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Paradox: Chinas verbesserte Luftqualität könnte Klimawandel beschleunigt haben

China versucht seit Jahren Smog und Umweltverschmutzung entgegenzusetzen und könnte dabei aus Versehen ein entscheidender Faktor in der Beschleunigung des Klimawandels gewesen sein.

Von @netzwelt · · 2 min Lesezeit

Paradox: Chinas verbesserte Luftqualität könnte Klimawandel beschleunigt haben

StartseiteINTERNET & NETZWELTChina versucht seit Jahren Smog und Umweltverschmutzung entgegenzusetzen und könnte dabei aus Versehen ein entscheidender Faktor in der Beschleunigung des Klimawandels gewesen sein. Eine Aufnahme eines NASA-Satelliten von Chinas Luftverschmutzung im Jahr 2010 (Quelle: NASA/Jesse Allen)Der Zweck heiligt leider nicht die Mittel. Chinas Aufräumarbeiten in Sachen Luftverschmutzung und Smog könnten in den letzten 15 Jahren den Klimawandel angekurbelt haben, wie Wissenschaftler jetzt vermuten. Ein internationales Forschungsteam veröffentlichte einewissenschaftliche Studie im Fachmagazin Natureund untersuchte die Beschleunigung des Klimawandels in den letzten 15 Jahren. Dabei könnte es auf einen Zusammenhang des Klimawandels mit der Verringerung der Luftverschmutzung Chinas gestoßen sein. Ein Großteil könnte auf China zurückzuführen seinChina konnte seine Schwefeldioxidemissionen um 75 Prozent senken, was die Luftqualität dort verbessert hat. Das Forscherteam zeigt in der Studie, dass diese Senkung jedoch mit 80 Prozent der Beschleunigung des Klimawandels in Verbindung stehen könnte. Auch wenn das erstmal paradox erscheint, wäre das nicht das erste Mal, dass eine Verringerung von spezifischen Emissionen den Klimawandel beschleunigt. Wobei hier Vorsicht vor Halbwissen geboten ist, denn solche Erkenntnisse sind nicht so simpel, wie sie scheinen. Emissionen verschleiern das wahre Ausmaß des KlimawandelsJeder Stoff hat unterschiedliche Eigenschaften. Das gilt für feste Stoffe wie für Gase. Auch die Treibhausgase wirken sich unterschiedlich auf die Atmosphäre und damit das Klima aus. Genauso wie es Gase gibt, die eine Erderwärmung begünstigen, gibt es eben auch Gase, die durch eine Reflexion des Lichts Wärme von der Erde weghalten. Und genau das beobachtete das Forschungsteam in ihrer Studie. Die früheren, erhöhten Schwefeldioxidemissionen in China reflektierten Sonnenstrahlung und führten zu einer Verschleierung des wahren Ausmaßes des Klimawandels. Das bedeutet im Umkehrschluss aber nicht, dass wir wahllos Stoffe in die Atmosphäre pumpen sollten, um dem Klimawandel entgegenzuwirken. Die Studie deutet außerdem darauf hin, dass in den kommenden Jahren der Effekt sich umdrehen könnte, da eine saubere Luft ebenfalls dem Klimawandel entgegenwirkt. Interessant ist auch, dass die geografische Lage Chinas ebenfalls in diesen Effekt hineinspielt. Die Emissionen Chinas werden über den Pazifik getrieben, wo sie in Summe mehr Sonnenlicht reflektieren als auf dem Land. Würden dieselben Emissionen beispielsweise von einem anderen Land ausgehen, wären diese Effekte geringer. Dass der Klimawandel ein komplexes Thema ist, bleibt unumstritten. Diese Studie zeigt jedoch ein weiteres Mal, dass Klimaschutz kein Soloprojekt sein kann. Keine News verpassen

Quelle: netzwelt.de

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