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Nahost nach fünf Monaten Krieg: Der Iran steht stärker da als zuvor

Die USA und Israel rechneten mit einem raschen Sturz des Regimes und einem problemlosen Sieg, als sie am 28. Februar ihren Krieg gegen den Iran begannen. Fünf Monate später regiert im Nahen Osten das Chaos. . . .

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Nahost nach fünf Monaten Krieg: Der Iran steht stärker da als zuvor

Die USA und Israel rechneten mit einem raschen Sturz des Regimes und einem problemlosen Sieg, als sie am 28. Februar ihren Krieg gegen den Iran begannen. Fünf Monate später regiert im Nahen Osten das Chaos. Eine radikalisierte iranische Führung kontrolliert die Straße von Hormus und bedroht die arabischen Staaten mit ihren Raketen, die gestiegenen Ölpreise lasten auf der Weltwirtschaft. Der Konflikt hat sich auf den Libanon, das Rote Meer und nun auch das Kaspische Meer ausgeweitet. Auch wenn die USA zusammen mit Israel losschlugen, istDonald Trumpals Anführer der Supermacht der Hauptverantwortliche für den teuren Fehlschlag. Der Iran-Krieg war von Washington noch schlechter vorbereitet als der Feldzug gegen den Irak im Jahr 2003. Damals erreichten die USA immerhin ihr Hauptziel, den Sturz von Saddam Hussein und seiner Diktatur. Im Iran konnten die USA zwar den Regimechef Al Khamenei und andere Mitglieder der Führung töten und große Zerstörungen anrichten, doch das Regime hat den Krieg überlebt und fühlt sich stärker als vorher. Der Iran liegt wirtschaftlich am BodenDabei ist der Iran wirtschaftlich am Boden, die theokratische Diktatur wird von den meisten Bürgern abgelehnt und ist eine Katastrophe für das Land. Doch die Islamische Republik hat Fakten geschaffen: vor allem mit der Kontrolle über die Straße von Hormus, durch die Tanker vor dem Krieg 20 Prozent des weltweiten Bedarfs an Öl und Gas transportierten. Aber auch mit der Bereitschaft, ihre Bevölkerung leiden zu lassen und die Nachbarn mit Raketen anzugreifen. Trump hat kein Konzept für den Umgang mit dieser neuen Realität. Er ist weder zu einer Bodenoffensive noch zu weitreichenden Zugeständnissen an den Iran bereit. Sein jüngster Versuch einer Lösung bestand darin, den Iran mit einem Trommelfeuer aus täglichen Luftangriffen zu zermürben. Das funktionierte nicht, die USA stellten die Angriffe ein. Nun hat Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu den US-Präsidenten in Washington besucht, um ihn zu überreden, die Angriffe wieder aufzunehmen. Pakistan profiliert sich als VermittlerNach fünf Monaten Krieg wird deutlich, dass die Impulse für eine Lösung woanders herkommen müssen. Pakistan profiliert sich als Vermittler, und auch China verstärkt seine Bemühungen. Oman redet mit dem Iran über eine gemeinsame Verwaltung der Straße von Hormus. Das Beharren des Irans auf der Kontrolle über die Meerenge ist nichts anderes als Erpressung, doch die Araber haben keine andere Wahl, als mit dem Erpresser zu verhandeln und gleichzeitig nach alternativen Exportrouten für Öl und Gas zu suchen. Gleichzeitig werden die arabischen Staaten am Golf auf Abschreckung setzen. Sie werden ihre Flugabwehr modernisieren und Offensiv-Waffen anschaffen, und sie werden schlagkräftige Verbündete als Alternative zu Amerika suchen. Dauerhaften Frieden kann die Region damit nicht schaffen.

Quelle: augsburger-allgemeine.de

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