Neue Angriffe in Nahost: Vertagter Krieg
Neue Angriffe in Nahost:Vertagter KriegDer Krieg gegen Iran war beendet. Das jedenfalls hatte US-Präsident Trump behauptet. Die Absichtserklärung für ein Kriegsende in Nahost ist Makulatur. Beschädigtes. . .

Neue Angriffe in Nahost:Vertagter KriegDer Krieg gegen Iran war beendet. Das jedenfalls hatte US-Präsident Trump behauptet. Die Absichtserklärung für ein Kriegsende in Nahost ist Makulatur. Beschädigtes Wohngebäude in Muharraq: Bahrains Behörden machen einen iranischen Drohnenangriff verantwortlichFoto:Bahrain Police Media/ReutersUS-Präsident Donald Trump droht wieder einmal: Iran werde „nicht mehr existieren“, wenn die USA „gezwungen“ seien, „den Job militärisch zu vollenden“. Dabei sollte der Job ja eigentlich bereits vollendet sein, Iran ist laut Duktus der US-Regierung eigentlich keine Gefahr mehr. Und überhaupt, es gibt einen ganz tollen Deal zwischen den USA und Iran. Also alles kein Problem. Die derzeitigen Angriffe – erst Iran auf ein Containerschiff in der Straße von Hormus, dann USA in Iran, daraufhinIran in Bahrain und Kuwait– zeigen noch einmal deutlich: Die noch immer geltendeAbsichtserklärung ist eine Scharade. Nichts von dem, was Iran in der Region gefährlich machte – das Nuklearprogramm, das Raketenprogramm, die Aufrüstung von Proxy-Milizen in verschiedenen Ländern Westasiens – ist auch nur ansatzweise gelöst. Im Gegenteil, dieser Krieg hat ein neues Problem geschaffen: die iranische Kontrolle über Hormus. Dass ein Schiff laut iranischer Aussage seine Passage durch die Straße von Hormus nicht wie gefordert mit dem Regime koordinierte, ist der Ausgangspunkt dieser derzeitigen Eskalationsschleife. Man muss sich in Erinnerung rufen: Bis zum Februar 2026 war die Straße von Hormus relativ frei passierbar. Nicht nur die Region steht schlechter da als zuvor – Tote, Milliardenschäden,wirtschaftliche Einbrüche –sondern die Weltwirtschaft und auch das Ansehen der USA, gerade in den Swingstates, die sich nach West und Ost orientieren. Der angeblich praktisch besiegte Iran kontrolliert nun de facto die wohl wichtigste Meeresstraße der Welt, fordert die USA immer weiter heraus. Teheran sitzt vielleicht am Verhandlungstisch, aber pöbelnd und mit gezogener Waffe, bereit für die nächste Runde. Von einem Kriegsende kann nicht die Rede sein. Der Krieg ist nur vertagt – und nicht einmal das wirklich. Die taz gehört zu 100 Prozent ihren Leser:innen und ist damit nicht nur konzernfrei, sondern auch kostenfrei zugänglich. Alle Artikel stellen wir frei zur Verfügung, ohne Paywall. Gerade in diesen Zeiten müssen Einordnungen und Informationen allen zugänglich sein. Unsere Leser:innen müssen nichts bezahlen, wissen aber, dass kritischer, unabhängiger Journalismus nicht aus dem Nichts entsteht. Dafür sind wir sehr dankbar. Damit wir auch morgen noch unseren Journalismus machen können, brauchen wir mehr Unterstützung für taz zahl ich. Unser nächstes Ziel: 50. 000 – wir brauchen nur noch 90 Freiwillige, dann haben wir es geschafft! Setzen Sie jetzt ein Zeichen für die taz und machen Sie mit. Mit nur 5,- Euro sind Sie dabei!Jetzt unterstützenLisa SchneiderRedakteurin für NahostRedakteurin für Westasien & Nordafrika. Studium in Beirut, Mainz und Paris. Alumna des Ernst Cramer & Teddy Kollek Programms (IJP) bei Times of Israel. Mehr zum Thema+++ Nachrichten im Nahostkrieg +++Iran greift Bahrain und Kuwait anDie USA und der Iran setzen ihre Angriffe fort und werfen sich gegenseitig den Bruch des vorläufigen Waffenstillstands vor. Trump droht mit Vernichtung. US-Senat stimmt für Ende des IrankriegsErneute Niederlage für Donald TrumpDer US-Senat votiert mit knapper Mehrheit für ein Ende des Irankriegs. Auch vier Republikaner stimmten dafür. Donald Trump ist stinksauer. Verhandlungen zwischen USA und Iran„Daran wäre früher nicht einmal zu denken gewesen“Iran sehe sich durch den Ausgang des Konflikts mit den USA gestärkt, sagt der frühere US-Beauftragte für Iran, Robert Malley. Das zeige sich an den Forderungen des Regimes. Interview vonHansjürgen Maitaz FUTURZWEI im Abo entdeckenEndlich mal ein Magazin für Zukunfttaz FUTURZWEI ist unser Magazin für eine bessere Zukunft. Das Abo bietet jährlich vier Ausgaben für nur 38 Euro. Zudem erhalten Sie eine Ausgabe von Luisa Neubauers neuestem Buch „Was wäre, wenn wir mutig sind?“ (solange Vorrat reicht). Jedes Quartal neu in Ihrem BriefkastenNur 38 Euro im JahrAls Prämie Luisa Neubauers „Was wäre, wenn wir mutig sind?“Herausgegeben von Harald WelzerJetzt abonnieren0 Kommentare