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Putins Wirtschaft im Absturz: Neun Gründe, warum Russland kaum noch wächst

leinetal24WirtschaftRusslands Wirtschaft auf dem Rückzug: Wie Krieg, Zinsen und Drohnen Putins Wirtschaftsmodell aushöhlenStand:11. 07. 2026, 09:03 UhrKommentareRusslands Wirtschaft schrumpft, die Kaufkraft. . .

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Putins Wirtschaft im Absturz: Neun Gründe, warum Russland kaum noch wächst

leinetal24WirtschaftRusslands Wirtschaft auf dem Rückzug: Wie Krieg, Zinsen und Drohnen Putins Wirtschaftsmodell aushöhlenStand:11. 07. 2026, 09:03 UhrKommentareRusslands Wirtschaft schrumpft, die Kaufkraft sinkt. Drohnenangriffe, hohe Zinsen und Sanktionen treffen das Land hart. Experten sehen kaum Hoffnung auf Erholung. Moskau – Hat die russische Wirtschaft ihren Zenit längst überschritten? Nachdem die Wirtschaftsleistung in den Jahren 2023 und 2024 noch um jeweils mehr als vier Prozent gewachsen war, ergibt sich heute ein völlig anderes Bild. Laut demWiener Institut für Internationale Wirtschaftsvergleiche(WIIW) schrumpfte die Wirtschaft im ersten Quartal 2026 um 0,2 Prozent und wird für das Gesamtjahr nur noch ein Wachstum von 0,6 Prozent erreichen. WIIW-Russland-Experte Vasily Astrov diagnostiziert eine „zu restriktive Geldpolitik der Notenbank, die die Wirtschaft abwürgt“. Wie konnte es so weit kommen?Drohnenangriffe treffen Russlands Ölindustrie ins HerzUkrainische Drohnenangriffe haben acht der zehn größten russischen Ölraffinerien mindestens einmal getroffen. Bereits Ende Mai 2026 gab es keine einzige größere Raffinerie im europäischen Teil Russlands mehr, die nicht mindestens einmal angegriffen worden war. Besonders schwer wiegt der Angriff auf die Raffinerie in Omsk, Russlands größte mit einer Verarbeitungskapazität von mehr als 20 Millionen Tonnen pro Jahr. Die Anlage stellte nach dem Angriff vom 7. Juli 2026 vorübergehend die Produktion vollständig ein. Analysten der Beratungsfirma Energy Intelligence bezifferten denRückgang der täglichen Ölverarbeitung Anfang Juni 2026 auf unter vier Millionen Barrel– das war laut Energy Intelligence der niedrigste Wert seit 21 Jahren. Parallel zur Produktionskrise bricht eine der wichtigsten Einnahmequellen ein. Laut der gemeinsamen Analyse desKiel Instituts für Weltwirtschaftund des Stockholm Institute of Transition Economics brachen die Öl- und Gaseinnahmen im ersten Quartal 2026 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 45 Prozent ein. Die russische Regierung selbstsenkte ihre Wachstumsprognose für 2026 im Mai von 1,3 auf 0,4 Prozent. Vizepremier Alexander Nowak sagte der ZeitungWedomosti, der für die Haushaltsplanung zugrunde gelegte Ölpreis bleibe bei 59 Dollar je Barrel – tatsächlich lag der Urals-Preis Anfang Juli 2026 lautArgus Mediajedoch bei nur 41,66 Dollar. Russlands Position auf dem Weltölmarkt hat sich massiv verändert. Die Angriffe auf Energieanlagen treffen Russlands Wirtschaft ins Mark. © Dmitri Lovetsky/AP/dpaEin hoher Leitzins würgt Investitionen und Konsum abAls besonders schwerwiegend gilt in Fachkreisen die Geldpolitik. Laut der Sommerprognose des WIIW sank die Investitionstätigkeit in Russland im ersten Quartal 2026 bereits um rund 14 Prozent. Vasily Astrov, Russland-Experte des WIIW, nannte als Hauptgrund die Notenbankpolitik, die Kredite für Käufe langlebiger Konsumgüter und für Investitionen „prohibitiv teuer“ mache. Janis Kluge, Ökonom an der Stiftung Wissenschaft und Politik (SWP) in Berlin, sagte gegenüber demSpiegel: „Unternehmen investieren deutlich weniger, vor allem weil die Zinsen so hoch sind, dass es nicht mehr möglich ist, Investitionen mit Krediten zu finanzieren. Russlands Wachstumspotenzial ist auf