrt könnte ein rascher Rückgang der Erdölpreise die Lage entspannen. Hinzu kommt die internationale Handelspolitik. Die Prognose unterstellt, dass die US-Importzölle im Wesentlichen auf dem aktuellen Niveau bleiben. Die geltenden Zusatzzölle von 10 Prozent laufen allerdings am 24. Juli 2026 aus, sofern der US-Kongress sie nicht verlängert. Weitere Risiken bestehen an den Finanzmärkten und bei der hohen globalen Staatsverschuldung; bei einer Zuspitzung wäre mit zusätzlichem Aufwertungsdruck auf den Schweizer Franken zu rechnen.

Quelle: landesspiegel.li

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