absehbare Zeit erschöpft. “Die Teuerung trifft die Bevölkerung unmittelbar. Laut der Landeszentrale für politische BildungBaden-Württemberggaben im Oktober 2025 rund 31 Prozent der russischen Bevölkerung an, Schwierigkeiten zu haben, sich notwendige Lebensmittel zu leisten. Die Preise für Grundnahrungsmittel wie Kartoffeln, Butter und Gurken stiegen teils massiv, Gurkenpreise verdoppelten sich nach Angaben der Landeszentrale innerhalb weniger Wochen Anfang 2026. Das Meinungsforschungsinstitut Gallup ermittelte in einer Erhebung zwischen März und Mai 2026, dass 60 Prozent der Befragten angaben, die wirtschaftliche Lage in ihrer Stadt oder Region habe sich verschlechtert, und 56 Prozent berichteten von einem gesunkenen Lebensstandard – beides Rekordwerte seit 20 Jahren. Lebenshaltungskosten steigen, Kaufkraft schwindet: Sanktionen entfalten ihre langfristige WirkungFast 40 Prozent des russischen Staatshaushalts fließen in Rüstung und innere Sicherheit. Verteidigungsminister Andrei Belousov erklärte, die Militärausgaben hätten 2025 bereits 7,3 Prozent des Bruttoinlandsprodukts erreicht. DasKiel Institut für Weltwirtschafthielt in seinem aktuellen Report fest, dass Russlands Wirtschaftswachstum „weitestgehend zum Stillstand“ gekommen sei. Der finanzielle Puffer, mit dem Russland externe Schocks früher abfedern konnte, ist weitgehend erschöpft: „Die liquiden Vermögenswerte des russischen Staatsfonds sind von 6,5 Prozent des Bruttoinlandsprodukts zu Beginn des Krieges auf nur noch 1,8 Prozent im April 2026 gesunken. “ Gleichzeitig überstieg das Haushaltsdefizit des Bundes bereits im ersten Quartal 2026 die für das Gesamtjahr gesetzte Zielmarke der Regierung. Die westlichen Sanktionen,die 2022 durch Umgehungsrouten zunächst abgefedert wurden, greifen nun nachhaltig. Das BOFIT (Bank of Finland Institute for Emerging Economies) stellte in seiner Prognose für 2026 bis 2028 fest, dass militärische Investitionen das Wachstumspotenzial nicht steigern können, da „große Mengen an produzierten Investitionsgütern an der Front verbraucht werden“. Internetsperren, China-Abhängigkeit und schwindendes VertrauenEin jüngerer, aber wachsender Belastungsfaktor sind staatlich angeordnete Internetsperren, die laut WIIW die „stark digitalisierte russische Wirtschaft“ spürbar beeinträchtigen. WIIW-Experte Astrov nannte sie ausdrücklich als eigenständigen Faktor neben hohen Zinsen und Energieangriffen. Gleichzeitig wächst Russlands Abhängigkeit von China. Das Kiel Institut beschreibt diese Beziehung als „asymmetrisch“: Russland müsse sich zunehmend zu für China günstigen Konditionen arrangieren, was langfristig wirtschaftlichen Spielraum koste. Am Ende steht ein schwer messbarer, aber gravierender Schaden: das geschwundene Vertrauen. Laut Gallup-Erhebung von März bis Mai 2026 befindet sich der wirtschaftliche Pessimismus in der russischen Bevölkerung auf dem höchsten Stand seit 20 Jahren. SWP-Ökonom Kluge sagte,Russland befinde sich „in der schlimmsten Lage seit Kriegsbeginn“: „Die russische Wirtschaft profitierte von vielen positiven Faktoren wie hohen globalen Rohstoffpreisen und dem ausgabenorientierten Boom. Die meisten dieser Faktoren sind nun verschwunden. “ Laut WIIW wird das Wachstum 2027 bestenfalls auf 1,3 Prozent anziehen – weit entfernt von den über vier Prozent der Kriegsboomjahre. (Quellen: Wiener Institut für Internationale Wirtschaftsvergleiche, Kiel Institut für Weltwirtschaft / Stockholm Institute of Transition Economics, Energy Intelligence, Argus Media, Gallup, Stiftung Wissenschaft und Politik (SWP), BOFIT, Landeszentrale für politische Bildung Baden-Württemberg, OSW – Centre for Eastern Studies)(ls)

Quelle: leinetal24.de

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